Recruiter gesucht: Nachfrage am Arbeitsmarkt steigt

verfasst von zvoove, 20.10.2021
keyboard_arrow_left Zurück zur Übersicht Immer mehr Unternehmen suchen Recruiter

Mehr Stellenausschreibungen für Recruiter

Unternehmen stellen wieder mehr Personal ein. Laut Monster HR-Report 2021 wollen 82 % der Unternehmen 2021 neue Mitarbeiter rekrutieren. Die Zahlen sprechen dafür, dass Arbeitgeber diese Intention tatsächlich umsetzen: Die Arbeitslosenzahlen sinken und der Arbeitsmarkt scheint sich zu erholen. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Recruitern steigt – sie ist sogar höher als vor der COVID-19 Pandemie. Im Sommer 2021 gab es mehr als doppelt so viele offene Stellen für Recruiter wie vor der Pandemie – das ergab eine Auswertung des Karrierenetzwerks LinkedIn (Haufe: Recruiterinnen und Recruiter sind so gefragt wie nie).
In der Hochphase von Corona (2020) sind die Zahlen deutlich eingebrochen. Angesichts der Unwägbarkeiten der Pandemie entschieden sich viele Unternehmen für einen Einstellungsstopp. Mitarbeiter mussten z. T. auf Kurzarbeit umsatteln oder wurden gekündigt. Besonders betroffen waren die Freizeitbranche, Tourismus und Gastgewerbe oder der Einzelhandel. Mittlerweile hat sich die Situation gelockert und Unternehmen planen wieder Neueinstellungen. Das bekommen auch Recruiter zu spüren: Im Vergleich zum Sommer 2020 verzeichnete LinkedIn diesen Juni 7 Mal mehr Stellenausschreibungen für Recruiter.

Recruiter legen Wert auf Jobsicherheit und Vision

Die Pandemie ist wohl an niemandem spurlos vorübergegangen. Sie hat die Einstellungen und das Sicherheitsempfinden vieler Menschen beeinflusst. Menschen, die um ihre Stelle bangen oder Einschnitte im Beruf in Kauf nehmen mussten, haben ihre Einstellung zur Arbeit überdacht. Für viele hat Jobsicherheit an Bedeutung gewonnen. Auch für Recruiter spielt Jobsicherheit laut LinkedIn Auswertung eine große Rolle. Bei der Priorisierung ist der Aspekt Sicherheit um 21 % gestiegen.
Daneben achten Recruiter vor allem auf die Unternehmensvision, die den Weg in die Zukunft skizziert. Das könnte ein gutes Zeichen für die Bindung an den Arbeitgeber sein: Wer auf die Vision Wert legt, will einen nachhaltigen Weg mit dem Unternehmen gehen. Visionen können inspirieren und dem gemeinsamen Weg eine Richtung geben. Die Company Purpose des Unternehmens hat bei Recruitern um 19 % an Relevanz gewonnen.
Weiterhin wichtig bei der Stellensuche sind für Recruiter klassische Faktoren wie Vergütung, Work-Life-Balance und Unternehmenskultur.

Recruiter-Jobprofil: Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Wie in vielen Berufen, lassen sich nicht alle Aufgaben eines Recruiters eindeutig festlegen. Zu den zentralen Tätigkeiten gehören jedoch die Suche nach geeignetem Personal und die Personalgewinnung. Recruiter verfassen z. B. Stellenanzeigen und publizieren sie in passenden Kanälen. Sie kommunizieren mit Kandidaten, koordinieren Termine für Bewerbungsinterviews und nehmen an Vorstellungsgesprächen teil.
Laut Berufsprofil der Bundesagentur für Arbeit gehören u. a. folgende Bereiche zur Tätigkeit eines Recruiters:

