Azubi-Report 2021: Was verrät der Report Unternehmen für Dein Azubi-Recruiting?

verfasst von zvoove, 02.06.2021
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Warum entscheiden sich Jugendliche für eine Ausbildung?

Die Frage, warum sich junge Menschen für eine Ausbildung entscheiden, ist für Unternehmen wichtig. Der azubi.report 2021 von Ausbildung.de hat untersucht, was Jugendliche an einer Ausbildung wertschätzen. Warum sind die Erkenntnisse hilfreich? Zum einen können Unternehmen die Entscheidungsgründe im Azubi-Recruiting aufgreifen. Zum anderen können sie darauf hinwirken, dass ihr Ausbildungsangebot den Vorstellungen ihrer Azubis entspricht. Falsche Vorstellungen über die Ausbildung sind ein häufiger Grund für den Ausbildungsabbruch. Über die Hälfte der Azubis entscheidet sich für eine Ausbildung, um gute Zukunftschancen zu haben. Damit verbunden sind Sicherheit, finanzielle Unabhängigkeit und eine Perspektive im Leben. Einen sicheren Job zu finden, ist fast 70 % der Jugendlichen wichtig. Entsprechende Werte können aufgegriffen werden, um Azubis anzuwerben. Fast 50 % der Auszubildenden verspricht sich, praktisch arbeiten zu können. Etwa 37 % wollen erstmal Praxiserfahrung sammeln. Hinzu kommt, dass einer von 5 Azubis die Ausbildung einem Studium vorzieht, weil ihnen die Uni zu theoretisch ist. Der Praxisanteil spielt also eine sehr große Rolle in der Entscheidung. Unternehmen tun gut daran, Schülerpraktika anzubieten: Ein Viertel der Azubis hat bei einem Praktikum entdeckt, dass die Ausbildung das Richtige für sie ist.

Bedürfnisse der Auszubildenden

Neben einem sicheren Job wünschen sich Jugendliche vor allem eine gute Work-Life-Balance (ca. 62 %). Arbeit und Freizeit sollen in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen. Rund 67 % würden gern mit ihren Freunden zusammenarbeiten bzw. zur Arbeit gehen. Eine Freundschaft mit Kollegen ist für etwa die Hälfte wichtig. Das soziale Leben und gute Beziehungen auf der Arbeit scheinen für die Azubis eine große Rolle zu spielen. Unternehmen können z. B. Team-Events anbieten oder attraktive Pausenräume schaffen (zumindest für die Post-Corona-Zeit). Neben Sozialkontakten auf der Arbeit legen Jugendliche Wert auf familiäre Beziehungen. Mehr als die Hälfte wünscht sich eine Familie. Auch deshalb ist die Work-Life-Balance wichtig. Familienfreundliche Arbeitgeber können bei vielen Azubis punkten. Ein gutes Gehalt spielt für die Hälfte der Azubis eine wichtige Rolle – dies dürfte auch in dem Wunsch nach guten Zukunftschancen zum Ausdruck kommen. Gehaltsangaben in der Stellenanzeige für die jeweiligen Ausbildungsjahre geben den Bewerbern eine Orientierung. Auch künftige Gehaltschancen nach der Ausbildung können spezifiziert werden. Für über 40 % der Azubis sind Selbstverwirklichung und Karriere wichtige Wünsche für ihre Zukunft. Eine Angabe möglicher Übernahme- und Aufstiegschancen kann sinnvoll sein.

Warum brechen Azubis die Ausbildung ab?

Auch diese Frage ist zentral. Ausbildungsabbrüche sind teuer: Unternehmen müssen erneut rekrutieren, was Kosten und Personalaufwand verursacht. Ein Viertel der Jugendlichen bricht die Ausbildung aus privaten Gründen ab – hier lässt sich nicht viel tun. Was genau unter privaten Gründen zu verstehen ist, bleibt unklar. Etwa einer von 4 Auszubildenden beendet die Ausbildung, weil sie keinen Spaß macht. Die Aufgaben sagen ihnen nicht zu. Fast ebenso viele brechen ab, weil sie andere Vorstellungen hatten. Dem können Unternehmen entgegenwirken. Sie können z. B. Praktika anbieten, in denen Schüler Aufgabenbereiche kennenlernen. Auch ein Schnuppertag ist möglich. Im Rahmen des Azubi-Recruitings sollten Aufgaben möglichst konkretisiert werden. Vielleicht bieten sich Probearbeitstage an. Falsche Versprechungen in der Stellenanzeige wecken falsche Vorstellungen. Hier gilt es eine Balance zu finden zwischen Arbeitgeberattraktivität und Realismus. Etwa einer von 5 Auszubildenden beendet die Ausbildung wegen Problemen mit Vorgesetzten. Auch hier können Unternehmen etwas tun, etwa regelmäßige Feedbackgespräche anbieten. Schade ist, dass etwa 40 % nur teilweise oder gar nicht mit der Ausbildung zufrieden sind. Mehr als die Hälfte ist zumindest zum Teil abgeneigt, den Beruf nach der Ausbildung weiter auszuüben.

