Employer Branding in Corona-Zeiten: HeldInnen gesucht

verfasst von zvoove, 07.04.2020
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Corona im Employer Branding

Das Konsumverhalten ändert sich, Verbraucher greifen derzeit noch stärker auf Online-Dienste zurück. Paketdienste sind gefragt. Gastronomiebetriebe und Cafés entwickeln neue Konzepte, etwa Drive-in, Lieferdienste oder Abholstationen. Der Onlinehändler Amazon hat in den USA 100.000 neue Stellen wegen der Corona-Krise ausgeschrieben. Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung sollen dabei helfen, die gesteigerte Nachfrage zu händeln. Amazon und anderen Unternehmen spielen in ihren Stellenanzeigen häufig auf die Krise an. Der Versandhändler inszeniert Mitarbeiter als ganz besondere Versorger mit wichtigem Beitrag für eine intakte Infrastruktur. Die Jobbörse GoodJobs wirbt mit dem Hashtag #HeldInnengesucht: Mitarbeiter können mit ihren Jobs zu Helden in der Krise werden. Das Portal betont, dass Mitarbeiter gerade jetzt besonders gebraucht werden – für systemrelevante Berufe im Gesundheitswesen, auf den Feldern und in den Supermärkten. Das Unternehmen Kötter Services wirbt mit dem Hashtag #GemeinsamgegenCorona und rückt die zwischenmenschliche **Solidarität **in den Fokus. Unternehmen betonen das gemeinsame Anpacken in Zeiten der Krise. Statt Gehalt und Arbeitsbedingungen rücken sie den Sinn der Tätigkeit ins Zentrum.

 

Ein Appell an die intrinsische Motivation

Viele Unternehmen appellieren in Zeiten der Krise an die intrinsische Motivation der Mitarbeiter. Arbeit soll als sinnstiftend erlebt werden. Das Selbstbild einer Person und ihre Werte spielen dabei eine wichtige Rolle. Extrinsische Motivation hingegen richtet sich nach äußeren Einflüssen, etwa dem Gehalt, Prämien, Lob und Anerkennung. Auch das externe Selbstverständnis kann Motivationsquelle sein. Eine Person ist sich bewusst, welche Erwartungen an ihre Rolle geknüpft sind und strebt danach, diese zu erfüllen. Meist ergibt sich eine Mischung aus extrinsischen und intrinsischen Motiven.

Unser Glossarbeitrag „Mitarbeitermotivation“ gibt einen Einblick in das Thema.

 

Mitarbeiter finden 

In Corona-Zeiten findet eine Umschichtung der Nachfrage nach Arbeitskräften statt. In Gastronomie, Tourismus und Messwesen sinkt der Personalbedarf. Viele Unternehmen beantragen **Kurzarbeit **(Corona-FAQ Kurzarbeitergeld: Was Unternehmen jetzt wissen müssen). In anderen Bereichen steigt der Bedarf an Personal, etwa im Lebensmittelhandel und im Gesundheitswesen. Insbesondere die systemrelevanten Berufe spielen eine Rolle. Dazu gehören die Bereiche Gesundheit, Energie, Wasser, Entsorgung, Transport, Medien und weitere. Um z. T dringend gesuchte Mitarbeiter in diesen Bereichen zu finden, sind neue Plattformen entstanden. Ein Beispiel ist match4healthcare zur Vernetzung von hilfesuchenden Institutionen und Helfern im Gesundheitswesen. Viele Jobbörsen bieten Stellenanzeigen unter dem Gesuch „Jobs Corona“, z. B. stellenanzeigen.de. Das Stellenportal StepStone hat eine neue Rubrik „Corona und Arbeit“ eingerichtet. Mitarbeiter in Kurzarbeit können u. U. auf Nebenjobs ausweichen, um ihr Gehalt aufzubessern. Eine andere Zielgruppe, die derzeit stark umworben wird, sind Studierende.

 

Corona-Krise: Viele Studentenjobs fallen weg

Für Unternehmen und Personaldienstleister könnten Studierende aktuell eine attraktive Zielgruppe bieten. Aufgrund des Wegfalls gängiger Studentenjobs werden Kapazitäten für nachgefragte Bereiche frei.

Rund die Hälfte der Studierenden arbeitet, um sich das Studium zu finanzieren. 51,5 % gehen während des Semesters einer Arbeit nach, 63,3 % in den Semesterferien (Statista). Typische Studentenjobs fallen im Zuge von COVID-19 weg. Studierende, die z. B. im Messewesen oder in der Gastronomie tätig waren, bangen um ihren Lebensunterhalt. Für Miete, Lebensmittel und Semesterbeitrag müssen sie oft selbst aufkommen. In anderen Bereichen entsteht hoher Personalbedarf, etwa im Lebensmittelhandel. Supermärkte suchen händeringend nach Personal für Warenverräumung und Verkauf. Landwirte sind dringend auf Erntehelfer angewiesen. Laut Bauernverband arbeiten in Deutschland pro Jahr 300.000 Saisonarbeiter in Argrarbetrieben. Derzeit darf nur eine begrenzte Anzahl an Erntehelfern aus dem Ausland einreisen. Auch im sozialen Bereich werden Aushilfskräfte gesucht, z. B. in der Kinderbetreuung. Studierende mit Führerschein haben gute Aussichten auf eine Stelle als Fahrer.

 

Studierende sind gefragt 

Der Bedarf an studentischen Arbeitskräften ist in den letzten Märzwochen stark gestiegen. Der auf Studierende spezialisierte Personaldienstleister Studitemps verzeichnete in vielen Bereichen ein Einsatzplus. Die Top 5 Einsatzbereiche (Welt):

  1. Warenverräumer und Verkaufshilfen (+ 459 %)
  2. Fahrer (+ 366 %)
  3. Logistikhelfer (+ 188 %)
  4. Kassenkräfte (+ 71 %).
  5. Soziale Betreuung (66 %)

Während der Vorlesungszeiten dürfen Studierende 20 Stunden pro Woche arbeiten, in den Semesterferien sogar uneingeschränkt in Vollzeit. Derzeit verschiebt sich der Vorlesungsbeginn aufgrund der Corona-Krise auf Ende April. Danach wird es voraussichtlich digitale Angebote geben.

 

Fazit

Die Corona-Krise beeinflusst das Employer Branding. Viele Unternehmen betonen in ihren Stellenanzeigen den Sinn einer Tätigkeit und appellieren an die intrinsische Motivation von Mitarbeitern. Das gemeinsame Anpacken und die Solidarität in Corona-Zeiten stehen im Fokus. Besonders gesucht werden derzeit Mitarbeiter für den Lebensmittelhandel, vor allem für Warenverräumung und Verkauf. Auch Logistikhelfer, Kassenkräfte und Mitarbeiter in Gesundheits- und Sozialwesen werden dringend gebraucht. Auf der anderen Seite beantragen Unternehmen Kurzarbeit. Aufgrund der Einschränkungen im öffentlichen Leben sind vor allem Tourismus, Luftfahrt, Messewesen, Gastronomie und die Unterhaltungsbranche betroffen. Viele dieser Bereiche bieten typische Studentenjobs (z. B. Messehostesse, Kellner). Auf dem Arbeitsmarkt findet eine Umverteilung der Nachfrage statt. Immer mehr Studierende finden Jobs in den derzeit stark nachgefragten Bereichen.

Quelle Foto: © fizkes / Adobe Stock

 

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