Candidate Journey

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Die Candidate Journey beschreibt den Weg, den ein Kandidat vom ersten Berührpunkt mit einem Arbeitgeber bis zum Onboarding nimmt. Das Konzept ist für Recruiter ein wichtiges Instrument, um die Erfahrung des Kandidaten (Candidate Experience) in allen Interaktionspunkten zu optimieren und eine hohe Konversionsrate zu erzielen: Die Konversion von einem Interessenten in einen Bewerber und künftigen Mitarbeiter soll möglichst reibungslos, d. h. ohne Hürden im Bewerbungsprozess funktionieren. Die Candidate Journey ermöglicht es, potenzielle Hindernisse in den einzelnen Phasen der Kandidatenerfahrung zu identifizieren und zu eliminieren.

 

Die wichtigsten Kontaktpunkte 

  • Orientierung und Recherche: Für Jobsuchende beginnt die Candidate Journey meist mit der Jobrecherche. Einer der häufigsten Kanäle sind Online-Jobbörsen oder Karriereseiten der Unternehmen, auf denen sich Bewerber über den Arbeitgeber, Karrieremöglichkeiten und freie Stellen informieren. Aber auch Suchmaschinen wie Google oder Social-Media-Plattformen (z. B. Facebook Job-Feature) gehören zu den Channels. Die Karrierepage ist ein wichtiger Kontaktpunkt: Über die Online-Präsenz können Arbeitgeber einen Einblick in das Unternehmen vermitteln und relevante Informationen bündeln, die den Interessenten bei seiner Entscheidung unterstützen. Bewerber finden hier Informationen zu Produkten/Dienstleistungen, Unternehmenskultur und -werten, Sozialleistungen, Benefits und den Arbeitsalltag im Betrieb. Stellenanzeigen sollten für den User schnell auffindbar und aussagekräftig sein. Damit die Stellenausschreibung im Internet treffsicher zu finden ist, sollte sie SEO-optimiert sein – das betrifft insbesondere den Stellentitel.

Für passive Kandidaten greifen Unternehmen eher auf Job-Banner oder Direktansprache (Active Sourcing) zurück. Daher unterscheiden sich die Kontaktpunkte für aktive und passive Kandidaten.

  • Bewerbung: Der Kandidat ist nach der Recherche zu einem positiven Ergebnis gekommen und beschließt, die Bewerbung einzusenden – in der Regel erfolgt dies per E-Mail oder Online-Bewerbung. Hier lauern verschiedene Hürden, die den Bewerbungsprozess verkomplizieren könnten, etwa lange Ladezeiten, Fehlermeldungen, ein zu geringes Datenlimit für Anhänge, langwierige manuelle Eingaben usw. Die Bewerbung sollte so intuitiv wie möglich sein, um den Kandidaten nicht zu vergraulen, z. B. eine Bewerbung per Action-Button („jetzt bewerben“). Viele Bewerber schätzen es, sich mobil bewerben zu können – das geht schnell und funktioniert von unterwegs aus.
  • Auswahlverfahren: Kurze Feedbackzeiten sind ein wichtiger Faktor für eine positive Candidate Experience: Je schneller die Zu- oder Absage zum weiteren Auswahlverfahren, desto besser. Je nach Vakanz erfolgt das Verfahren z. B. mittels Bewerbungsgespräch, Telefoninterview, Arbeitsprobe oder eignungsdiagnostischen Verfahren wie einem Assessment Center (AC).
  • **Entscheidung: Auch hier gilt: eine schnelle Rückmeldung wird von Bewerbern gern gesehen. **Sind Kandidaten dabei, die ggf. für eine zukünftige Vakanz in Frage kommen, können Unternehmen diese bei schriftlicher Einwilligung in den Talentpool aufnehmen und im Zuge des Talent Relationship Managements weiter kontaktieren.
  • **Onboarding: Das Onboarding spielt eine wichtige Rolle bei der Einführung des neuen Mitarbeiters in das Unternehmen. **Die fachliche Integration erfolgt bspw. anhand eines Einarbeitungsplans und eines Mentors, der dem neuen Kollegen zur Seite steht. Die kulturelle Eingliederung hat die Funktion, dem Mitarbeiter die Unternehmenskultur näher zu bringen. Die soziale Integration fördert den kollegialen Rückhalt.

