Kandidatenauswahl: Darauf legen Arbeitgeber Wert

verfasst von zvoove, 29.09.2021
keyboard_arrow_left Zurück zur Übersicht Worauf kommt es Arbeitgebern bei der Kandidatenauswahl an?

Die richtigen Kandidaten finden

Arbeitgeber sehen es als Top-Herausforderung, Kandidaten mit den richtigen Qualifikationen zu finden (Monster HR Report 2021). Insbesondere die Beurteilung von Kandidaten im Interview kann schwierig sein. Aber auch davor gibt es bereits Herausforderungen, z. B. bei der Vorauswahl der Interviewkandidaten.

Das wichtigste Instrument, um die richtigen Kandidaten zu finden, ist das persönliche Interview. Aber auch das virtuelle Interview hat im Zuge der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile gehört es zu den Top 5 Instrumenten zur Kandidatenauswahl. Neben Interviews gehören der CV und vorherige Arbeitserfahrungen der Bewerber zu den wichtigsten Auswahlkriterien.

Bewerbungsinterviews: Wie valide sind sie wirklich?

Das Bewerbungsinterview ist für viele Arbeitgeber entscheidend. Für zwei Drittel der Unternehmen zählt der Auftritt beim Interview zu den Top-Faktoren bei der Personalauswahl (Monster HR Report). Arbeitserfahrungen sind etwas weniger wichtig, die Passung zur Kultur spielt eine noch untergeordnetere Rolle.

In puncto Validität ist das strukturierte Interview gut geeignet. Es weist mit r = .47 bis .63 eine mittelhohe Validität auf (Quelle: Dorsch – Lexikon der Psychologie, hogrefe). Validität bezeichnet allgemein, dass ein Verfahren das misst, was es messen soll. In der Personalauswahl kann z. B. die prädiktive Validität ermittelt werden: Dabei wird die Korrelation zwischen einem Prädiktor (z. B. Abschneiden im Test) und einem Kriterium (z. B. Berufserfolg operationalisiert anhand von Kennzahlen) ermittelt.

Interviews bieten allerdings auch eine Reihe von Problemen. Bewerber haben eine Motivation, sich positiv im Sinne sozialer Erwünschtheit darzustellen. Es gibt Personen, die besser zur Selbstdarstellung in der Lage sind als andere, was nicht unbedingt mit tatsächlichen Kompetenzen korreliert. Hinzu kommen mögliche Konfirmierungstendenzen und Urteilsverzerrungen auf Seiten der Interviewer. Einen ausführlichen Beitrag zum Thema findest Du in unserem Blog: Was bringt ein Bewerbungsgespräch wirklich?

Bewerbung und CV: Kompetenzen besser herausstellen

Was ist in einer Bewerbung wichtig, was weniger? Arbeitgeber und Bewerber beantworten diese Frage z. T. unterschiedlich. Arbeitgeber wünschen sich vor allem, dass Kandidaten ihre Kompetenzen besser herausstellen. Zwei Drittel der im Monster HR Report befragten Arbeitgeber meinen, Kandidaten würden ihre Kompetenzen übertrieben darstellen. Fast 40 % der Kandidaten legt mehr Gewicht auf die Darstellung der eigenen Werte anstatt der Kompetenzen. Sowohl Bewerber als auch Arbeitgeber sind der Meinung, die Bewerbung solle die Persönlichkeit der Bewerber besser darstellen.

Arbeitserfahrung: Offenheit für wenig Vorerfahrung

Oft legen Arbeitgeber Wert darauf, dass neue Mitarbeiter bereits relevante Arbeitserfahrungen gesammelt haben. Das hat den Vorteil, dass die Einarbeitung weniger aufwendig ist und Kompetenzen schneller eingebracht werden können. Außerdem kann Arbeitserfahrung davor schützen, zu hohe Erwartungen an die Tätigkeit zu haben, die im „Realitätsschock“ enttäuscht werden.

Es gibt jedoch eine Reihe von Branchen, die besonders offen dafür ist, Kandidaten ohne Vorerfahrung aufzunehmen. Dazu gehören laut Monster HR Report Freizeit- und Gastgewerbe, Transport und Logistik, Business und Dienstleistungen sowie das Gesundheitswesen. Neben der Arbeitserfahrung spielen Soft Skills eine wichtige Rolle.

Soft Skills: Top 4

Der wichtigste Soft Skill für Unternehmen ist Zuverlässigkeit. Arbeitgeber suchen Mitarbeiter, auf die sie sich verlassen können. Auf Platz 2 folgt Teamfähigkeit. Es gibt mittlerweile beinahe keinen Arbeitsplatz mehr, ohne Kontakt zu anderen Mitarbeitern. Teamfähige Mitarbeiter zeichnen sich dadurch aus, dass sie konstruktiv kommunizieren und gemeinsam an Lösungen oder Ideen arbeiten können. Auf Platz 3 der Soft Skills steht Problembewältigung bzw. kritisches Denken. Mitarbeiter sollen Dinge nicht einfach hinnehmen, sondern über ihr Tun nachdenken, Vor- und Nachteile sowie Konsequenzen abwägen können. Auf Platz 4 der wichtigsten Soft Skills folgt schließlich Flexibilität.

Kanäle: Wie finden Unternehmen und Bewerber zusammen?

Recruiter der Generation Millenium nutzen laut Monster HR Report eine Vielzahl unterschiedlicher Tools, um Talente zu erreichen. Darunter Social Media Kampagnen (17 %) oder Mobile Recruiting (11 %). Ältere Generationen verlassen sich vermehrt auf ihre Netzwerke und nutzen persönliche Kontakte (ca. 50 %). Bei der Nutzung von Online-Job Boards profitiert ein Großteil der Recruiter von Tools für die CV-Suche (40 %).
Vor allem KMU nutzen die Möglichkeit, Kandidaten direkt über Plattformen zu kontaktieren. Etwa ein Fünftel der mittelständischen Unternehmen verbreitet seine Stellenanzeigen über Social Media und Partner-Netzwerke. Zu den Top 3 Auswahltools großer Unternehmen gehören Videointerviews – Letztere haben vor allem in Corona-Zeiten an Bedeutung gewonnen. Das virtuelle Recruiting ist für Unternehmen eine der größten Herausforderungen in 2021. Mehr dazu in unserem Blogbeitrag: Personalrekrutierung 2021: Was hat sich verändert?

Fazit

Wie finden Unternehmen die passenden Kandidaten? Ein häufig genutztes Instrument zur Personalauswahl sind Bewerbungsinterviews. Strukturierte Interviews bieten eine mittelhohe Validität, haben allerdings auch einige Fallstricke (z. B. soziale Erwünschtheit). Im CV achten die meisten Arbeitgeber laut HR Report auf Kompetenzen, die aus Sicht einiger Recruiter gelegentlich übertrieben werden. Arbeitserfahrungen sind in vielen Branchen wichtig, es zeigt sich aber eine größere Offenheit für Kandidaten ohne Vorerfahrung in einigen Branchen. Neben Kompetenzen und Arbeitserfahrungen legen Arbeitgeber Wert auf Soft Skills, insbesondere Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit. Die genutzten Kanäle für die Rekrutierung sind vielfältig, wobei sich Recruiter älterer Generationen mehr auf ihre Netzwerke verlassen als Jüngere.

Quelle Foto: © Andrey Popov / Adobe Stock

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