  • Entwicklung einer Recruiting-Strategie
  • Formulieren von Stellenanforderungen
  • Erstellen und Veröffentlichen der Stellenanzeigen
  • Entwurf von Bewerbungsformularen
  • Sichtung der Bewerbungseingänge und Bewerberkontakte
  • Führen von Vorstellungsgesprächen
  • Beratung bei der Personalauswahl / Endauswahl
  • Aufgaben aus dem Bereich Personalsachbearbeitung (z. B. Erstellen von Arbeitsverträgen und -zeugnissen).
    Die meisten Recruiter arbeiten heutzutage mit Bewerbermanagement-Systemen oder E-Recruiting-Software. Die Systeme vereinfachen Standard-Prozesse, z. B. können Bewerberdaten aus einer Bewerbung mittels CV-Parsing automatisch ausgelesen und in Kandidatenprofile übertragen werden. Mithilfe von Filterfunktionen können Recruiter ihre Bewerber schnell finden und Feedbackzeiten verkürzen. Mehr Informationen zum Thema findest Du hier: Bewerbermanagement mit zvoove: Die Homebase für Recruiter.

Recruiter-Ausbildung: Es gibt mehrere Wege

Grundsätzlich gibt es mehrere Wege zur Tätigkeit des Recruiters. Die Bundesagentur listet 4 Aus-/Weiterbildungsmöglichkeiten auf, die den Zugang zum Recruiting-Beruf ermöglichen können: die duale Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann / zur Personaldienstleistungskauffrau (PDK), das grundständige sowie weiterführende Studienfach Personalmanagement/-dienstleistung und die kaufmännische Weiterbildung zum Fachwirt / zur Fachwirtin Personaldienstleitung.
Im Studium wird Grundwissen aus den Bereichen BWL, VWL, Personalwirtschaft und Controlling vermittelt. Im weiterführenden Studium werden die Inhalte vertieft und Studierende können sich spezialisieren.
Die Aufstiegsfortbildung zum Personaldienstleistungsfachwirt kann absolviert werden nach:

  • Abschlussprüfung in einem Ausbildungsberuf der Personaldienstleistungswirtschaft und einjähriger Berufspraxis
  • Abschlussprüfung in einem anderen Ausbildungsberuf und zweijähriger Berufspraxis
  • mindestens fünfjähriger Berufspraxis
    Die Berufspraxis soll inhaltliche Bezüge zur Personalwirtschaft haben.

Recruiting in der Personaldienstleistungsbranche: PDK

Einen Start in das Personalwesen bietet der Ausbildungsberuf PDK (Personaldienstleistungskaufleute). Die regulär 3 Jahre andauernde Berufsausbildung bereitet Nachwuchskräfte auf eine Tätigkeit in Personaldienstleistungsunternehmen oder Personalabteilungen vor. Die Ausbildung ist breit gefächert und bietet u. a. Inhalte in den Bereichen Personalgewinnung und -vermittlung, Personaleinsatz, Auftragsakquise, Marketing, Kundenbetreuung und Arbeitsrecht.
Einige Absolventen arbeiten zum Beispiel als Personaldisponenten in Zeitarbeitsunternehmen. Dort übernehmen sie vielfältige Aufgaben: Sie akquirieren und betreuen Kunden, erstellen Angebote und sind fit in puncto Angebotskalkulation. Auch für ihre Mitarbeiter übernehmen sie Verantwortung – sie rekrutieren neues Personal und sorgen dafür, dass ihre Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Einsatzort sind.
Mehr Informationen zum Berufsbild PDK findest Du in unserem Glossar: Personaldienstleistungskaufmann / Personaldienstleistungskauffrau.

Fazit

Die Nachfrage nach Recruitern ist deutlich gestiegen. Zwar gab es in der Hochphase der Corona-Pandemie einen Einbruch, der ist aber deutlich überholt: Im Sommer 2021 gab es etwa 7 Mal mehr Stellenausschreibungen für Recruiter als im Vorjahr. Außerdem ist die Nachfrage höher als noch vor der Pandemie. Unternehmen scheinen derzeit wieder verstärkt nach Personal zu suchen und dabei auf Experten zurückzugreifen.

Quelle Foto: © pressmaster / Adobe Stock

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