Zeitarbeit als Chance in der Corona-Krise

verfasst von zvoove, 08.05.2020
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Zeitarbeit: Erfahrungen mit Marktschwankungen 

Die Corona-Krise sorgt für ein extremes Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt: Im Messebereich, der Gastronomie oder dem Veranstaltungsgewerbe u.v.m. brachen in den vergangenen Wochen tausendfach Stellen weg. Da es sich hier um klassische „Nebenjob-Branchen“ handelt, waren und sind von dem Lockdown nicht nur Vollzeitbeschäftigte, sondern z.B. auch viele Studenten betroffen. Auf der anderen Seite boomt die Nachfrage in der Logistik und Pflege, auch Warenverräumer, Kassenpersonal, und Erntehelfer sind gefragter denn je.

Diese Ausgangslange ist dem Modell der Zeitarbeit bestens vertraut: Hier vermittelt man seit jeher Personal an Unternehmen, die akuten Bedarf haben. Daher kennt sich die Zeitarbeitsbranche naturgemäß besser mit Marktschwankungen aus als andere Wirtschaftszweige ­ – jetzt gilt es, genau diese Stärke zu nutzen.

Gastronomie: Öffnung mit großen Einschränkungen

Mittlerweile beschloss die Bundesregierung, dass **Restaurants **im Laufe des **Mais landesweit **sukzessive wieder öffnen dürfen. Diese Öffnung ist jedoch an diverse **Voraussetzungen (Hygienekonzept) **geknüpft, sodass von Normalität noch keine Rede sein kann. Außerdem gibt es den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Ist dieser überschritten, greifen neue Beschränkungen.

Natürlich sind zusätzlich viele Betriebe auch weiterhin lahmgelegt: Zum Beispiel Kinos, Clubs sowie alle Großveranstaltungen. Kanzlerin Merkel betonte in der entsprechenden Pressekonferenz: "Es ist [...] wichtig, dass wir jetzt Perspektiven für bestimmte Bereiche haben. Damit ist aber noch nicht der alte Zustand wiederhergestellt. Selbst, wenn die Gastronomie wieder eröffnet und wenn die Hotels wieder eröffnen, werden sie ja nicht hundert Prozent der Belegung haben. Es wird Bereiche geben, in denen **Einschränkungen **noch über eine sehr lange Zeit auf der **Tagesordnung **sind. Das werden wir uns bis Anfang Juni überlegen, da haben wir einen festen Plan. Das halte ich vom Zeitablauf her schon für sehr ehrgeizig. [...]"Momentan ist ungewiss, wie sich diese Lockerungen langfristig auf die **Infektionskette **auswirken und ob die Regierung ggf. wieder zurückrudert. 

Erste **Negativschlagzeilen **machte jüngst die Kleinstadt **Coesfeld **im Münsterland (NRW). Sie war ohnehin ganz besonders von der Corona-Krise betroffen: Laut Medienberichten sind 129 Mitarbeiter eines Schlachthofs positiv auf Corona getestet worden (Stand 08.05.2020) - damit ist der Grenzwert überschritten und Coesfeld drohen schon jetzt neue Beschränkungen

iGZ-Umfrage: Corona-Krise oftmals „existenzgefährdend“

Trotz ihrer langjährigen Erfahrungen mit Marktschwankungen und Auftragsspitzen bekommt natürlich auch die Zeitarbeit die dramatischen Auswirkungen des Virus zu spüren: Laut einer iGZ-Mitgliederumfrage leidet die Branche aktuell sogar ganz besonders.

So melden rund 88% der befragten Zeitarbeitsunternehmen, dass die von coronabedingten Personalabmeldungen durch die Einsatzbetriebe betroffen sind, ca. 70% sehen sich momentan nicht im Stande, neue Aufträge abzuschließen, weshalb ganze 35% der Unternehmen die Corona-Krise als „existenzgefährdend“ einschätzen. 

Die Alarmglocken schrillen also unüberhörbar – deshalb ist es zwingend notwendig, lindernde Maßnahmen einzuleiten. Eine der größten Stärken von Zeitarbeit ist ihr flexibles und bedarfsorientiertes Handeln sowie das schnelle Reagieren auf Marktveränderungen. All das ist tief in der Praxis von Personaldienstleistern verwurzelt. Deshalb sollten Betriebe jetzt reagieren, indem sie durch die Krise entstehende Nischen erkennen und sich dort schnellstmöglich platzieren. Zum Beispiel, indem sie Zeitarbeitskräfte, die aufgrund der Corona-Krise nicht mehr in ihren bisherigen Bereichen tätig sein können, jetzt in systemrelevanten Jobs einsetzen. 

Zeitarbeit: Gestärkt aus der Krise?

Lebensmittelhandel, die Landwirtschaft und die soziale Branche suchen zurzeit dringend Unterstützung – hier geht es jetzt in erster Linie darum, Personallücken zu stopfen. Sprich, durch den extremen Notstand öffnen sich nun ggf. auch Unternehmen der Zeitarbeit, die zuvor keine Berührungspunkte mit diesem Arbeitsmodell hatten.

