Sustainability in der Gebäudereinigung: Checkliste für nachhaltiges Reinigen

verfasst von zvoove, 14.07.2021
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Nachhaltiges Handeln ist zukunftsorientiert

Das Thema Nachhaltigkeit ist längst in der Branche für Gebäudedienstleistungen angekommen. Einige Unternehmen und ihre Kunden legen Wert auf eine nachhaltige Gebäudereinigung. Dazu gehört mehr als die Verwendung umweltfreundlicher Reinigungsmittel. Nachhaltigkeit umfasst die 3 Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Diese Säulen werden durch den gesellschaftlichen Wandel beeinflusst – Stichwort demographischer Wandel. Laut Prognose der Prognos AG könnten 2025 deutschlandweit 2,9 Millionen Arbeitskräfte fehlen (Studie: Arbeitslandschaft 2025). Neue Technologien zum smarten Säubern, z. B. Reinigungsroboter, können den Arbeitsalltag in der Reinigungsbranche verändern.

Schnell & effizient auf Zukunftstendenzen reagieren

Unternehmen, die das Thema Nachhaltigkeit in ihre Strategie aufnehmen, agieren proaktiv in Hinblick auf solche Zukunftstendenzen. Sie stellen ihr Unternehmen vorausschauend auf feste Säulen und bleiben gelichzeitig offen für den Wandel. Ein weiterer Vorteil: Sie positionieren sich als engagierter Arbeitgeber für junge Generationen, die sich verstärkt für Nachhaltigkeitsthemen einsetzen.

1. Sustainability-Strategie

Will ein Unternehmen dauerhaft nachhaltig agieren, muss eine Strategie her. Nachhaltigkeit wird in das Leitbild und in die Unternehmensstrategie aufgenommen. Von dieser abstrakteren Ebene geht es ins Konkrete: Unternehmen legen nach dem SMART-Prinzip realisierbare Ziele fest. SMART-Ziele sind **spezifisch, **messbar, **akzeptiert, **realistisch und terminiert. Sie definieren z. B. Vorgaben für einen minimalen Ressourcenverbrauch und für die Beschaffung von Maschinen und Hilfsmitteln für die Reinigung. Nachhaltig agierende Unternehmen prüfen, ob Partner und Lieferanten Nachhaltigkeitskriterien umsetzen. In der Planung ihrer Reinigungsprozesse berücksichtigen sie den Einsatz von Materialien, Energie und Wasser, reduzieren Emissionen und Abfall.

Mitarbeiter einbeziehen

Mitarbeiter werden in die Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen, sie absolvieren zum Beispiel Schulungen oder Weiterbildungen zum Thema Nachhaltigkeit und zum fachgerechten Umgang mit Reinigungsmitteln und -geräten. Die Nachhaltigkeitsziele werden intern und extern kommuniziert, um z. B. die Akzeptanz nachhaltigen Reinigens bei Kunden zu erhöhen. Zur Zielüberprüfung und -anpassung erheben Unternehmen Kennzahlen, etwa zur Wirtschaftlichkeit.

2. Ressourceneinsatz: Reinigungsmittel und Geräte

Gebäudedienstleister können bei der Wahl von Anbietern darauf achten, dass diese Umweltstandards erfüllen. Das geht z. B. über einen „Anbieterfragebogen zur Umweltverträglichkeit von Wasch, - Reinigungs- und Pflegemitteln“ – zu finden auf der Website des Umweltbundesamtes unter Reinigungsleistungen und -mittel. Im Leitfaden zur Beschaffung von Reinigungsmitteln empfiehlt das Umweltbundesamt möglichst auf folgende Reinigungsmittel zu verzichten:

  • Spülkastenzusatzstoffe, WC- oder Reinigungssteine, WC-/Spülkasteneinhänger
  • Lufterfrischer, WC-Duftspender
  • chemische Abflussreiniger

Mit Wasser, Energie und anderen Ressourcen sollte sparsam umgegangen werden, sodass nicht mehr verbraucht wird als nötig. Bei der Beschaffung von Reinigungsressourcen können Unternehmen auf Material, Energie- und Wasserverbrauch achten – leider fehlt es hier oft an Transparenz. Wichtige Kriterien sind außerdem die Wiederverwertbarkeit von Produkten (z. B. Textilien) und die Langlebigkeit von Geräten.

