Erste Schritte: Mit Active Sourcing erfolgreich durchstarten

verfasst von zvoove, 05.02.2020
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Ihr Active Sourcing Starter-Paket 

Raus aus der Deckung und ran an die Kandidaten: Warum nicht den ersten Schritt machen und potenzielle Kandidaten gezielt ansprechen? Dank Active Sourcing haben Personaler die Möglichkeit, ganz (selbst)bewusst auf Wunschbewerber zuzugehen und so spannende Jobangebote zu verbreiten. Und es lohnt sich! Die StepStone Recruiting Insights („Jobsuche im Fokus“) fanden schon 2018 heraus, dass sich nur eine von zehn Fachkräften aktuell keinen Jobwechsel wünscht. Demnach sind außerdem nur 18% sicher**, in fünf Jahren** noch bei ihrem momentanen Arbeitgeber angestellt zu sein. Auch LinkedIn kam in einer Umfrage zu ähnlichen Ergebnissen. Rund 81% der Plattform-Nutzer sind offen für neue Karrierechancen – und bewerten eine dahingehende Anfrage entsprechend positiv. Erfahren Sie in unserem Blogbeitrag "Jede 10. Stelle über Active Sourcing besetzt" mehr zu den Zahlen und Fakten.Trotzdem muss auch erwähnt werden, dass Active Sourcing ein anspruchsvolles Recruiting-Verfahren ist, in das HR-Verantwortliche sich gut einarbeiten sollten, bevor sie starten. Aber mit der richtigen Strategie und Planung bietet diese Art der Personalbeschaffung ganz neue Kandidaten-Vielfalt. Folgende Punkte bilden eine erfolgreiche Strategie:

  1. Wunschkandidaten definieren
  2. Sourcing-Kanäle auswählen
  3. Tools und Methoden
  4. Die Suche
  5. Der Erstkontakt

Active Sourcing Schritt 1: Wunschkandidaten definieren

Verschaffen Sie sich in diesem ersten Schritt ein glasklares Bild davon, wer Ihr Wunschkandidat für die ausgeschriebene Position ist. Belassen Sie es nicht bei einem trockenen Anforderungsprofil, sondern befüllen Sie dieses bestenfalls mit Leben. Dabei helfen sogenannte Candidate Personas. Sie sind ein Entwurf des idealtypischen Bewerbers – inklusive lebendiger Details wie Hobbies, Werte etc. In unserem Blogbeitrag „Wunschkandidaten mit Candidate Personas finden und überzeugen“ beleuchten wir dieses Thema genauer. Sie starten also mit einem klassischen Anforderungsprofil und erstellen darauf aufbauend eine Candidate Persona.

Im selben Atemzug gilt es, gängige Keywords zu definieren – sowohl für den Jobtitel als auch für die Qualifikationen und die Fähigkeiten. Wenn Sie an dieser Stelle Inspiration brauchen, empfiehlt sich die „Autocomplete“ Funktion von Google. Sobald Sie einen Suchbegriff eingeben, schlägt Google thematisch ähnliche Keywords vor. Achtung: Verwenden Sie dafür immer den Inkognito-Browser, ansonsten erhalten Sie durch vergangene Suchanfragen verfälschte Ergebnisse. Versuchen Sie ansonsten möglichst vollständig alle Fragen-Varianten zu analysieren, bestenfalls sammeln Sie alle identifizierten Begriffe in einer Tabelle.

Active Sourcing Schritt 2: Kanäle auswählen

Nicht jeder Kanal eignet sich für jede Stellenausschreibung. Legen Sie deshalb zuvor fest, auf welchen Plattformen Sie mögliche Kandidaten ansprechen möchten. Im Netz findet sich eine Vielzahl von attraktiven Plattformen. Hier ein grober Überblick verschiedener Kanäle und wo Sie welche Kandidaten finden:

XING: High Level Employees und Fachkräfte (mit CV-Datenbank)

LinkedIn: High Level Employees / Nutzer mit hohem monatlichen Einkommen

**Facebook, Instagram: **Junge Zielgruppe – bietet sich eher für Azubis an. Auf Facebook tummeln sich viele Gruppen/Communites. Recherchieren Sie für Ihre Branche relevante Gruppen und sprechen Sie Mitglieder gezielt an.

Durchforsten Sie auch digitale Plattformen zu Fachthemen. Zu beinahe jeder Branche/jedem Berufsbild gibt es virtuelle Räume, in denen sich vielleicht genau Ihr Traumkandidat aufhält.

Behalten Sie Kündigungswellen von den Big Playern im Blick: Konzerne wie Bayer erleben immer wieder wirtschaftliche Rückschläge, die in großen Kündigungswellen ihren Tiefpunkt erreichen. Suchen Sie in solchen Zeiten gezielt nach Personen aus dem jeweiligen Unternehmen. Wer weiß, vielleicht ist auch er/sie betroffen und freut sich über Jobangebote? Übrigens sollten Sie bei der Kandidatenansprache auch immer die DSGVO im Auge behalten. Mehr zum Thema Active Sourcing und DSGVO finden Sie in unserem Blog.

Active Sourcing Schritt 3: Vorbereitung der Kommunikation 

Bevor Sie mit Ihrer aktiven Suche durchstarten, gilt es, einen Schlachtplan auszutüfteln. Bereiten Sie alle nötigen Unterlagen vor. Je nach Bedarf z.B.:

**Ein Anschreiben: **Das sollte freilich individuell gestaltet werden. Dennoch empfiehlt es sich, bereits im Voraus Details wie die Ansprache (per Du oder per Sie I „Sehr geehrte/r Herr/Frau“ oder „Hallo“) festzulegen. Das beschleunigt den späteren Prozess der Erstansprache.

