Innere Kündigung verursacht mehr als 100 Milliarden Euro Schaden

verfasst von zvoove, 30.11.2015
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Unengagierte Mitarbeiter verursachen große wirtschaftliche Schäden

15 % der Mitarbeiter in Deutschland, so vermeldete Gallup ([1]) dieses Jahr, haben bereits innerlich gekündigt. Ähnliche Zahlen ermittelte Kienbaum ([2]): Nur 58 % der deutschen Mitarbeiter sind engagiert, das liegt knapp unter dem internationalen Durchschnitt. Gallup und Kienbaum sind die größten Beratungsunternehmen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Der Schaden ist groß, denn unengagierte Mitarbeiter laufen nur mit. Sie zeigen bewusst weder Initiative noch Leistungsbereitschaft. 

Dafür gibt es auch Zahlen: Gallup beziffert den volkswirtschaftlichen Schaden auf 122 bis 124 Milliarden € im Jahr. Allein der erhöhte Krankenstand, der sich bei demotivierten Mitarbeitern nachweisen lässt, kostet die Unternehmen 10,5 Milliarden € jährlich. Aber nicht diese Zahlen sind das Schlimmste an der Seuche „innere Kündigung“. Viel schlimmer ist, dass die Verantwortlichen den Kopf in den Sand stecken. Und die Verantwortlichen sind nach den Umfragen von Marktforschern und Wissenschaftlern die Führungskräfte. Sie kommunizieren zu wenig oder falsch mit ihren Mitarbeitern, sie unterfordern sie oder nehmen ihre Anliegen nicht ernst. Natürlich ist die „innere Kündigung“ ein komplexer Prozess mit vielerlei Ursachen. Diese Vielschichtigkeit und Komplexität kommt den Verantwortlichen gerade recht, denn so können sie leicht von sich ablenken: 

„Individuelle Probleme, spezieller Fall, kann man nicht so einfach sagen, lässt sich nicht fassen,…“. Doch so einfach ist das mit dem Rausreden nicht. 

**Hier die Kernaussagen der drei wichtigsten Engagement-Forscher: **

  • Marco Nink, Verhaltensökonom und Senior Consultant bei Gallup Deutschland: Schlechte Führung ist ein Motivationskiller. Viele Führungskräfte ignorieren die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Mitarbeiter ([3]).
  • Der oben angeführte Engagement-Index von Kienbaum stellt fest: Ein Großteil der befragten 2.500 deutschen Mitarbeiter bemängelt vor allem die Kommunikations- und Führungsfähigkeiten der Unternehmensleitung.
  • Prof. Dr. Ralf Brinkmann ist Diplom-Psychologe, lehrt an der SRH Hochschule Heidelberg Wirtschaftspsychologie und beschäftigt sich seit Jahren mit der inneren Kündigung. Sein Fazit: An erster Stelle der Gründe für die innere Kündigung stehen Führungsfehler ([4]).

Der Knackpunkt daran ist, dass sich 95 % der Vorgesetzten selbst für fähig halten, so das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Handelsblatts ([5]). Wer Mitarbeiter motivieren will, muss bei den Führungskräften anfangen – also im Zweifelsfall bei sich selbst. 

So vermeiden Sie die "innere Kündigung"

Folgende Tipps können Führungskräften helfen, demotivierte Mitarbeiter in ihrem Bereich zu verhindern:

  • Nicht denken, dass man gut ist, sondern tatsächlich die Mitarbeiterzufriedenheit anonym und mit Hilfe eines externen Partners erforschen lassen.
  • Führungskräftetrainings absolvieren: Führung kann und muss man lernen. Gute fachliche Qualifikation und Fleiß reichen nicht.
  • Selbstreflexion üben – auch dafür gibt es ausgebildete Trainer. Sie ersetzen Selbstverliebtheit gegen fundiertes Selbst-bewusst-Sein.
  • Mitarbeiter wertschätzen – und zwar ehrlich: Sie um ihrer selbst Wert schätzen und dies auch im persönlichen Kontakt individuell zum Ausdruck bringen. Lob-E-Mails und pauschale Motivationsansprachen in die Runde sind da nicht genug.

 

Fazit

Demotivierte Mitarbeiter sind ein extrem hoher Faktor für wirtschaftliche Einbußen. Deshalb sollten sie unbedingt gezielt angesprochen und aus ihrer inneren Kündigung herausgeholt werden. Den Umfragen und Studien zufolge sind es häufig Führungsfehler, die Arbeitnehmer ihr Engagement rauben. Doch daran lässt sich arbeiten – unsere Tipps und Verweise sollen als Hilfestellung dienen, um Mitarbeiter zu motivieren und volkswirtschaftlichen Schaden zu vermeiden.

Ausführlichere Informationen und Tipps für Führungskräfte finden Sie unter:

http://www.experto.de/personal/mitarbeiterfuehrung/innere-kuendigung-was-koennen-fuehrungskraefte-dagegen-tun.html

http://www.arbeitsratgeber.com/innere-kuendigung/

http://www.focus.de/finanzen/karriere/management/schluesselqualifikationen/innere-kuendigung-viele-chefs-haben-angst-vor-mitarbeiter-feedback_id_3584706.html

http://www.innerekuendigung.de/

Quellen:

http://www.gallup.com/de-de/181871/engagement-index-deutschland.aspx

http://www.sueddeutsche.de/karriere/innere-kuendigung-das-sind-die-schlimmsten-motivations-killer-1.1341916

https://www.youtube.com/watch?v=gFkxtBSzxmc Vortragsvideo, ca. Minute 5 

http://www.t-online.de/wirtschaft/jobs/id_67703554/umfrage-und-realitaet-viele-chefs-ueberschaetzen-sich-gnadenlos.html (Originalquelle beim Handelsblatt ist nur mit Login zugänglich.)

 

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