Blended Learning

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Der Begriff Blended Learning bedeutet übersetzt so viel wie „gemischtes Lernen“. Gemeint ist die sinnvolle Kombination von klassischen und modernen Bildungsangeboten – also die Verbindung zwischen Präsenzseminaren und E-Learning-Modulen. Ziel ist es, die jeweils besten Eigenschaften der beiden Lernmethoden so einzusetzen, dass ein größtmöglicher Erfolg erzielt wird. Diese Verschmelzung hat den Vorteil, dass sie die typischen Probleme beider Fortbildungsmöglichkeiten umgeht: So kann im Präsenzunterricht mit einer großen Teilnehmerzahl z.B. oft nicht individuelle Probleme des Einzelnen eingegangen werden. Online-Seminare schwächeln dagegen häufig im persönlichen Kontakt und sozialem Austausch. Blended Learning fokussiert sich dagegen auf die Vorteile der jeweiligen Modelle. Zudem bietet der Bildungsmix einen hohen Grad der Individualisierung und Flexibilität, sodass persönliche Bedürfnisse und das Lernverhalten einzelner Teilnehmer berücksichtigt werden können. Trotz der Individualität und Personalisierung lassen sich fünf wiederkehrende Phasen des Belended Learnings erkennen:

  1. Aufmerksamkeit: Zielgruppengerechte Inhalte
  2. Lernen: Selbststudium
  3. Trainieren: Üben & praktikzieren
  4. Transfer: Das Gelernte in die Praxis übertragen
  5. **Etablierung: **Neues Wissen fest in Arbeitsalltag verankern

Für Firmen und Arbeitnehmer eröffnet sich mit Blended Learning eine ganz neue Bandbreite an flexibel einsetzbaren Weiterbildungsmöglichkeiten.

Blended Learning: Formen & Modelle

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Formen, die individuell miteinander kombiniert werden können:

  • E-Learning: Zeitpunkt, Pausen, Ort und Tempo können vom Lernenden selbst festgelegt werden
  • **Live E-Learning: **Live Webinare zu festen Terminen ermöglichen den direkten Austausch mit Referenten, um z.B. Fragen zu stellen
  • Klassischer Präsenzunterricht: Seminar, Vorlesung oder Diskussionsrunde finden zu einer festen Zeit an einem festen Ort statt

Aus allen drei Formen wird ein zusammenhängendes Lernerlebnis geschaffen – was sich an den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Teilnehmer ausrichtet. Experten empfehlen außerdem, den Methodenmix des Blended Learnings mit einer Art Kickoff-Präsenzseminar zu beginnen. Teilnehmer und Referenten haben so die Möglichkeit sich kennenzulernen, (organisatorische) Fragen sowie den Ablauf zu klären und den technischen Part der virtuellen Seminare zu besprechen, um den reibungslosen Ablauf der virtuellen Module zu gewährleisten. Deren Einsatz und Kombination muss sich am jeweiligen Bedarf der Mitarbeiter ausrichten. Die oben genannten drei Formen finden sich beim Blended Learning in folgenden Modellen wider:

  • Rotations-Modell: Struktur und Ablauf der Online- und Präsenzseminare sind vom Referenten vorgegeben, zwischen den verschiedenen Lernmodalitäten wird gewechselt. Beispiel: Ein Präsenzseminar wird mit Onlineinhalten angereichert.
  • Flexmodell: Hier werden Inhalte hauptsächlich digital vermittelt. Parallel findet die intensive Betreuung durch einen Lehrenden statt.
  • Self-Blend-Model: Sofern Lernende das Präsenzangebot um einen Online-Kurs bei einem anderen Anbieter erweitern, spricht man vom Self-Blend-Modell.
  • Enriched-Virtual-Model: Ein Online-Kurs wird zu Beginn oder am Ende durch ein Präsenzseminar ergänzt.

Blended Learning: Vorteile für Arbeitgeber

Hoher Praxisbezug: Durch das Web Based Training (WBT) können gelernte Inhalte im Anschluss direkt praktiziert und vertieft werden. Individuell anpassbare E-Learning-Systeme machen es außerdem möglich, einen Unternehmensbezug herzustellen.

Weniger Ausfallzeiten: Arbeitnehmer, die während der Arbeitszeit an einem WBT absolvieren, sind ad hoc abrufbar. Dank der virtuellen Aufzeichnungen kann die Sitzung jederzeit flexibel pausiert und fortgesetzt werden.

**Kostenersparnis: **Blended Learning Modelle fallen i.d.R. günstiger aus als klassische Fortbildungskosten, da Unternehmen keine bzw. weniger Reise-und Übernachtungskosten tragen müssen.

Bedarfsanalyse: Arbeitgeber können durch interne Nutzung von Lernplattformen prüfen, wo Nachholbedarf besteht. Unternehmen, die einen Blended Learning-Kurs anbieten, generieren im Verlauf der Fortbildung Daten aus Diskussionsforen und Fragestellung. Daran können Firmen anknüpfen, Wissenslücken füllen und so den langfristigen Unternehmenserfolg optimieren.