Betriebsklima: wichtig für die Zufriedenheit

Ein gutes Betriebsklima kann dafür sorgen, dass Azubis gern zur Arbeit gehen und sich wohl fühlen. Laut Azubi-Report hat mehr als die Hälfte der Jugendlichen Angst davor, Fehler zu machen. Etwa die Hälfte gibt an, nur zum Teil oder keinen Respekt von Vorgesetzten zu erhalten. Einige Azubis bemängeln, nur z. T. ausreichend Unterstützung zu erhalten oder keinen festen Ansprechpartner bei Problemen zu haben. Unterstützung, eine gute Beziehung zu Vorgesetzten und anderen Kollegen sind wichtig für das Wohlbefinden im Betrieb. Auf die Frage, was Azubis am meisten an ihrem Arbeitgeber zu schätzen wissen, lautet die Antwort für etwa zwei Drittel gute Kollegen und gute Stimmung.

Vielversprechende Wege für Recruiting und Employer Branding

Auszubildende sind begehrt: Über 92 % erhalten mehrere Zusagen und rund die Hälfte musste weniger als 6 Bewerbungen schreiben. Ein beliebter Weg zur Ausbildung ist das Schülerpraktikum: über ein Drittel hat den Ausbildungsberuf über ein solches Praktikum kennengelernt. Die meisten Azubis informieren sich über den Arbeitgeber über Ausbildungsplattformen (ca. 67 %), gefolgt von der Unternehmenswebsite (ca. 62 %) und Google (ca. 55 %). Stellenbörsen nutzen rund 40 %, soziale Netzwerke etwa ein Drittel. Die meisten Azubis bewerben sich per E-Mail (ca. 43 %), etwa ein Drittel schriftlich und rund 24 % per Online-Bewerbungsformular. Die Social-Media- oder WhatsApp-Bewerbung ist weniger angesagt. Auch die mobile Bewerbung per Smartphone hat sich noch nicht etabliert (ca. 8 %). Die wichtigsten Unterstützer bei der Ausbildungssuche sind Eltern und Familie (ca. 56 %) und Freunde (ca. 31 %). Eine gute Nachricht: Azubis sind mit der Feedbackzeit von Unternehmen größtenteils zufrieden. Etwa die Hälfte erhält spätestens nach einer Woche eine Rückmeldung. Der Bewerbungsprozess ist meist nach weniger als 4 Wochen beendet.

Warum brechen Azubis die Bewerbung ab?

Auffällig ist, dass etwa die Hälfte der Azubis den Bewerbungsprozess abbricht. Über zwei Drittel der Kandidaten merken im Bewerbungsprozess, dass die Ausbildung nicht zu ihnen passt. Über ein Viertel entscheidet sich für ein besseres Angebot. Ebenso viele brechen ab, weil sie sich nicht auf den nächsten Bewerbungsschritt vorbereitet gefühlt haben Hier können Unternehmen etwas tun, indem sie regelmäßig Feedback zum Bewerbungsprozess geben. Ein kritischer Punkt sind Online-Formulare: Über 50 % haben eine Bewerbung abgebrochen, weil das Formular zu kompliziert war, sie ihre Unterlagen nicht hochladen oder sich nicht registrieren konnten. Kurze Formulare möglichst mit Autocomplete und Bewerbungen ohne Registrierungszwang sind ratsam. Bestenfalls gibt es einen CV-Parser der Bewerberdaten ausliest und automatisch überträgt.

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Fazit

Das Azubi-Recruiting gelingt am besten, wenn Unternehmen über die Wünsche und Stressfaktoren von Auszubildenden Bescheid wissen. Laut azubi.report 2021 ist es Jugendlichen wichtig, einen sicheren Job mit Zukunftschancen zu haben. Wert legen sie auf gute Beziehungen zu Arbeitskollegen und eine angemessene Work-Life-Balance. Viele entscheiden sich für eine Ausbildung, weil ihnen der hohe Praxisanteil zusagt. Allerdings hat rund ein Viertel der Azubis keinen Spaß an seinen Aufgaben, einige haben Angst vor Fehlern und fühlen sich von Vorgesetzten zu wenig unterstützt. Die Zahl der Bewerbungsabbrüche ist relativ hoch, was u. a. an zu umständlichen Formularen, Registrierungsproblemen oder alternativen Angeboten liegt.

Quelle Foto: © alfa27 / Adobe Stock

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