Internet of Things: Die Zukunft digitaler Reinigungsprozesse

verfasst von zvoove, 20.04.2022
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IoT: Mit Objekten kommunizieren

Das Internet der Dinge (IdD oder IoT) ist vielleicht eines der spannendsten Themen unserer Zeit. Mit dem Internet hat sich Ende der 1960er Jahre eine Technologie entwickelt, die unser Leben komplett revolutioniert hat. Das IoT erweitert den rein virtuellen Raum des Internets auf die Dinge unserer Umgebung. Durch Vernetzung von virtuellen und physischen Objekten expandiert das Internet auf unsere Umwelt.
Was nach Science-Fiction klingt, ist bereits Teil unserer Wirklichkeit. Mit intelligenten Lautsprechern wie „Alexa“ können wir Objekte steuern. Das Smart Home verknüpft die Gegenstände in unserem Zuhause mit der virtuellen Welt. Per Sprachsteuerung können wir zum Beispiel das Licht anschalten oder unseren Lieblingssong per Lausprecher abspielen. Neben dem privaten Raum werden die neuen Möglichkeiten zunehmend auch für den gewerblichen Bereich genutzt.

Smarte Reinigungstechnologien auf dem Vormarsch

Wer an smarte Reinigungstechnologien denkt, dem fällt vielleicht zunächst der smarte Saugroboter ein. Die Geräte navigieren automatisch durch die Wohnung und nutzen z. B. Kamera- oder Lasertechnologien, um sich zurechtzufinden. Den Grundriss der Wohnung speichern sie in einer virtuellen Umgebungskarte. Steuerbar sind die meisten Geräte per Smartphone – entweder spontan oder planbar mit Zeiteinstellung.
Auch im größeren Rahmen als dem privaten Zuhause sind smarte Reinigungsgeräte vorstellbar – etwa im Smart Office. Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) hat z. B. ein Scheduling-Verfahren vorgestellt, um die Office-Reinigung mit dem smarten Saugroboter zu erleichtern (»Alexa, der Dreck muss weg!« – Intelligentes IoT-Reinigungskonzept für das Smart Office). Der Reinigungsroboter soll sich mit intelligenten Sprachassistenten und anderen Geräten (z. B. einem Wischroboter) abstimmen können.
Die gewerbliche Nachfrage nach Reinigungs- und Desinfektionsrobotern ist nicht zuletzt im Zuge der COVID-19 Pandemie drastisch gestiegen (World Robotics 2021 Service Robots Report). Forschungsinstitute entwickeln modulare Reinigungsroboter im Baukastensystem, die z. B. spezielle Module für die Nass- und Trockenreinigung vereinen. Diese smarten Geräte verfügen über Sensoren, um ihre Umgebung abzuscannen und den Verschmutzungsgrad zu registrieren.
Wirklich smart sind Geräte, die die gewonnen Daten nutzen, um daraus zu lernen (Stichwort: maschinelles Lernen). Mehr Informationen zu aktuellen Forschungsprojekten im Bereich Smarte Gebäudereinigung findest Du in unserem Blogartikel: Smart Cleaning: Roboter in der Gebäudereinigung.

IoT und smarte Technologien: Wie hängt beides zusammen?

