Corona am Arbeitsplatz: Was können Arbeitgeber tun?

verfasst von zvoove, 21.02.2020
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Infektionsrisiko am Arbeitsplatz 

16 Menschen sind in Deutschland am Corona-Virus erkrankt (Stand. 17.02.2020). Der erste Infizierte war ein Arbeitnehmer aus Bayern. Er hatte sich bei einer Kollegin aus China angesteckt, die zur Fortbildung nach Deutschland gereist ist. 14 der gemeldeten Fälle stehen in Zusammenhang mit einem bayerischen Autozulieferer. Die 2 weiteren Erkrankten sind Rückkehrer aus Wuhan (China). 

In Zeiten der Globalisierung können sich Krankheiten schnell ausbreiten. Zumindest wenn keine entsprechenden Schutzmaßnahmen getroffen werden. Für global agierende Unternehmen gehören internationale Kontakte und Business-Reisen zum Alltag. Auch Messen und Kongresse können zu Infektionsquellen werden. Was können Arbeitgeber tun, um Infektionsrisiken zu minimieren?

Corona-Symptome erkennen  

Eine Corona-Infektion ähnelt auf den ersten Blick einer Erkältung. Erkrankte zeigen grippeähnliche Symptome, z. B.:

  • Unwohlsein
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Hals- und Kopfschmerzen
  • Schnupfen
  • trockener Husten bis hin zu Atemnot
  • ggf. Lungenentzündung
  • ggf. Durchfall

Symptome äußern sich oft nicht sofort. Das Virus hat eine Inkubationszeit von bis zu 2 Wochen. Auch Menschen mit geringen oder ohne Symptome können das Virus übertragen. Die Übertragung der SARS-CoV-2-Viren erfolgt per Tröpfcheninfektion über die Atemwege. Auch eine Schmierinfektion ist möglich. Die Erreger können über Oberflächen in die Schleimhäute gelangen. Deshalb sollte man vermeiden, sich nach Aufenthalt in der Öffentlichkeit (z. B. ÖPNV) an Augen, Mund oder Nase zu fassen. Untersucht wird derzeit, ob ein Ansteckungsrisiko über Stuhl besteht.

Was können Arbeitgeber tun?

Auch wenn es trivial erscheint, kann eine Aufklärung über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes sinnvoll sein. Dazu gehören Händehygiene, Husten- und Niesetiketten:

  • beim Husten und Niesen Abstand halten und wegdrehen
  • nicht in die Hände niesen, lieber in die Ellenbeuge
  • beim Schnupfen ein Einwegtaschentuch verwenden und es danach entsorgen
  • Stofftaschentücher nicht unter 60 Grad waschen
  • nach Naseputzen und Niesen möglichst die Hände waschen
  • mindestens 1,5 Meter Abstand zu Personen mit Erkältungssymptomen halten
  • ggf. Hände desinfizieren, dabei empfohlene Einwirkzeit beachten (das RKI empfiehlt Desinfektionsmittel mit den Kennzeichnungen „begrenzt viruzid“, „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“)
  • regelmäßig Hände waschen und Händeschütteln vermeiden
  • bei respiratorischen Erkrankungen lieber zuhause bleiben

Entsprechende Informationen stellt die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung.

Unternehmen sollten außerdem auf eine gründliche Reinigung am Arbeitsplatz achten. Putztücher sollten schnell ausgelüftet und auf mindestens 60 Grad gewaschen werden. Da ggf. eine Ansteckungsmöglichkeit über Stuhl besteht, können Toiletten desinfiziert werden. Um die Zahl erregerhaltiger Tröpfchen zu verringern, sollte regelmäßig gelüftet werden (z. B. Stoßlüften mehrmals am Tag). 

Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern nahelegen, dass sie bei Erkrankung zuhause bleiben. Dies gilt insbesondere für Arbeitnehmer, die zu Präsentismus neigen. In Zeiten hoher Ansteckungsgefahr (z. B. Grippesaison) können Unternehmen z. B. auf Video-Konferenzen, Home Office oder Remote-Arbeit zurückgreifen. Wenn es nicht unbedingt sein muss, sollten Business-Reisen insbesondere nach China vermieden werden. Derzeit warnt das Auswärtige Amt vor **Reisen **in die chinesische Provinz Hubei.

