Studie zur Candidate Experience: Was erwarten Bewerber?

verfasst von zvoove, 19.09.2018
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25.000 Jobsuchende befragt

Wie schaffen es Unternehmen, eine positive Candidate Experience zu generieren? Welche Auswirkungen haben die Erfahrungen der Bewerber im Bewerbungsprozess auf die Beziehung zum Unternehmen? Der aktuelle EMEA Candidate Experience Research Report von Talent Board beleuchtet Fragen zum Verhalten und den Erwartungen von Kandidaten. Der Report zeigt, was Unternehmen mit einer exzellenten CandEx auszeichnet und kann als Benchmark herangezogen werden. Insgesamt** 25.000 Jobsuchende** wurden dafür befragt. Als Top-Arbeitgeber wurden Unternehmen gekürt, die ein positives Gesamtrating für die Candidate Experience erhielten. Die Wahrscheinlichkeit einer Wiederbewerbung und Weiterempfehlung durch den Bewerber sind bei Spitzenarbeitgebern hoch.

 

Warum ist die Candidate Experience ein Thema?

Ist Candidate Experience nur ein Buzzword? Warum sollten Arbeitgeber die Erfahrung ihrer Kandidaten im Bewerbungsprozess verbessern? Um diese Fragen zu beantworten, lohnt sich ein Blick auf die Auswirkungen einer positiven und negativen Bewerbererfahrung. In der Studie bewerteten die Kandidaten den Bewerbungsprozess anhand einer Likert-Skala von 1 (sehr negativ) bis 5 (sehr positiv). 65 % der Bewerber mit einem 5-Sterne Gesamtrating würden sich erneut bewerben, das Unternehmen weiterempfehlen oder dessen Produkte kaufen. 43 % hingegen, die negative Erfahrungen machten, gaben an, ihre Produkte künftig woanders zu kaufen und ihre Verbindung zum Unternehmen abzubrechen – für die Unternehmen könnte dies mit Umsatzverlusten einhergehen. Über die Hälfte der Kandidaten mit Negativerfahrungen würden diese mit ihrem engeren Bekanntenkreis teilen. Dass sie das Unternehmen weiterempfehlen, ist für über drei Viertel von ihnen (sehr) unwahrscheinlich. Fast** 100 %** der Kandidaten mit einer positiven Candidate Experience hingegen sehen eine Weiterempfehlung als (sehr) wahrscheinlich an. Über drei Viertel von ihnen sprechen über ihre Erfahrungen mit nahen Bekannten. Online teilen über die Hälfte ihrer Erfahrungen, z. B. in Arbeitgeberbewertungsportalen wie kununu und glassdoor oder über die sozialen Medien. Aber auch ein Drittel der Bewerber mit einer negativen Candidate Experience macht seine Erfahrung öffentlich.

 

Warum brechen Kandidaten den Bewerbungsprozess ab?

Gründe für einen Abbruch des Bewerbungsprozesses gibt es viele. Jeder Kontaktpunkt in der Candidate Journey kann die Abbruchwahrscheinlichkeit erhöhen, zum Beispiel eine unübersichtliche Karriereseite oder Hürden bei der Online Bewerbung wie ein Log-in-Zwang und lange Bewerberformulare. Eine kritische Phase ist das Vorstellungsgespräch: 38 % der in der Studie befragten Kandidaten gaben an, ihre Bewerbung abzubrechen, weil ihre** Zeit nicht wertgeschätzt** wurde (z. B. durch Unpünktlichkeit seitens der Interviewer). Etwa ein Viertel empfand den Bewerbungsprozess als zu lang. 13 % bemängelten, dass die Stellenbeschreibung von der Jobbeschreibung im Vorstellungsgespräch abgewichen sei. Etwa einer von 10 bricht eine Bewerbung ab, wenn die Unternehmenskultur nicht passt oder die Kommunikation mit Recruitern oder Personalchefs schlecht verläuft. Ein Gehalt, das den eigenen Erwartungen nicht entspricht, ist nur für 6 % ausschlaggebend.

 

Welche Kanäle und Inhalte bevorzugen Bewerber?

Die Kanäle, die Bewerber für ihre Jobsuche und die Bewerbung nutzen, unterscheiden sich je nach Zielgruppe und individuellen Präferenzen. Die Studie hat einige Channels und Inhalte identifiziert, die ein Großteil der Kandidaten bevorzugt. Die Karriereseite ist der am häufigsten genutzte Recherchekanal für Bewerber: 61 % informieren sich dort über Vakanzen, Arbeitgeberleistungen, die Unternehmenskultur etc. Etwa die Hälfte recherchiert über LinkedIn und ein Drittel sucht in Online-Gruppen (z. B. über Google+) nach Informationen. Für 28 % spielen Empfehlungen eine wichtige Rolle im Informationsfindungsprozess. Ein Fünftel informiert sich in Arbeitgeberbewertungsportalen. Um immer über aktuelle Vakanzen informiert zu bleiben, abonniert ein Viertel Job-Newsletter. Die wichtigsten Inhalte zum Unternehmen sind für über die Hälfte der Kandidaten die Unternehmenswerte. 49 % wünschen sich** Informationen zu den Produkten und Dienstleistungen** des potenziellen Arbeitgebers und 44 % zu dessen Unternehmenskultur. Ein Drittel orientiert sich an Mitarbeiter-Testimonials, um den Arbeitgeber beurteilen zu können. Von Interesse sind vor allem die Fragen, warum Mitarbeiter in einem Unternehmen arbeiten und warum sie dort langfristig bleiben wollen. Ein Fünftel der Kandidaten würde sich über Mitarbeiter- oder Recruiter-Blogs freuen. 21 % möchten Informationen zum Thema Corporate Social Responsibility: Zeigt das Unternehmen gesellschaftliches Engagement oder engagiert es sich für Nachhaltigkeit? Eine FAQ-Sektion fänden 19 % der Jobsuchenden hilfreich. Was den Job-Content angeht, orientieren sich 60 % besonders an der Jobbeschreibung (z. B. Aufgaben, Anforderungen, Fähigkeiten). Über die Gehaltsspanne will ein Drittel der Kandidaten informiert werden. 27 % wünschen sich Informationen zu den gebotenen Benefits sowie Angaben zu einer** exemplarischen Karrierelaufbahn** im Unternehmen. Für ein Viertel der Befragten ist eine Übersicht über den Rekrutierungsprozess wichtig. 18 % legen Wert auf Kontaktinformationen, um Recruiter kontaktieren zu können. Über Tipps von Recruitern zum Bewerbungsprozess würden sich 17 % der Kandidaten freuen. 

 

 

Fazit

Die Erfahrung von Kandidaten im Bewerbungsprozess kann die Beziehung zu einem Unternehmen beeinflussen. Bewerber mit positiven Erfahrungswerten empfehlen ein Unternehmen mit höherer Wahrscheinlichkeit weiter und würden sich dort eher erneut bewerben. Ihre Erfahrungen teilen sie zu einem großen Teil mit dem engeren Bekanntenkreis. Bewerber mit Negativerfahrungen hingegen würden sich höchstwahrscheinlich nicht noch einmal bewerben und z. T. keine weiteren Produkte mehr von dem Unternehmen beziehen. Einen Bewerbungsabbruch ziehen sie unter anderem in Betracht, wenn ihre Zeit von Recruitern nicht wertgeschätzt wird oder sie den Bewerbungsprozess als zu lang empfinden. 

 

Quelle Foto: Fotolia © Photographee.eu

 

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