Der größte Feind der Delegation ist die Rückdelegation

verfasst von zvoove, 13.01.2016
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Tipps zum Umgang mit Delegation und Rückdelegation

Vielleicht haben auch Sie schon manchmal einen Verzweiflungsschrei wie diesen ausgestoßen: „Ich kann doch nicht alles selber machen!“. Spätestens hier hätten Sie über Sinn und Unsinn der Delegierung von Arbeit und Verantwortung nachdenken sollen. Bedenken Sie: Führen bedeutet, auf Menschen einzuwirken, um ein gewünschtes Verhalten zu bewirken. Daraus könnte man ableiten, wer nicht delegiert, der führt auch nicht. 

Und wer Rückdelegation zulässt, führt auch nicht. An dieser Stelle ist eines vorweg klarzustellen: Delegieren heißt nicht, die Arbeiten auf andere abzuwälzen, die man selbst nicht tun möchte. Delegiert werden Aufgaben langfristig und ganzheitlich, beispielsweise ein fest umrissener Aufgabenbereich oder eine spezielle Aufgabe. Delegation heißt, Mitarbeitern Spielraum zu eigenen Entscheidungen und Handlungen zu lassen. Das unterscheidet die Delegation von einem Arbeitsauftrag, der kurzfristig erteilt wird. 

Delegation ist eines der ganz wichtigen Führungsinstrumente. Jetzt ist es durchaus möglich, dass ein Mitarbeiter den an ihn delegierten Aufgabenbereich aus irgendwelchen Gründen nicht bewältigen kann bzw. nicht in Angriff nehmen will. Der Mitarbeiter sucht Rat bei Ihnen als Vorgesetztem und möchte die Aufgabe rückdelegieren. 

  • Wie reagieren Sie darauf?
  • Wann lösen Sie die Probleme des Mitarbeiters – wann nicht?
  • Was wäre die Konsequenz, wenn Sie Rückdelegation immer zulassen?

Wie reagieren Sie auf Rückdelegation?

Fragen Sie den Mitarbeiter als Erstes: Was schlagen Sie vor? oder Welche Ideen haben Sie, bzw. Wie glauben Sie, können wir dieses Ziel erreichen? Dieses Vorgehen nennt sich WSSV-Methode. Mit der WSSV-Methode lassen Sie den Mitarbeiter nicht aus der Verantwortung, gleichzeitig fällt es Ihnen leichter nicht die Falle der Rückdelegation zu tappen. Falls vom Mitarbeiter keine Antwort auf das WSSV kommt und

  1. genügend Zeit zur Verfügung steht, soll der Mitarbeiter in Ruhe nochmals über Lösungsvorschläge nachdenken. Zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt unterbreitet er dann seine Vorschläge.
  2. keine Zeit zur Verfügung steht übernimmt der Vorgesetzte die Lösung der Aufgabe. Gleichzeitig vereinbart er zeitnah ein Erwartungsgespräch mit dem Mitarbeiter, um Rückdelegation künftig zu vermeiden.

Wann lösen Sie die Probleme des Mitarbeiters - wann nicht? 

  • **Helfen: **Falls der Mitarbeiter mit seinem Problem zu Ihnen kommt, welches außerhalb seines Kompetenz- und Verantwortungsbereichs liegt.
  • **Nicht Helfen: **Sofern der Mitarbeiter mit einem Problem kommt, welches sich innerhalb seines Kompetenz- und Verantwortungsbereichs befindet. Hierbei handelt es sich um eine typische Rückdelegation.

 

Fazit

Was wäre also die Konsequenz, wenn Sie Rückdelegation immer zulassen? Auf ihren Schultern lasten neben den eigenen Aufgaben, die „Affen“ ihrer Mitarbeiter und Ihnen fehlt die Zeit eigene Aufgaben zu erledigen. Sie stecken ab sofort im sogenannten „Monkey Business“, beschäftigen sich als Vorgesetzter also mit Sachaufgaben, die eigentlich ihre Mitarbeiter erledigen sollten. Finden Sie durch gezielte Fragen wie „Was würden Sie denn tun, wenn ich nicht da wäre?“ oder „Was genau brauchen Sie von mir?“ heraus, ob Ihr Mitarbeiter wirklich Hilfe braucht oder ob es sich um typische Rückdelegation handelt. Ist Letzteres der Fall, sollten Sie entsprechend reagieren und bestenfalls ein Zeichen setzen. Denn: Ein Affe kommt selten allein. 

 

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