Gebäudereinigung ist Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk

verfasst von zvoove, 05.01.2022
keyboard_arrow_left Zurück zur Übersicht Die Gebäudereinigung ist laut BIV Branchenreport 2022 das beschäftigungsstärkste Handwerk

Gebäudereiniger-Handwerk: BIV veröffentlicht Branchenreport 2022

Der neue Branchenreport vom Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) trägt den aussagekräftigen Namen „Beschäftigungsstark – Systemrelevant – Zukunftsfest“. Auf 8 Seiten unterfüttert der Report diesen Titel mithilfe von grafisch aufbereiteten Zahlen und Fakten. Der Bericht liefert interessante Einblicke, z. B. in die Entwicklung der Branche, das Image der Gebäudereinigung, Zukunftstrends und vieles mehr. Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich kommentierte den Report mit den hoffnungsvollen Worten „Wenn der neue Branchenreport zu einem Mehr an Sachlichkeit und einem Weniger an Klischees beitragen würde, dann hätte er seine Aufgabe erfüllt. In das neue Jahr 2022 starten wir daher mit dieser Fakten-Offensive.“

Deutschlands beschäftigungsstärkstes Handwerk

700.000 Mitarbeiter deutschlandweit machen die Gebäudereiniger-Branche zum beschäftigungsstärksten Handwerk. Diese verteilen sich auf 27.545 Betriebe und erwirtschaften 19,34 Milliarden Euro Umsatz. Im Berichtszeitraum von 2008-2019 zeigt sich eine extrem dynamische Entwicklung: Die Gebäudereinigung verzeichnete demnach ein Wachstum an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von rund 47,6% (im Gesamt-Handwerk waren es 15,4%). Damit entfielen 23,7% aller neuen sozialversicherungspflichten Arbeitsplätze im Handwerk auf die Gebäudereinigung.

SV-Beschäftigung in der Gebäudereinigung steigt

Zum 01.01.2021 trat der neue bundeseinheitliche Tarifvertrag für das Gebäudereiniger-Handwerk in Kraft. Er regelt einen dreistufigen Anstieg des Branchenmindestlohns, der wie folgt gestaffelt ist:

Mindestlohn Lohngruppe 1

Seit Januar 2021: 11,11€
ab 01.01.2022: 11,55€
• ab 01.01.2023: 12€

Mindestlohn Lohngruppe 6 (Glas- und Fassadenreinigung)

Seit Januar 2021: 14,45€
• ab 01.01.2022: 14,81€
• ab 01.01.2023: 15,20€

Auch in allen anderen Lohngruppen sind Steigerungen in drei Stufen vereinbart. Diese tariflichen Regularien ließen die Anzahl von sozialversicherungspflichtigen Mitarbeitern auf rund 47,6% ansteigen. Parallel dazu verzeichnet der Branchenreport 4,5% weniger Minijobs in der Gebäudereinigung.

Gebäudereinigung bietet Chancen für alle Menschen

Das Gebäudereiniger-Handwerk hat eine integrative Funktion auf dem Arbeitsmarkt. Unabhängig von Herkunft, Bildungsgrad, Vorerfahrung etc. bietet es Menschen tolle Ein- und Aufstiegschancen. Das spiegelt sich auch statistisch wider: Im September 2020 hatten rund 57,2% aller SV-Beschäftigten in der Gebäudereinigung keinen Berufsabschluss/einen nicht bekannten Abschluss. Weiterhin konnten 40,1% der Angestellten keinen deutschen Pass vorweisen. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft waren lediglich 22,1% der sozialversicherungspflichtigen Angestellten ohne Abschluss und nur 12,9% ohne deutsche Papiere.

