Daytime Cleaning: Pro und Contra der Tagesreinigung

verfasst von zvoove, 11.03.2021
keyboard_arrow_left Zurück zur Übersicht Welche Vor- und Nachteile hat das Daytime Cleaning für alle Beteiligten?

Staubsaugerlärm und Putzmittelgeruch

Röhrende Staubsauger stören ein wichtiges Kundentelefonat, Kollegen brüllen über den Lärm hinweg, um sich zu verstehen. Mit einem kurzen Wisch fährt ein Lappen über die Tastatur, eine Hand zieht den Mülleimer unter dem Schreibtisch weg. Im ganzen Büro stinkt es nach steriler Reinigungsmittel und ätzender Chemie. So sieht vielleicht die Horrorvision von Daytime Cleaning aus. Traditionell bleiben Reinigungskräfte im Verborgenen: Sie arbeiten nachts oder in den frühen Morgenstunden. Wie Heinzelmännchen verrichten sie ihre harte Arbeit, wenn andere schlafen. Das hat sich geändert. Reinigungsfirmen und ihre Kund:innen setzen vermehrt auf Daytime Cleaning. Statt nach Feierabend, werden Gebäude während der Betriebszeiten gereinigt. Einen Vorteil davon zeigt die Corona-Pandemie: die Sofortreinigung. In Schulen z. B. werden Türklinken, Toiletten & Co. im Tagesbetrieb (nach)gereinigt. Alles bleibt sauber, damit sich Krankheitserreger nicht verbreiten. Daytime Cleaning erhöht also die Flexibilität: Reinigungsangestellte können flexibel auf Kundenbedürfnisse eingehen und Spontanverschmutzungen beseitigen. Und auch für das Reinigungspersonal bringt Daytime Cleaning viele Vorteile. Was ist nun vorzuziehen – die Reinigung am Tag oder in der Nacht?

Nachteile des Daytime Cleanings

Die Nachteile des Daytime Cleanings kommen einem schnell in den Sinn – allen voran der Lärm. Warum stört die Reinigung am Tag?

  • Lärmbelästigung: Lärm mindert die Konzentration und die Produktivität. Gebäudereinigung kommt nicht ganz ohne Geräuschquellen aus (z. B. Staubsauger). Ein lautes Gerät kann 80 dB erreichen (EU-Staubsauger-Verordnung) – das entspricht etwa der Lautstärke in einer belebten Kantine. Bei rund 120 dB liegt die Schmerzgrenze für das menschliche Gehör. Unser subjektives Geräuschempfinden ist sensitiv: Wird ein Gerät um 10 dB lauter, verdoppelt sich die wahrgenommene Lautstärke. Gerade bei der Arbeit können Geräuschquellen stören. Doch es gibt technische Lösungen: Unternehmen produzieren mittlerweile geräuscharme Geräte, die häufig effizienter und energiesparender sind als laute Saugmonster. Geräte um die 60 dB werden als deutlich leiser empfunden als ihr 80 dB Pendant. Subjektiv erscheinen sie mehr als doppelt so leise. Neben der technischen gibt es eine organisatorische Möglichkeit: Reinigungskräfte nehmen sich die Räume vor, die gerade weniger besetzt sind (z. B. Pausenräume außerhalb der Pausenzeiten). Und über ein Kabel stolpern brauchen Mitarbeiter auch nicht – mittlerweile gibt es auch kabellose Staubsauger.

  • subjektive Belästigung: Manche Kollegen stört es, wenn eine Reinigungskraft im Raum herumläuft. Sie lassen sich leicht ablenken und konzentrieren sich weniger auf ihre Arbeit. Meist ist das eine Gewöhnungssache, nach ein paar Wochen stört die Ablenkung nicht mehr.

  • Geruchsbelästigung: Manche Putzmittel erinnern an Desinfektionsmittel mit einer scharfen Alkoholnote. Oder sie riechen so blumig-süß, dass es einem schlecht wird. Hier gibt es Lösungen, etwa geruchslose Reinigungsmittel oder solche mit weniger penetranten Duftstoffen.

  • Koordinationsaufwand: Während der Betriebszeiten müssen sich Reinigungskräfte und Mitarbeiter ggf. koordinieren. Besetzte Besprechungsräume oder volle Kantinen können nicht sofort gereinigt werden. Der Vorteil: Die Reinigung kann dort stattfinden, wo wenig Betrieb ist.

