Normalität in Unternehmen trotz COVID: Impfungen und Tests umsetzen

verfasst von zvoove, 31.03.2021
keyboard_arrow_left Zurück zur Übersicht Corona-Tests in Unternehmen: Ein Weg zurück zur Normalität?

Rückkehr zur Normalität frühestens 2022

Die Hoffnungen waren groß: Ende 2020 erhielten die ersten Menschen in Deutschland ihre COVID Impfung. In gefühlt jeder Tagesschau sah man Spritzen und nackte Arme. Einige Monate später ist die Impfeuphorie abgeflaut. Ob jeder Bürger bis zum Ende des Sommers wie versprochen ein Impfangebot erhält, bleibt fraglich. Der Großteil der Unternehmen hält einen Rückkehr zur Normalität in 2021 für unrealistisch. Laut KPMG Umfrage hegt rund die Hälfte der Unternehmen die Hoffnung, 2022 zum business as usual zurückzukehren (Quelle: CEO Outlook Pulse Survey). Ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass sich ihre Geschäftsabläufe für immer verändern werden. Derzeit haben viele Arbeitnehmer noch keine Corona Impfung erhalten.

Wege aus der COVID-Krise: Impfungen sind zentral

Ein Dauer-Lockdown ist keine Lösung: 75 % der Befragten halten eine Aufhebung des Lockdowns für eine Voraussetzung zur baldigen Rückkehr in die Normalität (s. KPMG Survey). Zwei Drittel sehen die Impfung der Bevölkerung als eine Hauptvoraussetzung an. Erst nach einem Impf-Rollout in den Schlüsselmärkten wollen sie ihre Mitarbeiter darum bitten, ins Büro zurückzukehren. Ein Problem für Arbeitgeber: nicht all ihre Beschäftigten können zeitgleich geimpft werden. Dies halten 55 % der Befragten für problematisch. Die meisten Unternehmen wollen, dass ihre Mitarbeiter sie über eine erfolgte Impfung informieren. 21 % wollen auch Kunden und Besucher darum bitten, ihren Impfstatus offenzulegen. Rund ein Drittel sind besorgt, dass ihre Mitarbeiter sich aufgrund von kursierenden Falschinformationen über die Impfung nicht impfen lassen wollen.

Wer darf wann geimpft werden?

Die STIKO hat einen Stufenplan aufgestellt, der Empfehlungen zur Impfreihenfolge gibt (Quelle: Stufenplan der STIKO).

  • Stufe 1: Zuerst geimpft werden Personen ab 80 Jahren und Bewohner von Seniorenheimen. Auch Personal in medizinischen Einrichtungen gehört zur ersten Gruppe (z. B. in der Notaufnahme oder im Rettungsdienst). Personal mit Kontakt zu vulnerablen Gruppen – etwa Altenpfleger und Palliativmediziner – wird priorisiert.
  • Stufe 2: Als nächstes folgen Menschen zwischen 75-79 Jahren, weiteres Personal in medizinischen Einrichtungen (z. B. in hausärztlichen Praxen), Personen mit Demenz oder geistiger Behinderung sowie Personal zur Versorgung betroffener Menschen und Personen mit Down-Syndrom.
  • Stufe 3: In Stufe 3 fallen Personen zwischen 70-74 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen (z. B. COPD, psychiatrische Erkrankungen, Adipositas) und Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften. Enge Kontaktpersonen von Schwangeren und Hochrisikopersonen gehören mit dazu, außerdem Personal in medizinischen Einrichtungen mit moderatem Expositionsrisiko (z. B. Reinigungspersonal in Klinken/Praxen).
  • Stufe 4: Personen zwischen 65-69 Jahren sowie Personen mit Vorerkrankungen und moderatem Risiko (z. B. Menschen mit Herzerkrankungen oder Asthma bronchiale) sowie ihre engen Kontaktpersonen gehören zur 4. Gruppe. Personal in medizinischen Einrichtungen mit niedrigem Expositionsrisiko (z. B. Laborpersonal), Lehrer und Erzieher (z. T. vorgezogen) und Menschen mit prekären Arbeits-/Lebensbedingungen sind an dieser Stelle vorgesehen.
  • Stufe 5: Hier folgen Personen zwischen 60-64 Jahren und weitere Berufsgruppen (z. B. Beschäftigte im Einzelhandel und in Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur).
  • Stufe 6: In Stufe 6 folgen alle übrigen Personen unter 60 Jahren.

