Jedes 3. Jobangebot kommt aus der Personaldienstleistung

verfasst von zvoove, 10.11.2021
keyboard_arrow_left Zurück zur Übersicht Der BAP-Jobnavigator hat analysiert, dass die Personaldienstleistungsbranche im September 2021 Spitzenreiter in puncto Jobanzeigen ist.

BAP Job-Navigator: Personaldienstleister auf Platz 1

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist zurzeit ein deutlicher Aufschwung spürbar: Im September 2021 sind 2 % mehr Jobanzeigen veröffentlicht worden als im vorangegangenen August. Bei der direkten Gegenüberstellung mit dem Vorjahresmonat schneidet der September 2021 sogar noch besser ab – so konnte er dieses Jahr stolze 20 Prozent mehr ausgeschriebene Jobs vorweisen als noch 2020.

Der BAP-Jobnavigator hat sich ca. 1,2 Millionen Jobanzeigen von 188.000 Betrieben genauer angeschaut und geprüft, welche Branchen derzeit verstärkt nach Fachkräften suchen. Auf Platz 1: die Personaldienstleistung. 387.000 Jobanzeigen gingen diesen September auf das Konto dieser Branche – und somit jede 3. veröffentlichte Stelle. Florian Swyter (Hauptgeschäftsführer des BAP) leitet aus diesen Entwicklungen die Bedeutung von Zeitarbeit in volatilen Wirtschaftslagen ab. Die Personaldienstleistungsbranche verschaffe Kunden die in unsicheren Zeiten dringend nötige Flexibilität, so Swyter.

Handel und Industrie ebenfalls stark

Der Handel schaffte es mit 162.250 Jobangeboten (= 13,7 % aller Stellenausschreibungen) auf Platz 2, gefolgt von der Industrie auf dem 3. Platz: Rund 12,3 % aller Jobangebote waren an Fachkräfte aus der Industriebranche adressiert. Platz 4 ging mit 106.000 gesuchten Mitarbeitern an das Gesundheits- und Sozialwesen, Platz 5 an die Dienstleistungsbranche mit 9 %. Im weiteren Ranking:

• Platz 6: Die Informations- und Kommunikationsbranche (87.000 Stellenangebote)
• Platz 7: Das Gastgewerbe (>57.700 Stellenangebote)
• Platz 8: Verkehr & Lagerei (87.000 Stellenangebote)
• Platz 9: Baugewerbe (47.956 Stellenangebote)
• Platz 10: Die Öffentliche Verwaltung (ca. 40.000 Stellenangebote)

Zeitarbeitsquote in einzelnen Bundesländern

Der prozentuale Anteil von eingesetzten Zeitarbeitnehmern lag Ende 2020 deutschlandweit bei 2 %, unterscheidet sich hinsichtlich der Bundesländer z.T. jedoch extrem. Ein Grund dafür ist die schwächelnde Konjunktur der Industrie in einigen Teilen Deutschlands. Für den Stichtag 31.12.2020 ermittelte die Bundesagentur für Arbeit folgende Zeitarbeitsquoten in den einzelnen Bundesländern:

Bremen: 3,7 %
Thüringen: 3,2 %
Sachsen: 2,4 %
Nordrhein-Westfalen: 2,3 %
Hamburg: 2,2 %
Niedersachen: 2,1 %
Sachsen-Anhalt: 2,1 %
Berlin: 2,1 %
Saarland: 2,0 %
Rheinland-Pfalz: 2,0 %
Brandenburg: 1,9 %
Hessen: 1,9 %
Bayern: 1,8 %
Baden-Württemberg: 1,8 %
Schleswig-Holstein: 1,6 %
Mecklenburg-Vorpommern: 1,4 %

Die niedrigen Werte der beiden Letztplatzierten lassen sich u. a. darauf zurückführen, dass Zeitarbeit in ländlichen Regionen generell weniger stark vertreten ist. Hinzu kommt, dass in Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein deutlich weniger Arbeitsplätze auf das Verarbeitende Gewerbe entfallen – ein Sektor, in dem naturgemäß mehr Zeitarbeitskräfte eingesetzt werden als im allgemeinen Dienstleistungsbereich.

Auch BA beobachtet steigenden Personalbedarf

Die von der BA veröffentlichten Zahlen zum Arbeitsmarkt im Oktober 2021 unterstreichen die positiven Ergebnisse des BAP-Jobnavigators: Die Folgen der Corona-Krise sind zwar noch spürbar, werden aber immer geringer. So sinken Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung kräftig – die Zahl der Arbeitslosen im Oktober 2021 gegenüber dem Vormonat verringerte sich um 88.000 auf 2.377.000. Damit sinkt die Arbeitslosenquote auf 2,5 %.

Zudem verzeichnete die BA 809.000 gemeldete Arbeitsstellen, 206.000 mehr als im Vorjahr. Auch der BA-Stellenindex (ein Indikator für den Personalbedarf in Deutschland) spiegelt die Ergebnisse der BAP-Analyse wider: Im Oktober stieg er um 2 Punkte auf 126. Zum Vergleich: Im Oktober 2020 lag er bei 97 Punkten.

Kurzarbeit rückläufig, jedoch keine Entlastung auf dem Ausbildungsmarkt

Bevor Betriebe in Kurzarbeit gehen, müssen sie der BA Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Die vom 1. bis 24. Oktober 2021 erfassten Anzeigen beliefen sich auf 93.000 von Kurzarbeit betroffene Personen.

Angaben über die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld kann die BA aktuell lediglich für den Zeitraum August 2021 machen. In dem Sommermonat erhielten 760.000 Personen KUG, womit die Zahlen weiter rückläufig sind. Ihren Höhepunkt erreichten sie im April 2020, mit ca. 6 Millionen betroffenen Arbeitnehmern.

Auf dem Ausbildungsmarkt zeichnet sich dagegen keinerlei Entlastung ab. Detlef Scheele, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, resümierte, dass man mit dem Ausbildungsjahr 2021 nicht zufrieden sein könne. Ein großes Problem ist die Diskrepanz zwischen Jobangeboten und Bewerbern: diese passen häufig nicht zusammen.

Fazit

Langsam aber stetig erholt sich die Wirtschaft von der Corona-Krise, die Beschäftigungszahlen steigen und im September wurden 2 % mehr Jobanzeigen veröffentlicht als noch im August 2021. Mit einer Anzahl von 378.000 gehen die meisten Stellenangebote auf das Konto von Personaldienstleistern – damit ist die Branche im September Spitzenreiter. Auf dem deutschen Ausbildungsmarkt kriselt es allerdings auch weiterhin. Aufgrund des wirtschaftlichen Herbstaufschwungs ermittelte die Bundesagentur für Arbeit für diesen Monat eine auf 2,5 % gesunkene Arbeitslosenquote – Arbeitsminister Heil weist dennoch darauf hin, dass der Markt auch weiterhin durch Kurzarbeit gestützt werde.

Quelle Foto: © Rawpixel.com / Adobe Stock

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