  • Kosten und Schutzmaßnahmen: Bei der Reinigung am Tag sind Schutzmaßnahmen zu treffen, etwa die Kennzeichnung von rutschgefährlichen Flächen durch Schilder. Ggf. gibt es haftungsrechtliche Aspekte, die zu berücksichtigen sind. Die Anschaffung neuerer geräuscharmer Geräte kann mit Kosten verbunden sein – allerdings sind solche Geräte meist effizienter. Zusätzlich können Schulungen für Reinigungskräfte erforderlich werden.

  • Nachtzuschlag: Reinigungskräfte erhalten einen Nachtzuschlag beim Nighttime Cleaning. Dieser Zuschlag entfällt beim Daytime Cleaning, was manche Mitarbeitern eventuell vermeiden wollen.

Vorteile der Tagesreinigung

Reinigungskräfte, die außerhalb der Betriebszeiten arbeiten, bleiben unsichtbar. Sie erfahren keine Anerkennung oder freundlichen Worte für ihre Arbeit. Die Reinigung bei Tag könnte das ändern. Darüber hinaus bringt sie weitere Vorteile für Kunden und Mitarbeiter:

  • Work-Life-Balance: Reinigungskräfte im Daytime Cleaning können aktiver am Sozial- und Familienleben teilnehmen. Wer nachts oder frühmorgens arbeitet, hat einen verschobenen Schlafrhythmus. Besonders am Wochenende werden soziale Aktivitäten verpasst. Eine Arbeit parallel zu Kita- und Schulzeiten verbessert die Vereinbarkeit der Reinigungstätigkeit mit der Familie. Dies kann die Arbeitszufriedenheit erhöhen und die Fluktuation mindern.

  • Recruiting: Die Rekrutierung von Reinigungspersonal gelingt besser bei attraktiven Arbeitsbedingungen. Viele Menschen wollen nicht nachts arbeiten. Hinzu kommen Fachkräfteengpässe in der Gebäudereinigung bei gleichzeitig hoher Nachfrage. Im Jahr 2018 waren rund 674.000 Personen in diesem Bereich beschäftigt. Die Anzahl der Auszubildenden hingegen sinkt tendenziell (statista: Statistiken zur Gebäudereinigung).

  • reduzierte Energiekosten: Die Arbeit bei Nacht geht mit Energiekosten einher, etwa für helle Beleuchtung. Während der Betriebszeiten sind i. d. R. weniger zusätzliche Energiequellen erforderlich. In den Wintermonaten lassen sich Heizkosten reduzieren. Dies trägt zu den Nachhaltigkeitszielen von Unternehmen bei.

  • Leistungsfähigkeit und Gesundheit: Viele Menschen sind nachts weniger leistungsfähig als am Tag. Der Leistungstiefpunkt liegt bei etwa 3 Uhr nachts. Schichtarbeit ohne ständigen Wechsel kann dieses Leistungstief milden, so dass Mitarbeiter:innen bei Nacht produktiver sind. Allerdings kann Nachtarbeit weitere Nachteile mit sich bringen, etwa gesundheitliche Risiken (u. a. Schlafstörungen, Störungen des Magen-Darm-Traktes oder Appetitlosigkeit).

  • Flexibilität und Transparenz für Kunden: Arbeiten Reinigungskräfte während der Betriebszeit, sind sie besser in das Tagesgeschehen integriert. Sie können flexibel auf anfallende Reinigungsarbeiten reagieren und erfahren Anerkennung für ihre Tätigkeit. Kund:innen haben mehr Transparenz und können Anliegen direkt mit der Reinigungskraft besprechen.

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Fazit

Das Daytime Cleaning bietet Reinigungspersonal und Kunden viele Vorteile. Nachteile der Tagesreinigung wie laute Reinigungsgeräte oder Putzmittelgeruch lassen sich relativ leicht beheben – etwa durch Technik oder Koordination. Die Vorteile des Daytime Cleaning überwiegen in vielen Fällen. Die Nachtarbeit birgt für Reinigungspersonal starke Nachteile wie eine schlechtere Work-Life-Balance oder gesundheitliche Risiken. Reinigungsfirmen, die Tagesreinigung anbieten, haben oft bessere Chancen im Recruiting qualifizierten Personals. Ihre Kunden profitieren von mehr Flexibilität und Transparenz bei der Tagesreinigung. Spontanverschmutzungen lassen sich schnell beseitigen. Für alle Parteien bietet die Reinging am Tag also Vorteile. Das Wissen um diese Vorteile kann die Bereitschaft erhöhen, Tagesreinigung zumindest tageweise einzuführen. Zusätzlich sind Zusatzreinigungen außerhalb der Betriebszeiten möglich.

Quelle Foto: © Africa Studio / Adobe Stock

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