Wege aus der COVID-Krise: Tests

Neben dem Lockdown gibt es andere Wege, um die Corona-Pandemie zu meistern. Ein Lockdown kann keine Dauerlösung sein, es braucht ein Konzept zur Rückkehr in die Normalität. Wir wissen nicht, wie viele Jahre wir mit dem Virus leben müssen. Mehrmals im Jahr einen Lockdown zu verhängen, ist kein langfristiger Weg. Eine Möglichkeit für mehr Lockerungen besteht darin, vorhandene Mittel zu nutzen. Neben Impfungen können Menschen sich testen lassen. Einen Weg bietet das Tübinger Modell: Menschen mit aktuell negativem Testergebnis erhalten eine Art Zertifikat. Mit diesem Test-Tagesticket können sie Geschäfte, Kinos und andere Einrichtungen aufsuchen. Solche Modelle sind wichtig, um mögliche Wege zurück in die Normalität zu prüfen.

Corona-Tests in Unternehmen

  • anlasslos testen: Unternehmen können ihre Mitarbeiter nicht einfach so testen. Bei den Testungen werden sensible Gesundheitsdaten erhoben, die besonderen Datenschutzregelungen unterliegen. Sie sollten vorrangig andere Maßnahmen wie etwa Home-Office Möglichkeiten anbieten. Wo dies nicht möglich ist, dürfen sie dann testen, wenn die Mitarbeiter mit der Testdurchführung einverstanden sind. Der Bund-Länder Beschluss vom 22.03.2021 appelliert an Unternehmen, ihren Präsenzmitarbeitern mindestens einmal pro Woche einen Test anzubieten. Sollte diese Selbstverpflichtung nichts bringen, wird ab Anfang April ggf. eine bundesweite Testpflicht eingeführt.
  • Testen auf Verdacht: Eine Testung geht mit einem Eingriff in die körperliche Integrität und in das allgemeine Persönlichkeitsrecht einher. Ein Arbeitgeber darf einen Test nur anordnen, wenn sein Interesse an der Testdurchführung diese Grundrechte übersteigt. Laut Haufe (Corona-Tests im Betrieb) kann dies der Fall sein, wenn ein Mitarbeiter Corona-Symptome zeigt, im Kontakt zu einer Verdachtsperson stand oder Mindestabstände nicht eingehalten werden konnten. Leider ist die Zulässigkeit einer Testanordnung immer vom Einzelfall abhängig, etwa von der Art des Tests (z. B. ein invasiverer PCR-Test vs. ein Selbsttest) und dem Infektionsgeschehen.
  • gesetzlich angeordnete Testung: In einigen Bundesländern ist eine Testpflicht gesetzlich angeordnet, z. B. für Beschäftigte mit direktem Kundenkontakt in Sachsen oder für Pflegepersonal in Heimen und für Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste in NRW, Bayern und Hessen. Verweigert ein Mitarbeiter trotz bestehender Testpflicht eine Testung, kann der Arbeitgeber ihn abmahnen und arbeitsrechtliche Konsequenzen einleiten. Er kann den Mitarbeiter unbezahlt von der Arbeit freistellen und ihm nach mehrmaligen Verstößen kündigen.

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Fazit

Die meisten Unternehmen rechnen laut einer Umfrage erst 2022 mit einer Rückkehr zur Normalität. Der etwas schleppende Impfstart und fehlende Alternativen zum Lockdown könnten die Normalisierung verlangsamen. Neben Impfungen sind Corona-Tests ein weiterer Baustein. Unternehmen stehen derzeit (Stand Ende März) unter einer Selbstverpflichtung, ihren Mitarbeitern ein Testangebot zu machen. Sollte dieser Appell bis Anfang April unzureichend ausgeschöpft sein, kann es zu einer bundesweiten Testpflicht kommen.

Quelle Foto: © RioPatuca Images / Adobe Stock

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