Arbeitgebermarke: Blended Learning ist ein relativ junges Phänomen, das meist an Universitäten Anwendung findet. Arbeitgeber, die den großen Nutzen schon jetzt erkennen und einsetzen, genießen einen entsprechenden Ruf auf dem Markt. Ein derartiges Angebot sollte unbedingt kommuniziert und von HR-Zuständigen als EVP-Argument genutzt werden.

Wissensmanagement: Durch die Ansammlung von Kursmaterialien können unternehmensspezifische Wissensbibliotheken angelegt und dauerhaft genutzt werden. Die digitalisierte Bereitstellung aller Materialien ermöglicht ein effizientes, internes Wissensmanagement.

**Personalmanagement: **Sofern eine große Bandbreite von Infomaterial intern vorliegt, können neue Mitarbeiter darauf zurückgreifen, was die Einarbeitungszeit verkürzt. Bereits vorhandene Webinare erleichtern das Onboarding ebenfalls und treiben es schneller voran.

Wie können Firmen Blended Learning integrieren?

Weiterbildungen sind stets gut investiertes Budget – Mitarbeiter empfinden auf diese Weise Wertschätzung, was die Beziehung zu ihrem Arbeitgeber positiv beeinflusst. Andererseits sichern Unternehmen sich auf diese Weise Fachkompetenz – die intern weitervermittelt werden kann. Von der Personalentwicklung wird allerdings stets erwartet, den Erfolg solcher Maßnahmen nachzuweisen. Parallel ist es oft der Wunsch vom Management, dass Mitarbeiter ihre Expertise erweitern, jedoch ohne mehr Budget zu investieren. Hier ist Blended Learning eine wirkungsvolle Maßnahme: Dank der digitalen Prozesse lassen sich Daten erheben, was den Erfolgsnachweis vereinfacht, darüber hinaus sind Blended-Learning-Angebote oft kostengünstiger als tagelange Präsenzseminare. Der einfachste Weg für die Integration von diesem Bildungsmix ist die Nutzung unternehmensspezifischer Plattformlösen, die schon ab 20 Euro im Monat gemietet werden können. Diese Plattformen haben den Vorteil, dass Materialien unterschiedlichster Dateiformate (Word, Power Point, Excel, pdf) untereinander ausgetauscht werden können. Einige Anbieter im Überblick:

  • Everskill
  • X-cell
  • Ars navigandi

Grundsätzlich finden Unternehmen passende Angebote in:

  • Seminarbörsen
  • Weiterbildungsfachzeitschriften
  • RKW 

Besonders gut eignen sich Blended-Learning-Angebote für Mitarbeiter, die viel unterwegs sind. Auch Arbeitnehmer in Teilzeit, im Homeoffice oder während der Familienphase profitieren von dem flexiblen Weiterbildungsmodell. Doch wie effektiv ist Blended Learning? Um das herauszufinden, hat das mmb-Institut einige E-Learning-Experten interviewt und sich nach deren Einschätzung erkundigt. Die Antwort auf die Frage „Wie wird innerhalb der nächsten drei Jahre in Unternehmen gelernt“ war bei mehr als 90 % „Blended Learning“. Das Institut wollte außerdem wissen, welche Themen und Inhalte künftig hauptsächlich durch den Bildungsmix in Unternehmen vermittelt werden:

  1. Produktschulungen
  2. Compliance
  3. Anwenderschulungen
  4. Arbeitssicherheit / Arbeitsschutz
  5. IT-Fachkompetenzen und –Anwendungen

 

Fazit

Viele Firmen tun sich schwer mit ihrer digitalen Transformation. Die Folge: Nur fünf Prozent der befragten Industrieunternehmen geben an, ihre digitalen Ziele zu erreichen. Das sagt zumindest die Die Studie „Von der Vision zur Transformation: Digitalisierung ist Chefsache“ der internationalen Managementberatung Bain & Company. Das macht sich auch durch große Vorbehalte gegenüber Blended Learning Angeboten bemerkbar, die viele Personalverantwortliche haben. Dabei liegen die Vorteile der Blended Learning-Methode auf der Hand: Durch die gezielte Kombination des klassischen vis-a-vis-Unterrichts mit E-Learning-Elementen profitieren Lernende von den Vorzügen beider Varianten. Da Flexibilität für Arbeitnehmer einen immer größeren Stellenwert einnimmt, kommt ihnen diese moderne Art der Weiterbildung entgegen – Motivation und Bereitschaft steigen also gleichermaßen. Unternehmen haben damit eine kostengünstige Alternative zu klassischen Fortbildungskursen, die meist Reisekosten und hohe Abwesenheitszeiten der Arbeitnehmer zur Folge haben. Und nicht zuletzt ist ein solches Weiterbildungsangebot ein starkes Argument bei der Suche nach Bewerbern.

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