HR und Recruiting Trends 2019

verfasst von zvoove, 13.02.2019
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HR und Recruiting Trends 2019

Big Data, Digitalisierung und die Loslösung von veralteten Arbeitsmodellen brachten in den vergangenen Jahren einen fortlaufenden Umschwung – der die HR-Branche vor ganz neue Herausforderungen stellte. Während 2017/2018  ganz im Zeichen des Aufbruchs stand und Personalabteilungen sich einer schönen neuen Welt 4.0 gegenübersahen, herrscht 2019 ein Klima des Ankommens. Nachdem wichtige Erfahrungswerte in Sachen technologische Tools gesammelt und neue Strukturen implementiert worden sind, geht es 2019 an die Feinjustierung und den gezielten Einsatz der neuen Möglichkeiten. Gut gerüstet marschieren HR-Experten der gezielten Umsetzung ihrer neu gewonnenen digitalen Lösungen entgegen. Ihr Ziel: Dem Recruitingprozess mehr Individualität einzuhauchen. Ein Überblick der wichtigsten HR und Recruiting Trends 2019.

HR 4.0: Digitale Recruiting Trends 2019

**Automatisierung & künstliche Intelligenz (KI)  **Die meisten Bereiche des täglichen Lebens haben sich durch die allgegenwärtige Digitalisierung ins Internet verlagert, das gilt auch im HR-Bereich. Online-Jobbörsen und E-Recruiting-Lösungen dienen als effiziente Tools, um Stellen schneller und besser zu besetzen. Damit fließen täglich Unmengen von relevanten Daten in Personalabteilungen. Wie diese effizient mit diesen Informationen umgehen, sie schnell auswerten und zielgerichtet einsetzen, war lange nicht klar definiert. 2019 haben die meisten Firmen ihr Learning weit genug vorangetrieben, um das große Potential der Daten voll ausschöpfen zu können. Monitoring, Targeting und Co. waren Buzzwords der letzten Recruiting-Jahre, 2019 geht es an deren professionelle Umsetzung.  **Individualisierung **Maßgeschneiderte Recruiting-Kampagnen lösen die One-Fits-All-Standards ab: Unternehmen nutzen bisher gesammelten Daten 2019 vermehrt dazu, um Kampagnen für jede einzelne Stelle zu individualisieren und Kandidaten direkt auf die Karriereseite zu locken. Statt ganze Sparten wie „High Potentials“ oder „Young Professionals“ als Zielgruppe zu definieren, geht es 2019 darum, Streuverluste vermehrt einzustampfen und Top-Kandidaten vereinzelt anzusprechen. Auch 2018 prägten Buzzwörter wie Candidate Experience oder Bewerber-Matching die Branche – dieses Jahr geht es darum, diese Worthülsen individualisiert mit Leben zu füllen, indem z.B. die persönliche Erfahrung der Kandidaten verstärkt in den Fokus rückt.  

**Candidate Experience **Wie bereits im ersten Punkt erwähnt, ist die Candidate Experience nach wie vor eines der wichtigsten Recruiting-Elemente, doch auch sie wird ab sofort nicht mehr nur standardisiert eingesetzt. **Zielgruppen-Cluster lösen sich auf – an ihre Stelle rücken **Candidate Personas, mit ihrer Hilfe bekommen die gesuchten Talente ein Gesicht, Bedürfnisse und einen Background. Auf all diese Elemente können HR-Entscheider beim individuellen Recruitingprozess eingehen. So gibt es beispielsweise Ansätze, in denen Jobsuchenden eine perfekt auf sie zugeschnittene Karriereseite angezeigt wird – natürlich auf Grundlage der über sie gesammelten Daten. 2019 geht mit großen Schritten auf solche personalisierten HR-Trends zu. 

**Künstliche Intelligenz **Die unsichtbare Hand der KI hat in immer größeren Teilen des Personalbereichs ihre Finger im Spiel: Smarte Algorithmen prüfen Kandidaten schon jetzt auf ihre Tauglichkeit, Lebensläufe können dank CV-Parsern automatisch ausgelesen werden – ein Trend, der sich 2019 massiv fortsetzen und ausdehnen wird. Die letzten Jahre waren geprägt vom digitalen Wandel, Unternehmen stellen sich vermehrt darauf ein und switchen vom „Dummie“ zum Experten. 2019 setzen Firmen datengesteuerte und zielgerichtete Rekrutierungsprozesse  deutlich mehr ein– als effektive Ergänzung zu klassischen Personalgewinnungsmaßnahmen.   

**Social Job Ads **Dank Social Networks wie Facebook oder Indeed ist es möglich, die Profildaten der User mit den Angaben der geschalteten Anzeige abzugleichen. Auch hier spielt KI eine ausschlaggebende Rolle, da der Matching-Algorithmus mittlerweile sehr exakt ist. Vor dem Hintergrund der verstärkten Individualisierung sind Social Media Kanäle 2019 wichtiger denn je. Denn: laut einer Studie von Monster.de wünschen sich rund 47,3% der Generation Y eine persönliche Ansprache im Recruiting-Prozess. Ein Bedürfnis, das dank sozialer Netzwerke und der ausgereiften Algorithmen 2019 mit Social Job Ads ideal abgedeckt werden kann.  

