Google & Indeed: Seit Corona neues beliebtes Keyword in Jobsuche

verfasst von zvoove, 22.04.2020
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Corona krempelt die (Arbeits-)Welt um

Am 16. März 2020 stufte das Robert-Koch-Institut das Corona-Risiko für die deutsche Bevölkerung als „hoch“ ein, seitdem ist viel passiert: Das Kontaktverbot kam, Schulen und Kitas stehen leer und die Mehrheit der Bevölkerung ist ins Homeoffice umgezogen. Zwar beschloss die Regierung Mitte April, dass der Einzelhandel teils wieder öffnen darf und auch die Wiederaufnahme des Schulbetriebs ist im Gespräch, dennoch: Die Zukunft ist ungewiss und das schlägt sich natürlich auch auf den Stellenmarkt nieder. Aktuelle Auswertungen von Indeed enthüllen erste Veränderungen im Suchveralten der User und natürlich zeigt die Krise ihre hässliche Fratze auch durch eine deutliche Abnahme von Jobanzeigen.

Abnahme von Jobanzeigen branchenabhängig

Der Indeed-Jobindex spiegelt aktuelle Entwicklungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt wider – wenig überraschend ist der Rückgang von Stellenanzeigen aus stark betroffenen Branchen, während systemrelevante Bereiche einen deutlichen Anstieg verzeichnen. In Zahlen heißt das:

  • Seit Corona gibt es rund 12 % weniger Jobanzeigen – im direkten Vergleich zu 2019 sind es sogar 17% weniger.
  • Besonders betroffen sind Hotel-und Tourismusgewerbe, diese Branchen veröffentlichen seit Mitte März 30 % weniger Jobanzeigen.
  • Lebensmittelzubereitung und –dienstleistung verzeichnen 25% weniger Stellenanzeigen.
  • In systemrelevante Branchen ist das Gegenteil der Fall: Der Gesundheitssektor, Naturwissenschaften, Forschung, IT, Verkauf und Logistik suchen laut karriere.de mehr Personal als vor Corona.

Doch die Pandemie sorgt nicht nur für eine Umverteilung des deutschen Stellenmarktes, sie zeigt sich auch in Form ganz neuer Jobsuchbegriffe:

Sprunghafter Anstieg von „Homeoffice“

**Indeed **verfolgte laut eigenen Angaben einen sprunghaften Anstieg von Suchanfragen mit Schlagworten wie „Homeoffice“ oder „Heimarbeit“: Seit Anfang Februar haben sich entsprechende Suchen mit einem Plus von 111% mehr als verdoppelt. Den Höhepunkt erreichte das Keyword „Homeoffice“ am 14. März 2020 mit rund **1,4% aller **Suchanfragen auf Indeed. 

 
Google & Indeed: Seit Corona neues beliebtes Keyword in Jobsuche

Ein Blick in die Google Trends (ohne die Eingrenzung einer bestimmten Kategorie) bestätigt diese Entwicklung. Auch hier gibt es einen deutlichen Anstieg der Suchanfragen – schickt man die Keywords „Heimarbeit“ und „Homeoffice“ in den Ring, zeigt sich schnell, dass die Suchanfrage „Homeoffice“ klar dominiert (Stand 22.04.2020).[Anmerkung zur Datenbewertung: Angezeigt wird das Interesse im zeitlichen Verlauf. Alle Werte zeigen das Suchinteresse relativ zum höchsten Punkt im Diagramm für Deutschland in den letzten 90 Tagen. "100" steht für die höchste Beliebtheit des Keywords. "50" bedeutet, dass das Wort halb so beliebt ist und "0", dass nicht ausreichend Daten vorliegen.]

 
Google & Indeed: Seit Corona neues beliebtes Keyword in Jobsuche

Am 19.03.2020 erreichte das Suchwort "Homeoffice" (blau) mit einem Wert  von 100 seine vorläufig größte Beliebtheit. Der Begriff "Heimarbeit" (rot) rankte zum selben Zeitpunkt mit einem Wert von 8.

Homeoffice: Allgemeines Interesse oder Trend auf dem Arbeitsmarkt?

Heimarbeit ist in Zeiten des Kontaktverbots ein absolutes **Privileg **– und für viele Unternehmen bzw. Mitarbeiter Neuland. Simultan mit dem Start der großen Abwanderung vom Büro an den heimischen Schreibtisch stieg entsprechend auch das digitale Interesse an beiden Begriffen: Arbeitgeber wollen wissen, welche Tools sinnvoll sind, wie sie alles unter Kontrolle behalten etc. Und Arbeitnehmer? Nachweisen lässt es sich natürlich nicht, dieser aktuelle **Ausreißer auf Google Trends **könnte allerdings ein Hinweis darauf sein, dass die Deutschen zum Lachen ins Homeoffice gehen (Stand 22.04.2020):
Google & Indeed: Seit Corona neues beliebtes Keyword in Jobsuche

Dennoch: Die Daten von Indeed sprechen eine eindeutige Sprache: Homeoffice ist nicht nur aus purem Interesse an der neuen Situation gefragter denn je. User suchen auf Jobbörsen explizit nach Stellen mit flexiblen Arbeitsorten. Betrachtet man die stark wachsenden Suchanfragen bei Google Trends in der Kategorie „Beruf und Ausbildung“, bestätigt sich das Bild. (Stand 22.04.2020):

 
Google & Indeed: Seit Corona neues beliebtes Keyword in Jobsuche

Eine weitere beliebte Keyword-Kombination bekräftigt die Vermutung, dass Menschen auch (oder vor allem) in Krisen-Zeiten offen für einen Jobwechsel sind. (Stand 22.04.2020):
Google & Indeed: Seit Corona neues beliebtes Keyword in Jobsuche

Corona als Wendepunkt: Bedeutung von Homeoffice nimmt zu 

Die Gründe mögen vielseitig sein: Menschen verlieren ihre Jobs, viele Freelancer erleben die Corona-Krise als K.o.-Kriterium für die Selbstständigkeit oder Menschen können Beruf und Kinderbetreuung nicht vereinen – folglich suchen sie nach Jobs im Homeoffice.

Hinzu bestätigt sich die alte Floskel, dass in Krisenzeiten das wahre Gesicht zum Vorschein kommt. Und an dieser Stelle wird das ein oder andere Unternehmen sich nicht bewähren, was Mitarbeiter ebenfalls vertreibt. So oder so brennt sich die Corona-Pandemie tief in unser Bewusstsein ein, auch bezüglich der Jobsuche. In künftigen Schreckensszenarien möchten wir uns zumindest beruflich in Sicherheit wägen; und die finden wir derzeit in Jobs, die auch im Homeoffice möglich sind. 

 

Fazit

Strohfeuer oder Umwälzung des Marktes? In diesen unsicheren Zeiten lässt sich auch das noch nicht final beurteilen. Unternehmen sollten diesen Trend dennoch im Blick behalten, da der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten und Orten nichts Neues ist. Vielmehr legitimiert die anhaltende Corona-Krise dieses Bedürfnis sogar und hebt es temporär auf den Sockel der Notwendigkeit. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass sich das Thema Homeoffice langfristig im Selbstverständnis vieler Menschen verfestigt.

Quelle Foto: © dennizn / Adobe Stock

 

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