 

Ziele der Candidate Journey Gestaltung 

Eine wohlkonzeptionierte Candidate Journey optimiert die Erfahrung eines Bewerbers im Bewerbungsprozess und darüber hinaus – also in allen Phasen der Candidate Journey. Der Prozess soll für Kandidaten möglichst intuitiv und informativ verlaufen: Barrieren wie ein unnötiger Log-in Zwang bei der Online-Bewerbung, lange und manuell auszufüllende Formulare, fehlende Informationen in der Stellenanzeige u. v. m. sollen eliminiert werden, um eine reibungslose Candidate Journey zu ermöglichen. Dies kann viele positive Effekte entfalten:

  • Konversionsrate: Die Abbruchquote im Bewerbungsprozess lässt sich durch Abbau von Hürden minimieren. Interessenten, die von Beginn an positive Erfahrungen mit dem potenziellen Arbeitgeber sammeln, lassen sich mit höherer Wahrscheinlichkeit in Bewerber konvertieren und diese wiederum werden leichter zu Mitarbeitern. Dies gelingt besser, wenn das Unternehmen alle Touchpoints in der Candidate Journey zielführend gestaltet.
  • Employer Branding: Eine positive Erfahrung im Bewerbungsprozess kann sich herumsprechen: Auf Arbeitgeberbewertungsportalen wie kununu haben Kandidaten die Möglichkeit, ihre Erfahrung zu bewerten. Per Sternerating erteilen sie Bewertungen zum Prozess vor, während und nach dem Bewerbungsgespräch, z. B. zur Reaktionszeit von Recruitern, zur Professionalität des Vorstellungsgesprächs oder zur zeitgerechten Ab- oder Zusage. Auch offline können Erfahrungen durchsickern, die z. B. mit dem Freundeskreis geteilt werden. Eine Weitergabe positiver Erfahrung kann als Empfehlungsmarketing unter Bewerbern fungieren und eine starke Employer Brand kann die Chancen auf Bewerbungseingänge erhöhen. Eine negative Candidate Experience hingegen kann zu schlechten Arbeitgeberbewertungen und ggf. zu Rufschädigungen führen. Nicht zu vergessen ist, dass sich die Arbeitgeberreputation nicht nur auf Bewerber, sondern auch auf die Mitarbeiter auswirken kann: Positive Bewertungen rücken den Arbeitgeber auch intern in ein besseres Licht.
  • **Arbeitgeber-Arbeitnehmer Beziehung: **Unternehmen, die vom ersten Kontaktpunkt mit dem Bewerber einen positiven Eindruck hinterlassen, legen einen soliden Grundstein für die zukünftige Beziehung zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter. Nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für den Kandidaten zählt der erste Eindruck im Bewerbungsprozess. Die Candidate Journey bietet für Unternehmen die Chance, die Beziehung von Anfang an mitzugestalten – ein Prozess, der nicht abrupt mit der Einstellung des Kandidaten endet. Das Onboarding beispielsweise ist eine wichtige Komponente der Candidate Journey.

Optimierung der Candidate Journey im E-Recruiting

Der Recruiting-Prozess sollte für den Kandidaten so einfach und intuitiv wie möglich verlaufen – angefangen beim ersten Kontaktpunkt bis zum Onboarding. Eines der wichtigsten Bausteine für eine positive Candidate Experience sind schnelle Feedbackzeiten: Moderne E-Recruiting-Software bietet die Möglichkeit, Reaktionszeiten zur verkürzen und die Kommunikation mit Kollegen und Kandidaten zu erleichtern. So lassen sich beispielsweise **automatisierte E-Mails **(Bewerbungseingang, Einladungen, Zu-/Absagen) verschicken oder anstehende Schritte schnell per Teamkollaboration abstimmen. Der Entscheidungsprozess kann bspw. durch einen Matching-Algorithmus für eine schnellere Vorselektion von Kandidaten und damit ein zeitnahes Feedback gestützt werden. Ein hochentwickeltes Bewerbermatching ist frei konfigurierbar und berücksichtigt Angaben wie Skills und Rahmenbedingungen (Gehaltsvorstellungen…). Per E-Recruiting-Software können Recruiter passende Stellenanzeigen im eigenen CI erstellen und diese in gewünschten Job-Portalen streuen. Sehr schnell funktioniert dies per Multi-Channel-Posting: Die Anzeige wird per Mausklick in mehreren Jobbörsen gleichzeitig gestreut und muss nicht separat hochgeladen werden. Damit die Bewerbung für Kandidaten so einfach wie möglich ist, können Recruiter intuitive Bewerbungsformulare definieren und CV-Parsing zur Verfügung stellen: Der Bewerber lädt seinen Lebenslauf per Mausklick in die Online-Bewerbermaske und der Parser liest diese automatisch aus, so dass die manuelle Eingabe entfällt. Gebündelt können diese Funktionen starke Effekte auf die Candidate Experience auswirken und ermöglichen eine positive Gestaltung der Candidate Journey.

 

Fazit

Die Candidate Journey beschreibt den Weg des Kandidaten im Bewerbungsprozess, angefangen beim ersten Kontakt mit einem Arbeitgeber. Idealtypisch verläuft die Reise des Kandidaten über die erste Recherche/Orientierung über die Bewerbung, Auswahlverfahren und Entscheidung bis hin zum Onboarding. Eine angenehme Candidate Journey kann viele Vorteile haben, beispielsweise eine höhere Konversion, positive Effekte auf die Employer Brand und die künftige Arbeitgeber-Arbeitnehmer Beziehung.

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