**Cost-per-Click-Anzeigen Ein Trend, der sich 2019 verstärkt durchsetzen wird. Anstatt viel Geld für Stellenanzeigen zu zahlen, deren Klickraten möglicherweise vernichtend gering sind, setzen Personalentscheider ihr Budget 2019 effizienter ein. Auch die feingeschliffene Merkmaleingrenzung und das Targeting machen dieses Modell so attraktiv. Indeeds Performance-Kampagnen, GoogleAds und sonstige CPC-Modelle nehmen 2019 stark an Fahrt auf.  ** 

**Recruiting Chatbots  **Die kleinen virtuellen Helfer könnten Personalern 2019 effektiv zuarbeiten. So ist es beispielsweise möglich, dass sie den Erstkontakt mit (jungen) Bewerbern übernehmen, indem sie die Kandidaten „abklopfen“. Fragen nach Erfahrungen, Gehaltsvorstellungen, vorherigen Arbeitgeber, den frühesten Starttermin, etc. Das Chatbot-Gespräch könnte ähnlich wie die Kommunikation im Messenger gestaltet werden, sodass sich vor allem junge Zielgruppen sofort angesprochen fühlen. Im Anschluss kann der Recruiter anhand der Antworten auswerten, ob sich die weitere Gesprächsführung lohnt.  

HR-Trends 2019: Diversity, Personalisiserung & neue Arbeitsmodelle

Diversity Management

Um die durch den Fachkräfteengpass entstandene personelle Lücke zu füllen, ist Vielfalt und Inklusion am Arbeitsplatz unerlässlich. Diversity Management ist daher ein Trend, der die HR-Branche auch 2019 prägen wird.

  • Ein großes Thema ist die erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt – ein Potential, von dem insbesondere Ausbildungsbetriebe und die Zeitarbeitsbranche profitieren können.
  • Hohe Vakanzen von Experten, wie beispielsweise im IT-Sektor, können Personalabteilungen durch International Recruiting bekämpfen. Das gezielte Anwerben ausländischer Fachkräfte bekommt auch durch das Eckpunktepapier zum Einwanderungsgesetz 2019 neuen Aufwind. 

 

Unkonventionelle Arbeitsmodelle

Bereits 2018 gab es einen großen Hype um untypische Arbeitspraktiken: Konventionelle Hierarchien lösen sich vermehrt auf und Kommunikation auf Augenhöhe ist wichtiger denn je. Am auffälligsten sind die Entwicklungen bei flexibleren Arbeitszeiten. Immer mehr Arbeitnehmer befreien sich vom klassischen „9-to-5“-Modell und streben einen Büro-Rhythmus an, der ihrem Lebensstil gerecht wird. Homeoffice rückt 2019 mehr denn je in den Fokus. Die University Stanford hat zwei Jahre lang untersucht, wie sich flexibles Arbeiten im Homeoffice auswirkt. Das Ergebnis: Personen, die ihre Bürotätigkeiten nach Hause verlagern, arbeiten mindestens ihre volle Zeit ab oder sind sogar produktiver. Es stellte sich außerdem heraus, dass sie kürzere Pausen einlegen, nicht häufig wegen Krankheit ausfallen und sich weniger freinehmen. Arbeitgeber profitieren darüber hinaus vom ortunabhängigen Einsatz ihrer Mitarbeiter – und können ihren Bewerberpool deutlich ausweiten. Höchste Zeit also, flexiblere Arbeitszeiten nicht nur einzukalkulieren, sondern auch im Recruiting-Prozess klar zu kommunizieren, um als Arbeitgebermarke positiv auszufallen.

 

Personalisierung

Traditionell gehen viele HR-Praktiken von den Bedürfnissen des Unternehmens aus, das wird sich 2019 stückweise ändern. Dieses Jahr rücken **individuelle Bedürfnisse, Wünsche und Fähigkeiten von Kandidaten bzw. Mitarbeitern **verstärkt in den Fokus. Ein Beispiel aus der Praxis: Der Onboarding-Prozess. Regulär werden dem neuen Mitarbeiter „von oben herab“ gelebte Werte und die Unternehmenskultur vermittelt. 2019 kommt der persönliche Part des neuen Arbeitnehmers hinzu. Was kann die Firma beispielsweise von ihm und seinem Erfahrungsschatz lernen? Dieser neue, personalisierte Aspekt zieht sich als roter Faden durch das neue HR-Jahr.

 

Vertrauensarbeit

Ein wichtiger Punkt auf der HR-Agenda 2019:** Haben Mitarbeiter Vertrauen in das Unternehmen, für das sie täglich arbeiten? **Trauen sie auch der dort angewandten Technologie? Sind sie davon überzeugt, dass das Unternehmen Technologie für ihren Vorteil einsetzt? Die weltweite Umfrage von Ernst & Young „Trust in the Workplace“ zeigte, dass nur weniger als die Hälfte der Befragten einen „großes Vertrauen“ in ihren derzeitigen Arbeitgeber haben. Dabei muss man sich die große Frage stellen: Wenn jemand nicht in seinen Arbeitgeber vertraut, warum sollte er dann für ihn arbeiten? Auch hier helfen gezielte Vermarktungsansätze, die den Eindruck eines vertrauensvollen Unternehmens schaffen.

 

Fazit

Jedes Unternehmen bzw. jede Personalabteilung muss natürlich individuell entscheiden, an welcher Stellschraube sie zuerst drehen muss, um auch 2019 wettbewerbsfähig zu bleiben. Die große Umstrukturierung der letzten Jahre trägt langsam Früchte. Herausforderungen der Vergangenheit – also **Mitarbeitermanagement, hohe Fluktuationsraten und Digitalisierung **– können 2019 bekämpft und bestenfalls besiegt werden. Personalabteilungen können sich mit zunehmendem Tempo endlich in diese neuen, leistungsfähigen Systeme einarbeiten, um ihre Belegschaft zu stärken.

Quelle Foto: © peshkova / Fotolia

 

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