Google for Jobs: Start der Testphase in Deutschland

verfasst von zvoove, 18.03.2019
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Google for Jobs: Revolution im Recruiting?

Jeden Monat gehen auf Google über 70.000.000 Job-Suchanfragen ein – eine Zahl, die nicht nur für Recruiter, sondern auch für den Suchmaschinengiganten selbst interessant ist. Der Marktführer aus Silicon Valley wittert offenbar ein vielversprechendes Geschäftsmodell hinter der Stellensuche und hat große Pläne. Ähnlich wie „Google Shopping“ oder „Google Wetter“ will die Suchmaschine in absehbarer Zeit mit „Google for Jobs“ den gesamten Stellenmarkt durcheinanderwirbeln. Das Prinzip ist einfach: Der Internetriese durchleuchtet künftig Karriereseiten und Jobportale, um die dort aufgeführten Stellenanzeigen gesammelt und auf einen Blick in den Google-Ergebnissen zu listen. Der Masterplan aus Mountain View greift also auf ähnliche Techniken wie die von Job-Metasuchmaschinen zurück. Dank Googles Marktmacht steckt natürlich deutlich mehr Reichweiten-Power hinter diesem neuen Modell. Klar ist: Unternehmen müssen sich auf diese Novelle einstellen – und die Kehrseite der Medaille ist durchaus bekannt. Auch im Hintergrund von Google for Jobs laufen undurchsichtige Algorithmen, die am Ende nur die Suchmaschine selbst kennt. Die Abhängigkeit vom Marktführer wird größer – doch andererseits eröffnen sich auch ganz neue Recruiting-Möglichkeiten.

Google for Jobs: Vorteile für das Recruiting

In den USA ist Google for Jobs bereits seit 2017 fester Bestandteil der digitalen Stellensuche. Seither blicken europäische Recruiter gebannt über den großen Teich und warten darauf, dass Google seinen neuesten Geniestreich auch hierzulande auf den Markt bringt. Laut Medienberichten ist es bald soweit: Ab sofort testet Google die neue Form der Jobsuche partiell auch in Deutschland. Wann genau das Feature flächendeckend live geschaltet wird, ist momentan unklar - doch die aktuelle Testphase beweist, dass es nicht mehr lange dauern wird. Was bedeutet das für Recruiter? **Stellenangebote von Googles eigener Jobbörse sollen künftig nach den bezahlten, aber vor den organischen Treffern erscheinen **. Das sieht wie folgt aus (über dem blauen Balken befinden sich bezahlte Anzeigen und unter den drei Treffern erscheinen die organischen Suchergebnisse).

 
Google for Jobs: Start der Testphase in Deutschland

Die Vorteile für Unternehmen:

  • Reichweite: Viele Kandidaten nutzen Google ohnehin bereits zur Jobsuche
  • Optik: Stellenanzeigen können mit Logo, Rezensionen, Bewertungen und Jobdetails angereichert werden
  • **Matching: **Google erkennt, wonach Personen suchen, auch wenn die Keywords nicht zu 100 % den definierten Suchbegriffen entsprechen oder nur verwandte Begriffe genutzt werden
  • Weiterleitung: Ist ein Bewerber interessiert, gelangt er mit einem Klick auf die Karriereseite  Achtung: Langfristig ist an dieser Stelle das One-Click-Bewerbungsverfahren geplant, direkt via Google. Damit gehen wichtige Klicks auf der Karriereseite verloren.

Die Vorteile für Bewerber:

  • Zeitersparnis: Statt einzelne Portale aufzurufen, werden relevante Angebote an einem Ort gebündelt
  • Filter: Jobsuchende können nach Kriterien wie Standort oder Stellenbezeichnung filtern
  • Kostenfrei: Bewerber zahlen nichts für diesen Service
  • Keine Redundanz: Talente treffen nicht mehrmals auf dieselbe Seite