Das IoT ermöglicht es, Informationen aus der realen Welt zu nutzen und in virtuelle Systeme einzuspeisen. Am Beispiel von Reinigungsrobotern werden etwa die per Sensor aufgezeichneten Informationen an ein Netzwerk übermittelt, um sie dort weiterzuverarbeiten. Dadurch gelangen Zustandsinformationen aus der realen Welt ins Netz, das Informationen zu verschiedenen Objekten integriert. Sprich: Alle wichtigen Informationen werden über eine Plattform steuerbar.
Ein Vorteil des IoT ist, dass Informationen von allen wichtigen Stellen aus in Echtzeit an eine Art zentralen Hub übermittelt werden. Das heißt auch, dass das System Fehler zurückmelden und ggf. selbsttätig intervenieren kann. Ist beispielsweise der elektronische Seifenspender fast leer, wird der Füllstand direkt an das System bzw. einen Mitarbeiter gemeldet.
Ein weiterer Vorteil ist die Kommunikation zwischen Arbeitskräften und robotischen Helfern. Das Team erfährt über die Rückmeldung des Systems zum Beispiel, welchen Status der Reinigungsroboter gerade hat – etwa, ob er für eine neue Aufgabe bereitsteht oder defekt ist. Eine solche Rückmeldung erfolgt idealerweise nicht nur für ein Gerät, sondern für eine komplette Maschinenflotte, die im Rahmen der Machine-to-Machine Kommunikation miteinander interagieren kann. Das erleichtert den Überblick über den Status aller Geräte und die Aufgabenplanung. Mithilfe der Informationen zu Reinigungsbedarfen und zu etwaigen Leerläufen lassen sich optimierte Reinigungspläne erstellen.
Zudem können Arbeitsfortschritte nahtlos dokumentiert werden. Durch die Dokumentation lassen sich Datenströme analysieren und Verbesserungsbedarfe identifizieren, um den Reinigungsprozess zu optimieren (Stichwort: Qualitätsmanagement). Controller können zum Beispiel Auslastungshochs im Blick behalten und einsehen, wann Maschinen unnötig stillstehen.

IoT und Datenschutz: Mindeststandards definieren

Die Investitionsbereitschaft in IoT-Projekte ist hoch: Rund 77 % der Unternehmen wollen in den kommenden Jahren in entsprechende Projekte investieren (Internet of Things 2019/2020). Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen hält die Relevanz von IoT für sehr hoch bis hoch. Etwa die Hälfte der Unternehmen hat bereits IoT-Projekte umgesetzt.
Allerdings gibt es Bedenken: Etwa ein Drittel der Befragten macht sich Sorgen um Datenschutz und Sicherheit. Manchen fehlt es an Know-how und Ressourcen, um beides gewährleisten zu können. Eine Befürchtung ist, dass Daten der Maschinen bzw. der Anwender und Einsatzbereiche unautorisiert in die Hände externer Interessenten gelangen.
Ganz unbegründet scheinen die Sorgen nicht zu sein: Laut IoT Security Foundation reagieren rund 80 % der IoT-Firmen mit unzureichenden Konzepten auf gemeldete Sicherheitsmängel (Sicherheitslücken bei Smart Home & IoT: Hersteller arbeiten "inakzeptabel"). In den USA hat die Regierung bereits für ein IoT-Gesetz für stärkere IT-Sicherheit gestimmt (IoT Cybersecurity Amendment Act of 2020). In Europa hat das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) eine Spezifikation für IoT-Standards herausgegeben, darin enthalten sind u. a. Empfehlungen zur Umsetzung von Security by Design und prüfbare Mindeststandards für Cyber-Sicherheit.
Mehr Informationen zum Thema Cybersicherheit speziell für KMU findest Du in unserem Blog: KMU Hauptangriffsziel von Cyberattacken: Die Lösung für mehr Sicherheit.

Fazit

Das IoT hält mit der Smart Home Technologie bereits Einzug in die heimischen Wohnzimmer. Auch im Büro oder Smart Office helfen smarte Geräte wie Saugroboter den Arbeitsalltag effizienter zu machen. In der Gebäudereinigung sind die Möglichkeiten des IoT vielversprechend. Miteinander kommunizierende smarte Geräte liefern Informationen zur Optimierung von Arbeitsprozessen. Leerstände, defekte Maschinen oder Auslastungslevels lassen sich über das Netzwerk in Echtzeit zurückmelden, um Arbeitsschritte zu optimieren und Kosten zu senken. Außerdem können die smarten Geräte in das Team einbezogen werden – beispielsweise der Seifenspender, der seinen Füllstand an die Mitarbeiter meldet. Angesichts des vielversprechenden Nutzens der IoT-Technologien ist es wichtig in puncto Cybersicherheit voranzukommen, etwa durch entsprechende nachprüfbare Mindeststandards (z. B. in puncto Security by Design). Unternehmen stehen außerdem vor der Herausforderung, ausreichend Know-how und Ressourcen im Bereich Datenschutz- und -sicherheit zu gewährleisten.

Quelle Foto: © Tierney / Adobe Stock

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