Zeitarbeit in der Energiewende: Hohe Umsätze aus E-Mobilität

verfasst von zvoove, 22.12.2021
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Energiewende erfordert Fachkräfte

Die Zeitarbeit gilt als Indikator für Veränderungen von Wirtschaft und Arbeitsmarkt – zum Beispiel konjunkturelle Schwankungen. Eine steigende oder sinkende Nachfrage am Arbeitsmarkt macht sich in der Zeitarbeit oft bemerkbar. Auch politische Bestrebungen gehen nicht spurlos an der Branche vorbei. Ein wichtiger Faktor für Veränderungen am Arbeitsmarkt ist die bis 2045 angestrebte Klimaneutralität. Die Energiewende bringt einen hohen Bedarf an Fachkräften mit sich, für dessen Deckung auch die Zeitarbeit eine wichtige Rolle spielen wird.

Die Energiewende betrifft viele Bereiche im Alltag, zum Beispiel die Stromversorgung und den Verkehr. Die Bundesregierung will weg von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien aus Wind- und Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik. Für den Ausbau von Solaranlagen, die energetische Sanierung von Gebäuden und weitere Projekte sind Fachkräfte erforderlich. Ebenso gibt es Veränderungen im Verkehrssektor, z. B. in der Automobilbranche, für die Fachkräfte zentral sind.

Zeitarbeit als wichtiger Treiber der Energiewende

Dass Zeitarbeitsfirmen und Personaldienstleister eine wichtige Rolle in der Energiewende spielen, zeigen Zahlen zur E-Mobilität in der Automobilindustrie. Wie Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk berichtet, stellen über 50 % der Personaldienstleister Personal für Elektromobilität (Elektromobilität: Personaldienstleister als wesentlicher Bestandteil der Transformation in der Automobilindustrie). Damit sind sie wichtige Player in der Transformation der
Automobilindustrie.

Laut Lünendonk erhalten befragte Unternehmen einen Großteil ihrer Aufträge aus der Automobilindustrie sowie von Zulieferern. Im Schnitt generieren sie 25 % ihrer Umsätze mit Kunden aus diesen Bereichen. Bei Zeitarbeitsfirmen verteilen sich die Aufträge im Bereich E-Mobilität mit Blick auf den Umsatz zu 30 % auf Automobilhersteller und zu 38 % auf Automobilzulieferer. 15 % sind dem Bereich Anlage- und Maschinenbau, 10 % dem Bereich Batteriezellen und Batteriemodulherstellung zuzurechnen.

E-Mobilität: Steigende Nachfrage erwartet

Besonders gefragt sind derzeit Personalleistungen in den Bereichen Softwareentwicklung, Logistik sowie Entwicklung und Fertigung von Komponenten im Antriebsstrang. Auch in den kommenden Jahren erwarten die Unternehmen laut Lünendonk-Befragung eine hohe Nachfrage. Rund zwei Drittel sehen eine hohe Nachfrage an Personalleistungen bei der Fertigung von Komponenten im Antriebsstrang und bei der Weiterentwicklung von Batteriemanagementsystemen. Einen ansteigenden Bedarf erwarten Unternehmen bei der Fertigung von Batteriezellen und bei der Montage in Packs und Modulen. Für mehr Informationen geht es hier zur Blitzumfrage von Lünendonk: Personalbedarf für Elektromobilität.

Fachkräfte fehlen in vielen Bereichen

Betriebe sind wichtige Träger für die Energie- und Verkehrswende. Diesen Betrieben fehlen allerdings Fachkräfte (tagesschau: Personalnot droht Energiewende auszubremsen). Zum Teil müssen sie deshalb Aufträge ablehnen. Dies gilt nicht nur in Sachen E-Mobilität. Laut tagesschau sind vor allem die Bereiche Bau und Ausbau, Heizungs- und Elektro-Installation
sowie das Kfz-Handwerk
betroffen.

Schätzungen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks zufolge werden künftig mehrere Zehntausende Mitarbeiter fehlen. Im Zuge des demographischen Wandels und der Pensionierung älterer Mitarbeiter wird sich die Zahl voraussichtlich noch erhöhen. Einem hohen Personalbedarf stehen viele Vakanzen gegenüber. Allein 2020 verzeichnete das Gesamthandwerk rund 120.00 vakante Stellen, die der BA gemeldet wurden. Viele Vakanzen entfielen auf die Bereiche Energie-, Elektro- und Klimatechnik.

Neue Studie zum Energiesektor

Personaldienstleister springen oft dort ein, wo Unternehmen einen besonderen Personalbedarf aufweisen. Dieser Bedarf ist im Energiesektor hoch und wird tendenziell noch steigen. Laut einer aktuellen Studie von wollmilchsau (Arbeitsmarkt und Recruiting im Energiesektor) beträgt die Arbeitslosen-Stellen-Relation mit Blick auf den Energiesektor 0,86. Nachgefragt werden vor allem Mitarbeiter auf Fachkräfteniveau (z. B. Mitarbeiter im Bereich Energie- und Gebäudetechnik, Elektroinstallateure und Elektroniker). Die Vakanzzeiten betragen bis zu 196 Tagen, d. h. Stellen bleiben zum Teil über ein halbes Jahr unbesetzt.

CSR: Klimawandel als wichtiges Thema bei Nachwuchskräften

Das Thema Klimawandel ist ein wichtiges Anliegen für Jugendliche und potentielle Nachwuchskräfte. Viele von ihnen zeigen Aktivismus, etwa im Rahmen der Fridays for Future Bewegung. Laut Shell Jugendstudie haben die Themen Umweltschutz und Klimawandel für die junge Generation erheblich an Bedeutung gewonnen. Rund zwei Drittel der Jugendlichen geben an, dass der Klimawandel ihnen Angst macht. 71 % bewerten das Thema Umweltschutz als wichtig – damit scheint der Umweltschutz eine größere Rolle zu spielen als der eigene hohe Lebensstandard. Letzteren bewerten nur 63 % als wichtig.
In der Rekrutierung von Nachwuchskräften können Unternehmen dieses Wissen nutzen und ihre CSR in puncto Klima- und Umweltschutz klar kommunizieren. Auch für Zeitarbeitsunternehmen und Personaldienstleister hat das Thema Corporate Social Responsibility in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Eine solche Coporate Responsibility ist für viele Menschen der jungen Generation gerade in Sachen Klima- und Umweltschutz wichtig.

Fazit

Die Zeitarbeit spielt eine wichtige Rolle als Treiber der E-Mobilität. Laut einer Umfrage von Lünendonk stellt mehr als die Hälfte der Personaldienstleister Personal im Bereich E-Mobilität. Ein Großteil des Umsatzes wird mit Kunden aus diesem Bereich generiert. In Zukunft erwarten Personaldienstleister weiterhin eine hohe und z. T. steigende Nachfrage nach Personalleistungen in der E-Mobilität. Aber auch weitere Bereiche, die im Zuge der Energiewende die Fachkräftenachfrage stimulieren, sind wichtig (z. B. Energie-, Elektro- und Klimatechnik). So zeigt sich in bestimmten Bereichen z. T. jetzt schon ein Mangel an Personal.

Quelle Foto: © petovarga / Adobe Stock

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