96% der Befragten halten Gebäudereinigung für (sehr) wichtig

Nie zuvor hatte das Thema Hygiene einen derart hohen Stellenwert wie in diesen pandemischen Zeiten. Die Reinigung von Büros, Krankenhäusern, Pflegeheimen etc. trägt ganz essenziell zum Gesundheitsschutz von Mitarbeitern bei. Die coronabedingte Sensibilisierung mit diesem Thema führte laut Report zu einem besseren Image der Gebäudereinigung: 2020 gaben 96% der von Forsa Befragten an, dass sie diese Branche als sehr wichtig oder wichtig betrachten. Hinzu kommt der häufigere Einsatz von Daytime Cleaning, da vermehrt auch tagesüber gereinigt werden muss. Das führt einerseits zu mehr Sichtbarkeit und andererseits bietet es Vorteile im Recruiting, da viele potenzielle Mitarbeiter familienfreundliche Arbeitszeiten als attraktiv empfinden.

Mehr zum Thema Daytime Cleaning in unserem Beitrag Pro und Contra der Tagesreinigung

Diversifizierung in der Gebäudereinigung bietet Beschäftigten viele Chancen

Der große Wettbewerbsdruck unter Gebäudedienstleistern führte in der Vergangenheit zu einer massiven Diversifizierung des Leistungsangebots. Längst reicht das Tätigkeitsspektrum dieser Branche über klassische Reinigungsarbeiten hinaus. Von der typischen Gebäudereinigung sowie infrastrukturellen Zusatzleistungen über technisches und kaufmännisches Gebäudemanagement bis hin zum ganzheitlichen Facility Management. Diese Weiterentwicklung sorgte neben neuen Beschäftigungsmöglichkeiten auch für gestiegene Umsätze. Das Statistische Bundesamt ermittelte in der Gebäudereinigung zwischen 2008 und 2020 einen Umsatzzuwachs von 74,7%. Das Gesamt-Handwerk erwirtschaftete ein Umsatzplus von rund 47,9%.

Gebäudereinigung profitiert von Digitalisierung & Robotik

Seifenspende-Sensoren, die Alarm schlagen, wenn diese aufgefüllt werden müssen. Drohnen für das Reinigen schwer erreichbarer Gebäudeteile. Robotik und Digitalisierung verändern das Handwerk und machen es zum Innovationstreiber. Dienstleister profitieren künftig von den neuen technischen Standards und bieten dennoch zukunftssichere Jobs. Die Bundesagentur für Arbeit ermittelte 2021, dass nur 3 von 10 Tätigkeiten in der Gebäudereinigung automatisierbar sind – In anderen Bereichen wie Verkäufer/in sind es 5 von 6. Während Reinigungsdrohnen (noch) Zukunftsmusik sind, profitieren Dienstleister schon jetzt von digitalisierten Prozessen. Ganzheitliche Software wie zvoove vereint alle To-dos von Gebäudedienstleistern in einer sicheren Lösung. Von der Objekt- und Auftragsverwaltung über die Kommunikation und Einsatzplanung bis hin zur Zeiterfassung und Lohnabrechnung: Hier laufen alle Fäden zusammen und automatisieren ganz einfach wiederkehrende Aufgaben.

Fazit

Die Gebäudereinigung stellt eine tragende Säule unserer Gesellschaft dar, weil kaum ein Betrieb ohne sie auskommt. Ob Industriereinigung, Schulen, Glas- und Fassadenreinigung, Flughäfen oder Krankenhäuser: Hygiene und Sauberkeit sind die Grundlage von diversen alltäglichen Prozessen. Diese Vielfältigkeit macht die Gebäudereinigung zu Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk – mit integrativem Charakter. Künftig wird die Branche von digitalen Innovationen profitieren und dennoch ein zukunftssicheres „people‘s business“ bleiben. Durch die Corona-Pandemie ist die Relevanz der Gebäudereinigung nun endlich auch im kollektiven Bewusstsein angekommen, wie auch Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich im Zuge des Reports resümierte: „Die Pandemie hat unserer Branche ein Plus an Relevanz und Image eingebracht.“

Quelle Foto: © alfa27 / Adobe Stock

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