Facebook-Recruiting – Lohnt es sich?

verfasst von zvoove, 22.08.2016
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Facebook geht neue Wege

Mit 1,71 Milliarden aktiver User gehört Facebook zu den meistgenutzten Social-Media-Kanälen weltweit. Allein in Europa loggen sich täglich rund 1,13 Milliarden Nutzer ein und verbringen im Schnitt 20 Minuten auf der Social-Media-Plattform. Und damit nicht genug: 

Die Facebook-Community wächst weiter – um etwa 15 % pro Jahr. Das bedeutet, dass jede 5 Sekunden ein neues Profil angelegt wird. Das sind beeindruckende Zahlen, die von der großen Marktmacht und dem hohen Einflusspotential von Facebook zeugen. Recruiter können dieses Potential nutzen, um im Netz nach geeigneten Talenten zu fischen. Und zwar ohne großen Kosten- oder Zeitaufwand. Der herkömmliche Weg: Einfach seinen Job-Post auf der Facebook-Unternehmensseite veröffentlichen und dabei auf die Karriereseite des Unternehmens oder einen Ansprechpartner für die Bewerbung verweisen. Die Bewerbung erfolgt dann über die Online-Bewerbungsfunktion auf der Karriereseite, postalisch oder per E-Mail. 

Um möglichst viele potentielle Kandidaten zu erreichen, sollten Recruiter die Top-Nutzungszeiten von Facebook beachten. Am häufigsten frequentiert ist die Plattform in der Woche zwischen 13 und 16 Uhr und an den Wochenenden zwischen 12 und 13 Uhr. Am Donnerstag und Freitag ist die Engagement-Rate dabei um 3,5 % höher als an den übrigen Wochentagen. Ist der Post auf der Timeline des Business-Facebook-Account erst einmal abgesetzt, kann er von Mitarbeitern, Recruitern und weiteren Nutzern geteilt werden. Noch einmal potenziert wird die organische Reichweite, wenn das Unternehmen seinen Post kostenpflichtig promoted. Wie gehabt sind in beiden Fällen Likes und direkte Kommentare möglich. Jetzt wird diskutiert, ob Facebook das Job-Posting als eigenes Beitragsformat einführen will. Angeblich wird das zurzeit getestet. Ein Posting ist allerdings nur dann möglich, wenn das Business-Profil in der Spracheinstellung US-Englisch aktiv ist. Über den gesonderten Tab „Job“ oder über den Button „Q&A, Offer, Job+“ in der Statusleiste können Unternehmen ihre Stellenangebote publizieren. Sobald sie auf den Button geklickt haben, öffnet sich eine Publisher-Box als neues Fenster, in dem sie die wichtigsten Jobdaten angeben können: eine Kurzeinleitung (Introduction), ein Foto, den Jobtitel, den Unternehmensstandort (Location), das Gehalt (Salary) in Tages-, Monats- oder Jahresangaben, die Arbeitsform (Job Type) als Voll- oder Teilzeit, Praktikum (Internship) oder Vertrag sowie zusätzliche Jobdetails. 

Ein Manko: die Gehaltsangaben lassen sich nur in US-Dollar angeben und müssten so für nicht-US-Unternehmen umgerechnet werden. Ist die Stellenanzeige dann publiziert, wird sie im News Feed und im Tab „Jobs“ angezeigt und kann wie gehabt geliked, kommentiert oder geshared werden. Über den Button „Apply Now“ haben alle interessierten Facebook-User nun die Möglichkeit, sich direkt über Facebook zu bewerben. Sobald sie den Button geklickt haben, erhalten sie weitere Details zur vakanten Stelle. Klicken sie hier zum zweiten Mal auf „Apply“/Bewerben, öffnet sich ein Dialogfenster mit den Datenfeldern für die Stammdaten des Bewerbers (Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse) sowie für Angaben zur bisherigen beruflichen Laufbahn. Sind diese Angaben bereits im Facebook-Profil des Users hinterlegt, werden sie automatisch in die Felder übertragen. Dokumente wie der Lebenslauf oder Zeugnisse können allerdings nicht hochgeladen werden. Hat der Bewerber die Bewerbung schließlich abgeschickt, erscheint sie im Facebook-Messenger des Unternehmens. Hierüber kann der Recruiter mit dem potentiellen neuen Mitarbeiter direkt kommunizieren und auf mögliche Fragen eingehen. Vorausgesetzt, dass die nötigen Personalressourcen dafür vorhanden sind und das landesinterne Datenschutzrecht hier keine Probleme macht. Sobald die Stelle erfolgreich besetzt ist, kann sie als besetzt markiert werden („marke das hired“).