Welche Folgen hat das Virus für die Wirtschaft?

In China sind mittlerweile **70.000 Infektionsfälle **gemeldet. Die Maßnahmen der Regierung haben erste Auswirkungen auf Wirtschaft und Konsum. Große Veranstaltungen werden abgesagt, Touristenattraktionen geschlossen. Einige Länder haben Reisewarnungen für China ausgesprochen und Flüge werden zum Teil abgesagt. Auch Modeketten, Cafés, Restaurant und andere Geschäfte verschließen ihre Türen. 

In den Büros kommt es zum Teil zu hohen Personalausfällen. Einige Firmen haben ihre Produktion vorläufig gestoppt (z. B. verschiedene Autobauer) und es kommt ggf. zu Verzögerungen in den Lieferketten. Für viele deutsche Industriefirmen ist China ein wichtiger Produktionsstandort. Außerdem ist China wichtiger Handelspartner und Exportland für Deutschland. Experten gehen davon aus, dass sich das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland im Zuge der Corona-Krise um 0,06 % reduzieren könnte (Quelle: Deutsche Welle). Für eine seriöse Analyse ist es vermutlich noch zu früh. Viele Experten mahnen davor, in Panik zu verfallen.

In Deutschland hat das Virus bisher weniger Auswirkungen. Die Zahl der Infizierten ist gering. Personalausfälle gibt es primär im Zuge der Grippewelle.

Corona vs. Grippe 

Medial steht die Grippe deutlich weniger im Fokus als das Corona-Virus. Dabei ist die Zahl der Grippeinfizierten in Deutschland weitaus höher. Seit Saisonbeginn im Herbst 2019 sind bundesweit über 13.000 Fälle gemeldet worden. 32 davon endeten tödlich (Quelle: Tagesspiegel). In der Saison 2017/18 lag die Zahl der Todesfälle in Deutschland bei 25.100.

Corona kann allerdings schon bei sehr geringen Symptomen zur Ansteckung führen. Im Unterscheid zur neuartigen Lungenkrankheit COVID-19 ist die Grippe schon länger bekannt und behandelbar. Derzeit gibt es noch keine sichere Schutzimpfung gegen das Corona-Virus (Stand: 17.02.2020). Einige Experten gehen davon aus, dass es im Frühjahr diesen Jahres einen Impfstoff geben könnte. Andere meinen, dass die Entwicklung mehrere Jahre dauert.

Grippe vorbeugen

Besonders kühles Wetter kann die Ansteckungsrate indirekt beeinflussen. Menschen halten sich vermehrt in geschlossenen Räumen auf. Die trockene Heizungsluft kann die Schleimhäute anfälliger für Infektionen machen. Ausgehustete Tröpfchen können länger in der trockenen Raumluft verweilen. Eine Grippeschutzimpfung kann der Erkrankung vorbeugen, z. B. durch den Betriebsarzt. Durch sogenannte Herdenimmunität wird die Ausbreitung der Krankheit eingedämmt. Empfohlen wird die Impfung vor allem Risikogruppen wie älteren Menschen, chronisch Erkrankten, Schwangeren oder Personal im Gesundheitswesen. Arbeitnehmer sollten sich rechtzeitig impfen lassen. Bis der Schutz aufgebaut ist, dauert es etwa 2 Wochen.

 

Fazit

Das Corona-Virus genießt mediale Aufmerksamkeit. Die neuartige Lungenkrankheit hat in China zu hohen Infektionszahlen und Todesfällen geführt. In Deutschland hält sich die Zahl der Infizierten bisher in Grenzen. Ein Großteil der Fälle steht im Zusammenhang mit einem Arbeitgeber. Unternehmen sollten darauf achten, dass ihre Mitarbeiter allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes beachten. Ggf. wird es 2020 auch eine Schutzimpfung gegen das Virus geben. Deutlich häufiger als von Corona sind Arbeitnehmer in Deutschland von der Grippe betroffen. 

Quelle Foto: © Antonioguillem / Adobe Stock

 

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