Sollten Zeitarbeitsunternehmen hierzulande jetzt schnell reagieren und diese neuen Nischen erkennen, so könnte sich die Krise langfristig sogar positiv auf ihren allgemeinen Ruf auswirken. Nämlich dann, wenn sie mir ihrer langjährigen Expertise schnell und unkompliziert passendes Personal vermitteln und den betroffenen Unternehmen so durch die Krise hilft. 

Nische erkennen, neue Zielgruppe erschließen

Auf deinen einen Seite haben wir also akute Personalengpässe in der Logistik, beim Kassenpersonal usw. auf der anderen Seite stehen zurzeit Tausende Studenten ohne Nebenjob da – und dann gibt es da noch die erfahrenen Experten für Personallösungen: Zeitarbeitsfirmen. 

Studitemps ist auf die Vermittlung von Studenten spezialisiert und betreibt Deutschlands größte Jobbörse für angehende Akademiker. Laut einem Bericht von welt.de verzeichnete das Portal seit Beginn der Corona-Krise einen deutlich gesteigerten Bedarf an studentischen Hilfskräften. Insbesondere für den Lebensmittelhandel und in sozialen Bereichen: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der von Studitemps eingesetzten Studenten zwischen dem 22. Und 28. März 2020 um 459 %. Hier zeigt sich, wo die Reise künftig hingehen könnte – der Bedarf liegt klar auf der Hand.

Studenten & Zeitarbeit: ein Dreamteam

Das Bafög reicht schon lange nicht mehr aus und die Mietkosten in (Uni-)Städten steigen kontinuierlich an: der finanzielle Druck für die ca. 2,9 Millionen Studenten in Deutschland wächst stetig. Viele von ihnen sind deshalb auf das Einkommen von Nebenjobs angewiesen und stehen aufgrund der Corona-Krise jetzt plötzlich mit leeren Händen da – während abseits der Gastro und Co. verzweifelt Personal gesucht wird.

Deswegen sollten Zeitarbeitsfirmen genau jetzt in die Offensive gehen und durch gezielte Ansprache auf dem Radar von Studierenden auftauchen. Bei vielen von ihnen besteht momentan ein großer Bedarf, weshalb sie neuen Arbeitsmodellen sehr zugetan sein dürften.

So könnte sich das Modell der Arbeitsnehmerüberlassung jetzt auch verstärkt für **angehende Akademiker **etablieren. In Dänemark oder den Niederlanden ist das schon längst gang und gäbe. Unser holländischer Nachbar genießt in Sachen Zeitarbeit generell einen deutlich besseren Ruf als in Deutschland. Dort wird die Arbeitnehmerüberlassung besonders häufig als Sprungbrett in ein Angestelltenverhältnis genutzt und ist daher sehr beliebt bei jüngeren Menschen.

Warum Zeitarbeit für Studenten attraktiv ist

Die Orizon Arbeitsmarktbefragung 2019 deckte bereits voriges Jahr auf, dass mehr als jeder Dritte im Alter von 30 bis 39 Jahren bereits Erfahrungen mit dem Modell der Zeitarbeit hat. Die Befragten sehen in diesem Modell den großen Vorteil des „unverbindlichen Ausprobierens“ möglicher Berufe ­– im Zuge der anhaltenden Krise dürfte auch die kurzfristige Finanzspritze ein starkes Argument sein.

Die Bereitschaft ist also da – jetzt ist es an den Zeitarbeitsfirmen, diese Chance zu ergreifen und neue Vermittlungs-Zielgruppen zu erschließen. Immerhin passen die Eigenschaften der Zeitarbeit seit jeher perfekt zu den Bedürfnissen von Studenten. Personaldienstleister sollten beim Recruiting dieser Zielgruppe unbedingt folgende Vorteile kommunizieren:

  • Sicheres Einkommen ist garantiert – Studenten haben Planungssicherheit
  • Flexible Einteilung der Arbeitsstunden, die sie nach individuellen Bedürfnissen (Stundenplänen) richten
  • Praxiserfahrungen können gesammelt werden – Studenten können verschiedene Bereiche kennenlernen
  • Der kurzfristige Einstieg ist jederzeit möglich
  • Studenten profitieren vom breiten Spektrum **verschiedener Nebenjobs **in diversen Branchen

 

Fazit

Niemand weiß, wie die Zukunft und das (Arbeits-)Leben nach der Corona-Krise aussieht oder wie lange das neue Ungleichgewicht auf dem Markt anhält. Daher ist das Modell „Zeitarbeit“ plötzlich auch für Branchen interessant, die zuvor keine Berührungspunkte mit der Arbeitnehmerüberlassung hatten. So könnten Zeitarbeitsfirmen endlich flächendeckend beweisen, dass sie eine tolle Lösung bei arbeitsmarktpolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen ­– wie z.B. die Corona-Krise – sind. Wenn die Zeitarbeit jetzt alles richtig macht, könnte sich Krise sogar langfristig positiv auf das Image auswirken und dieses Arbeitsmodell in ein anderes Licht rücken. 

Quelle Foto: © Thomas Reimer / Adobe Stock

 

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