Aus diesen 5 Gründen setzen Unternehmen Zeitarbeiter ein

verfasst von zvoove, 05.08.2020
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5 Gründe für den Einsatz von Zeitpersonal 

In Sachen Kundengewinnung ist eine Frage für Zeitarbeitsfirmen besonders wichtig. Warum setzen Unternehmen Zeitarbeiten ein? Kennen Personaldienstleister die Bedürfnisse potenzieller Kunden, können sie besser darauf eingehen. Für Marketing und Vertrieb ist die Antwort zentral. Page Personnel ist der Frage in einer Studie nachgegangen. Die Hauptgründe für den Einsatz von Zeitarbeitern sind:

 

1. Flexibilität 

89,4 % der Unternehmen wollen durch die Leiharbeit flexibler werden. Leasingkräfte helfen dabei, Auftragsspitzen abzufangen. Über ad hoc verfügbare Personalreserven können Entleiher Personal dort einsetzen, wo es gebraucht wird. In der Wirtschaft ist die Flexibilisierung die Kernaufgabe der Zeitarbeit. Eine befürchtete Verdrängung von Stammpersonal durch die Zeitarbeit ist nicht zu beobachten. Das Modell Arbeitnehmerüberlassung bleibt im Regelfall auf seine Kernfunktion beschränkt. Diskussionen um eine Abwanderung von Personal in die Zeitarbeit gibt es z. B. mit Blick auf Pflegekräfte.

Die Debatte wird kontrovers geführt: Leiharbeit in der Pflege: Zu viele Zeitarbeitnehmer?

 

2. Deckung kurzfristigen Personalbedarfs 

87,8 % der Unternehmen setzen auf Zeitarbeiter, um kurzfristigen Personalbedarf zu decken. Über die Leiharbeit können sie Personalengpässe überbrücken, z. B. bei Erkrankung von Mitarbeitern. In Zeiten von Fachkräfteengpässen bleiben Stellen oft lange vakant. Dies führt zur Mehrbelastung des Personals und teuren Überstunden. Zeitarbeitskräfte können hier aushelfen. Doch auch die Zeitarbeitsbranche steht vor der Herausforderung, geeignetes Personal zu finden. Immer mehr Unternehmjen setzen auf digitales Recruiting.

Hier ein paar Tipps zum Online Recruiting in der Zeitarbeit: Social Media Recruiting in der Zeitarbeit: Welche Möglichkeiten gibt es?

 

3. Kandidaten für Festanstellung finden

Der Einsatz beim Kunden kann als eine Art verlängerte Probezeit fungieren. Unternehmen und Zeitarbeiter können prüfen, ob sie zueinander passen. Drei Viertel der Unternehmen setzen Zeitpersonal ein, um Kandidaten für die Festanstellung zu finden. Für Zeitarbeiter ist die ANÜ eine Chance, durch den „Klebeeffekt“ bei einem Entleiher angestellt zu werden. Etwa ein Viertel der Fachkräfte wird nach seinem Einsatz als Zeitarbeiter übernommen. Gemäß AÜG dürfen keine Vereinbarungen getroffen werden, die es dem Entleiher untersagen, den Leiharbeiter nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses einzustellen (§ 9 AÜG Abs. 1 Nr. 3). Verleiher können eine **Vermittlungsprovision **vereinbaren. Diese wird im AÜ-Vertrag festgesetzt. Gemäß AÜG muss die Provision angemessen sein. Meist beträgt sie maximal 2 Bruttomonatsgehälter (zzgl. Umsatzsteuer).

Kleine Info am Rande: In einem Gerichtsurteil von 2019 hatte ein Gericht die Klage eines Personaldienstleisters auf Vermittlungsprovision abgewiesen. Der Dienstleister hatte seinem Mitarbeiter fristlos gekündigt. Kurz darauf kam ein Arbeitsverhältnis mit dem ehemaligen Entleiher zustande. Mehr dazu in unserem Blogbeitrag: 5 wichtige Gerichtsurteile in der Zeitarbeit.