Googles Erfolgsrezept für die Stellenanzeige

Es ist bekannt, dass Google eine weltweite Vormachtstellung innehat. Das Unternehmen feilt mit KI und Co. seit Jahren an immer präziseren Möglichkeiten, um Unmengen der wichtigsten digitalen Währung anzuhäufen: Daten. Der Suchmaschinengigant wertet diese aus, um das Nutzerverhalten immer besser verstehen zu können. Android, der Chrome-Browser oder Webseiten-Dritte, die Dienste wie Analytics einbinden: Google zapft unzählige Kanäle zur Datenbeschaffung an und kann daher teils schon im Vorfeld ableiten, ob ein Kandidat wechselwillig ist. Wie? Weil die Suchmaschine erkennt, ob eine Person z.B. bereits die Webseite der BA besucht hat oder sich regelmäßig durch Jobportale klickt. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass Google for Jobs das komplette Recruiting-Segment umkrempeln wird. So oder so: Im War for Talents ist fast jedes Mittel recht, um Talente zu finden. Deswegen sollten Unternehmen frühzeitig umsatteln und ihre Stellenanzeigen den Google-Kriterien anpassen. Die Idee sieht vor, dass Google mit verschiedenen Stellenportalen kooperiert, um dort gepostete Anzeigen unmittelbar in der Google-Trefferliste zu platzieren. Das heißt: Unternehmen können die Ausschreibungen nicht selbst auf Google veröffentlichen, sondern müssen sich an gewisse Regeln halten, damit ihre Anzeigen dort erscheinen (selbiges gilt natürlich auch für Anzeigen auf der firmeneigenen Karriereseite). Hierfür hat die Suchmaschine einen einheitlichen Standard definiert, der Stellenanzeigen nach einem gewissen Schema strukturiert, sodass Google diese findet und anzeigt.

Googleoptimierte Stellenanzeigen

Damit der vielbeschäftigte Google-Bot Ihre Anzeige in Zukunft entdeckt, sollten Sie einige Grundregeln beachten. Generell lässt sich sagen: Je mehr Informationen Stellenanzeigen enthalten, desto mehr wird deren Sichtbarkeit gepusht. Wichtig ist außerdem, dass die Anzeige in HTML-Form vorliegt und folgende Struktur berücksichtigt: Jobtitel, Branche, Arbeitszeiten und Gehalt.

Laut Google ist sind folgende Punkte relevant:

  1. Damit der Bot eine Webseite crawlen kann, darf er keinesfalls durch eine robot.txt-Datei oder ein Meta-Tag blockiert werden
  2. In den Hostlast-Einstellungen muss eine hohe Crawling-Frequenz zulässig sein
  3. Es sollten strukturierte Daten vom Typ „JobPosting“ auf der Webseite hinzugefügt werden
  4. Wenn eine Stellenanzeige auf der Karriereseite mehrfach unter verschiedenen URLs vorhanden ist, sollten Sie kanonische URLs verwenden
  5. Um Google über neue URLs zu benachrichtigen, sollten Sie die Indexing API verwenden

Hier gibt’s mehr detaillierte Informationen zu Googles RichtlinienWir von prosoft sind perfekt gerüstet und bilden Google for Jobs in unserem Bewerbermanagementsystem prosoftrecruiting© standardmäßig ab. Sobald die neue Funktion deutschlandweit verfügbar ist, haben Nutzer unserer HR-Lösung direkt Zugriff auf den neuen Recruiting-Kanal. 

Sie möchten die Funktion testen? Gerne: Öffnen Sie einfach das Testtool für strukturierte Daten und kopieren Sie anschließend die nachstehende, beispielhafte Stellenanzeige in das Fenster.

  • Wählen Sie „Test durchführen“
  • Jetzt klicken Sie rechts auf „JobPosting“ und danach auf „Vorschau
  • Im Anschluss sehen Sie, wie eine Stellenanzeige künftig in Google for Jobs dargestellt wird.

Hier erfahren Sie noch mehr über alle spannenden Möglichkeiten von prosoftrecruiting©.

 

Fazit

Mit diesem hausgemachten Jobportal lässt Google Personalverantwortliche in absehbarer Zeit an seinem Erfolgsrezept teilhaben: Der zielgerichteten Nutzung von Daten, um in dem Fall das Matching zwischen Stellenanzeigen und Bewerbern deutlich zu präzisieren. Unternehmen finden so bestenfalls schneller geeignete Kandidaten – die dank Google eine ganz neue Candidate Experience bei ihrer Jobsuche erleben. Immerhin sehen sie auf einen Blick alle elementaren Jobinfos und haben einen direkten Vergleich. Was im Umkehrschluss allerdings auch bedeutet, dass einzelne Unternehmen sich deutlich vom Wettbewerb abheben müssen, um die gewünschte Bewerber-Resonanz zu erhalten. Das Geschäftsmodell von Google ist hinreichend bekannt, um sich das Zukunftsszenario auszumalen: Aller Wahrscheinlichkeit nach müssen Unternehmen Geld für ihre Stellenanzeigen bezahlen, um sich die gewünschte Aufmerksamkeit zu sichern. Trotzdem - mit Google for Jobs ergeben sich ganz neue Möglichkeiten und Recruiter haben Zugriff auf die umfangreichen Daten,- und Matchingkapazitäten des Suchmaschinenriesen. Es bleibt abzuwarten, wann genau die Funktion in Deutschland verfügbar ist und inwiefern sich die Branche durch die Markteinführung von Google for Jobs in Deutschland längerfristig auswirkt. Klar ist: In nicht mehr allzu ferner Zukunft wird sich einiges ändern.

Quelle Foto: © utah778 / Fotolia

 

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