 

Pro und Contra des Facebook-Recruiting

Die Veröffentlichung von Job-Posts auf Facebook hat viele Vorteile. Das wohl einschlägigste Argument für Facebook-Recruiting ist die potentielle, manchmal gar virale Reichweite der abgesetzten Posts: zum einen, weil Facebook so viele Nutzer und junge Talente beherbergt – etwa 29, 7 % der User ist zwischen 25 und 34 Jahre alt, darunter viele Studenten und Absolventen. Zum anderen, weil die Posts vielfach geteilt werden können, so dass sich Recruiter hier auch sogenannte „weak links“ zu Nutze machen können. Dadurch erreichen sie Nutzerkreise, zu denen sie auf herkömmlichen Wege evtl. gar keinen Zugang gehabt hätten. Gleichzeitig erhöhen Arbeitgeber so die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit ihren Stellenangeboten auch passive Kandidaten erreichen, die gerade nicht auf Jobsuche sind. Viele qualifizierte Talente sind bereits in ein Arbeitsumfeld eingebunden und suchen nicht aktiv nach Stellen. Vielleicht lassen sich latent wechselwillige Kandidaten aber dann doch von einer attraktiven Stellenanzeige überzeugen, die ihnen zufällig ins Auge springt. Ein zusätzlicher Pluspunkt: 

Die weite Reichweite der Posts erhöht die Sichtbarkeit des Unternehmens und kann somit auch als Instrument des Employer Branding eingesetzt werden. Ein großer Vorteil der neuen Job-Funktion besteht darin, dass sie Bewerbern den Bewerbungsprozess sehr einfach macht: Sie brauchen nicht aktiv nach einer Stelle suchen und können sich bei Interesse schnell über den „Jetzt-Bewerben“-Button bewerben. Ihre Daten brauchen sie dabei nicht einmal händisch eingeben – vorausgesetzt sie sind in ihrem Facebook-Profil hinterlegt. Über den Facebook-Messenger ist anschließend eine direkte Kommunikation mit dem Unternehmen möglich. Sollte Facebook tatsächlich eine so hohe Reichweite generieren, stellt sich die Frage, wie sich die vielen Bewerber effektiv händeln lassen, ohne dass das Unternehmen sie zu lange warten lässt. Ein kluges Bewerbermanagement hat den Vorteil, dass es sowohl die Reaktionszeiten des Unternehmens auf Bewerberanfragen als auch die gesamte Time-to-Hire verkürzt. 

Wertvolle Zeit und unnötige Kosten können dadurch gespart werden. Das gelingt zum Beispiel über eine e-Recruiting-Software, mit der sich Bewerber intelligent managen und Top-Talente gezielt identifizieren lassen. Im Gegensatz zur Facebook-Bewerbung haben Bewerber hier die Möglichkeit, wichtige Dokumente wie den Lebenslauf oder Zeugnisse mitzuschicken. Über die Funktion CV-Parsing/CV-Reading werden die Daten aus ihrem Lebenslauf automatisch ausgelesen und in die Datenfelder der Online-Bewerbung übertragen. Die automatische Datenübertragung ist bei Facebook nur der Fall, wenn die Daten tatsächlich im Facebook-Profil hinterlegt sind. Mit der Funktion HR-Analytics können Arbeitgeber außerdem ihre Recruiting-Kanäle gezielt auswerten und ihre Stellenanzeigen passgenau in den erfolgversprechendsten Jobportalen posten. Das geht ganz leicht in über 100 Portalen gleichzeitig via Multi-Channel-Posting, so dass auch hier eine hohe Reichweite garantiert ist. Eine Reichweite, die nicht nur auf Quantität, sondern auch auf Qualität setzt. Denn zum einen werden hier gezielt passende Jobkanäle genutzt. Zum anderen lassen sich topqualifizierte Bewerber mit dem Feature PerfectMatch© gezielt herausfiltern, matchen und scoren.

 

 

Fazit

Facebook-Recruiting ist vor allem für kleine Unternehmen ein sinnvolles Mittel, um potentielle Bewerber zu erreichen: Das Job-Posting ist kostenlos und führt meist zu einer hohen Reichweite. Bewerber können sich spielend leicht bewerben und direkt über den Facebook-Messenger mit dem potentiellen Arbeitgeber kommunizieren. Allerdings beantwortet das Stellenposting über Facebook nicht die Frage nach einem effizienten Bewerbermanagement. Größere Unternehmen mit vielen Mitarbeitern und vakanten Stellen müssen oft mit einem hohen Bewerberaufkommen umgehen. Eine intelligente e-Recruiting-Software erleichtert das Bewerbermanagement und sorgt für eine schnellere Reaktionszeit und eine kürzere Time-to-Hire. 

Quelle Foto: Fotolia © Rawpixel.com  

 

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