 

4. Kosteneffizienz 

Personalkosten in der Zeitarbeit lassen sich gut kalkulieren. In der Regel sind sie geringer als bei der Festanstellung. Lohnnebenkosten und Ausfallkosten (z. B. bei Krankheit) übernimmt die Zeitarbeitsfirma. Kosten für das Recruiting fallen nicht an. Der Verleiher stellt passende Mitarbeiter aus seinem Personalpool. Der Entleiher zahlt primär für die tatsächlich geleistete Arbeit, d. h. einen Stundenverrechnungs- oder Tagessatz.

 

5. Externes Wissen 

Diversity ist nicht umsonst ein Schlagwort geworden. Divers zusammengesetzte Teams haben viele Vorteile. Mitarbeiter bringen unterschiedliche Perspektiven und Fähigkeiten ein. Dies kann zu Innovationen jenseits der „Betriebsblindheit“ führen und starre Strukturen aufbrechen. Einen ähnlichen Vorteil sehen Entleiher beim Einsatz von Zeitarbeitskräften. Diese bringen externes Wissen ein, von dem die Kunden profitieren können. Etwa die Hälfte der Unternehmen sieht dies als großen Vorteil der Leiharbeit.

 

Was ist mit dem Image der Entleiher?

Die Zeitarbeit genießt nicht den besten Ruf. Noch immer kursieren Vorurteile, die sich in der Praxis nicht bestätigen lassen. Zeitarbeit ist zum Beispiel kein „Arbeitsverhältnis auf Zeit“. Viele Zeitarbeiter sind unbefristet bei einem Personaldienstleister angestellt. Wie andere Arbeitnehmer erhalten sie Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall und bezahlten Urlaub. Auch der Lohndumping Vorwurf hält sich hartnäckig. Zu Unrecht. Schon lange gibt es in der Zeitarbeit Branchenzuschläge. Seit der AÜG-Reform vom 01.04.2017 gilt außerdem der Equal Pay Grundsatz. Dennoch fürchten 2 von 5 Unternehmen einen Imageverlust durch die Zeitarbeit. 3 von 5 hingegen nicht.

Die Zeitarbeiter selbst sehen das Modell überwiegend positiv. Das zeigt z. B. die Page Personnel Zeitarbeitsstudie 2020. Rund 83 % fühlen sich im Unternehmen gut integriert. Fehlendes Wissen und fehlende Erfahrung mit der Branche tragen zum Negativimage bei. Medial lassen sich zumindest portionsweise positive Berichterstattungen beobachten.

 

Welche Vorteile sehen Fachkräfte?

Für Arbeitnehmer kann das Modell Zeitarbeit eine Chance sein. Es bietet z. B. eine Möglichkeit zum Einstieg oder Wiedereinstieg in das Berufsleben. Über die Hälfte der Fachkräfte sieht eine Beschäftigungsmöglichkeit in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Rund 60 % erhoffen sich den Aufbau eines beruflichen Netzwerks über die Anstellung in der Zeitarbeit. 46,6 % wollen ihre **professionellen Kenntnisse **weiterentwickeln. Über die Hälfte meint, die Chancen auf eine Festanstellung verbessern zu können. Einen Zugang zur Weiterbildung verspricht sich etwa ein Viertel der Befragten.

 

Fazit

Zeitarbeit kann für Mitarbeiter und Entleiher viele Vorteile haben. Kunden setzen das Instrument vor allem aus Gründen der Flexibilität ein. Sie wollen Personalengpässe kurzfristig decken können. Ein Großteil erhofft sich, Kandidaten für eine Festanstellung zu finden. Kosteneffizienz und das Einbringen externen Wissens sind weitere Gründe für den Einsatz von Zeitarbeitern.

Quelle Foto: © baranq / Adobe Stock

 

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