3. Emissionen reduzieren

Unternehmen sollten unnötige CO2-Emmissionen reduzieren, zum Beispiel, indem sie auf einen geringen CO2-Ausstoß in der Produktion erworbener Reinigungsgeräte achten. Im Transport können CO2-Emissionen durch kurze Transportwege reduziert werden. Neben der CO2-Emission spielt auch die Lärmemission eine Rolle, etwa bei lärmintensiven Staubsaugern. Das menschliche Gehör empfindet ein Plus an 10 dB subjektiv als doppelt so laut. Geräte um 60 dB werden daher zum Beispiel als deutlich leiser empfunden als ein Gerät, das „nur“ 20 dB lauter ist. Eine niedrige Watt-Zahl beim Staubsauger ist von Vorteil – meist sind stromfressende Geräte gleichzeitig laut. Laut Ökodesign Richtlinie (Verordnung (EU) Nr. 666/2013) sind Staubsauger unter 900 Watt mit weniger als 90 dB (A) auf dem Markt erlaubt.

4. Anstellungsbedingungen für Reinigungspersonal

Zu einer Nachhaltigkeitsstrategie gehört auch die Säule „Soziales“. Hierunter fallen zum Beispiel angemessene Löhne bzw. Branchenmindestlöhne, Arbeitssicherheit von Reinigungspersonal, Gesundheit (z. B. Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Allergien), ggf. ein betriebliches Gesundheitsmanagement, Weiterbildungen zum nachhaltigen Reinigen und angemessene Arbeitsbedingungen in der Beschaffungskette (Einhaltung von Arbeitsnormen). Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein zentrales Thema – hier kann eine Umstellung auf Daytime Cleaning von Vorteil sein (mehr dazu in unserem Blog: Daytime Cleaning: Pro und Contra der Tagesreinigung).

Schnell das richtige Reinigungspersonal finden

In Zeiten von Personalengpässen spielen die Rekrutierung von Personal und ein effizienter Personaleinsatz eine wichtige Rolle. Dazu nutzen viele Unternehmen digitale Programme, z. B. Software für Gebäudedienstleister. In einer Komplettlösung managen Unternehmen ihre Prozesse digital, z.B. die Objekt- und Auftragsverwaltung, Einsatzplanung, Zeiterfassung, Lohnabrechnung und Recruiting.

5. Öko-Zertifizierungen & Nachhaltigkeitslabels in der Gebäudereinigung

Es gibt verschiedene Zertifizierungen und Labels bei Erfüllung von Nachhaltigkeitsstandards. Ein Beispiel ist die EMAS-Zertifizierung (Eco Management and Audit Scheme). EMAS ist ein Gütesiegel der Europäischen Union zur Verbesserung von Energie- und Materialeffizienz und zur Reduktion von Umweltrisiken. Eine weitere Möglichkeit ist das EU Ecolabel, das etwa für Reinigungsmittel nutzbar ist. Das Zertifikat Qualitätsverbund Gebäudedienste (QV-Zertifikat) können Unternehmen bei ihrer Gebäudereiniger-Innung beantragen.

Fazit

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt für Gebäudedienstleister an Bedeutung. Ein Nachhaltigkeitskonzept ermöglicht zukunftsorientiertes Handeln und kann zur Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens beitragen. Das Konzept steht möglichst auf den 3 Sustainability-Säulen: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Neben „grünen“ Reinigungsmitteln sind zum Beispiel ein schonender Ressourcenverbrauch und Materialeinsatz von Bedeutung – auch mit Blick auf die Anbieter von Reinigungsprodukten und -materialien.

Quelle Foto: © LIGHTFIELD STUDIOS / Adobe Stock

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