**Einen Reminder: **Es liegt in der Natur der Sache, dass latent Suchende nicht unbedingt auf Anhieb reagieren, wenn sie angesprochen werden. Rufen Sie Ihr Anliegen deshalb nach einer zuvor definierten Zeit wieder in Erinnerung.

**Eine Kurzpräsentation vom Unternehmen: **Der Kandidat hat angebissen und will mehr über Sie wissen? Oder Sie möchten Ihr Unternehmen bereits beim Erstkontakt kurz und knackig präsentieren? Kürzen Sie Ihre Unternehmenspräsentation auf die wichtigsten Fakten zusammen. Bestenfalls bauen Sie auch alle Benefits mit ein, um schlummernde Kandidaten anzulocken.

Active Sourcing Schritt 4: Die Suche

Die Kanäle sind identifiziert, die Keywords ebenfalls und auch alle Vorlagen stehen bereit? Dann ist es anfangs sinnvoll, sich auf die zentralen Suchbegriffe zu beschränken. Haben Sie z.B. „Projektmanagement“ auf der Agenda, können Sie diesen Begriff in die Suchzeile von z.B. Business-Netzwerken wie XING oder LinkedIn eingeben. Auf XING haben Sie in dem Drop-Down-Menü rechts neben der Suchzeile bei der "Erweiterten Suche" die Möglichkeit, „Personen“ auszuwählen:

 
Erste Schritte: Mit Active Sourcing erfolgreich durchstarten

 

Wenn Sie nicht fündig werden, erweitern Sie Ihre Suche auf gängige Synonyme (hier hilft die eingangs erwähnte „Autocomplete“ Funktion von Google). Sofern auch das nicht die gewünschten Ergebnisse liefert, sind technische Skills gefragt. Recruiter können auf sogenannte Boolesche Suche zurückgreifen. Diese verfeinert die suche durch Programmiersprache (mit dem Befehl „AND“ sagen Sie der Suchmaschine, dass sie SOWOHL das erste ALS AUCH das zweite Keyword suchen – z.B. Marketing Manager AND Frankfurt). Wie genau die Boolesche Suche funktioniert, erfahren Sie in unserem großen Active Sourcing Guide.

Active Sourcing Schritt 5: Der Erstkontakt

Der Erstkontakt ist besonders heikel – er entscheidet über den weiteren Verlauf Ihrer Active Sourcing-Maßnahme. Als Faustregel gilt: Fassen Sie sich kurz! Nutzen Sie idealerweise 100-125 Wörter und gestalten Sie die Ansprache so persönlich wie möglich. Checken Sie dafür alle digital verfügbaren Informationen zu dem jeweiligen Kandidaten. Beschränken Sie sich dabei nicht auf grobe Infos wie demographische Daten, sondern gehen Sie auch auf der Metaebene auf Spurensuche: Wie verhält sich derjenige online? In welchem Duktus hat er sein Profil ausgefüllt? Wie und wo kommentiert er online? Dieser detektivische Prozess nennt sich „Digital Body Language“ und ermöglich Ihnen eine maßgeschneiderte Ansprache. Kommunizieren Sie anschließend unbedingt, warum es sich lohnt, in Ihrem Unternehmen tätig zu sein – und stimmen Sie die Benefits mit den Angaben des Auserwählten ab. Generell ist es sinnvoll, konkrete Brücken zwischen dem Kandidaten und ihrem Unternehmen zu schlagen. Auch der Betreff ist entscheidend – wählen Sie ihn entsprechend weise. Vielleicht bietet sich sogar etwas Maßgeschneidertes an, indem Sie ein Hobby/Interessen des Kandidaten mit einfließen lassen. Formulieren Sie unbedingt einen konkreten Schlusssatz wie „Wann bevorzugen Sie telefonischen Kontakt? Kommenden Donnerstag oder Freitag?“. Sofern nach einigen Tagen keine Rückmeldung kommt, rufen Sie sich durch den vorbereiteten Reminder in Erinnerung. Betonen Sie z.B. noch einmal, welche Entwicklungsmöglichkeiten Sie bieten.

Übrigens ist der beste Zeitpunkt zum Versenden der Nachricht laut einer StepStone-Studie Montagmorgen. Am Wochenbeginn inmitten des  (ungeliebten) Jobs sind viele Personen besonders offen für derlei Angebote.

 

Fazit

Damit Active Sourcing Maßnahmen erfolgreich sind, bedarf es einer gründlichen Vorbereitung und einer ebenso gründlichen Recherche – von den richtigen Sourcing-Kanälen über die entscheidenden Keywords bis hin zu Infos zum jeweiligen Kandidaten (Hobbies, digitales Verhalten etc.). Damit ist Active Sourcing eine sehr anspruchsvolle Recruiting-Möglichkeit, die mit einem entsprechenden Zeitaufwand verknüpft ist. Doch in Zeiten des Fachkräftemangels zahlt sich die Mühe aus! HR-Softwarelösungen wie prosoftrecruiting© unterstützen Personaler und wirken sich zeitsparend auf die aktive Kandidatensuche aus. In der Software ist ein Plug-In integriert, dass XING-Profile per Mausklick importiert. So sparen Sie sich das händische Abtippen aller Daten und bauen so einen Pool potenzieller Kandidaten auf.

Quelle Foto: © Sawitreelyaon / Adobe Stock

 

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