Candidate Journey: Der Weg zum Recruiting-Erfolg

verfasst von zvoove, 02.12.2020
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Online Recruiting: the future is wow

Was haben Erfolgskonzerne wie Google, Netflix oder Amazon gemeinsam? Sie alle bauen ihr Imperium auf einem digitalen Fundament: Suchende, Serienliebhaber und Shoppingfreunde erleben beim Kaufprozess von Anfang an eine entspannte Online-Reise. Das Marketing taufte diesen Prozess auf den Namen „Customer Journey“. Netflix und Konsorten arbeiten täglich auf Hochtouren daran, jede einzelne Etappe dieser Reise hochgradig attraktiv zu gestalten. Diese Etappen sind bei genauerer Betrachtung Berührungspunkte oder „Touchpoints“ zwischen (potentiellen) Kunden und den Konzernen. Ansprechende Berührungspunkte der Customer Journey sind zum Beispiel übersichtliche Webseiten, bequeme Warenkorbprozesse oder eine einfache Bedienung. Ein harmonisches Zusammenspiel all dieser Stationen sorgt für zufriedene Kunden und letztlich dafür, dass Amazon seinen Umsatz in Deutschland von 2017 auf 2018 mit 20 Milliarden US-Dollar um 17% steigern konnte. Schnitt. Dieselbe Zeit, anderes Szenario: Der Personaler Rüdiger R. stößt bei der verzweifelten Suche nach Talenten wie so oft an persönliche und personelle Grenzen „verdammter Fachkräftemangel“ seufzt er und gibt Stellenanzeigen an eine x-beliebige Jobbörse weiter. Auf der einen Seite haben wir also ein großes Problem (wenig Bewerber) und andererseits eine naheliegende Lösung aus dem E-Commerce-Umfeld: Die Gestaltung starker Nutzererlebnisse. Schließlich sind Kandidaten digitale Konsumenten – auch über das Onlineshopping hinaus. Das Recruiting der Zukunft muss das berücksichtigen und Bewerber von Anfang an mit einer optimalen „Candidate Journey“ überzeugen. Die Pionierarbeit ist geleistet und die Wirksamkeit digitaler Strategien täglich tausendfach bewiesen. Höchste Zeit, diese Vorteile endlich auch im online Recruiting zu nutzen.

Genial digital: Die vier Phasen der Candidate Journey 

Vom AIDA-Prinzip aus dem Marketing haben Sie sicher schon gehört: Es beschreibt die vier Phasen eines potenziellen Kunden und eignet sich damit perfekt, um auch die der Candidate Journey in ihre Einzelteile zu zerlegen. Das AIDA-Prinzip im Recruiting umfasst:

A = Attention I Aufmerksamkeit erzeugen / Traffic generieren

I = Interest I Interesse wecken

D = Desire I Bewerbungswunsch auslösen

A = Action I Bewerbung generieren

Attention: Wir bitten um Ihre Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit erzeugen Sie durch die breite Streuung von Jobanzeigen. Die Mischung macht‘s: Setzen Sie niemals nur auf einen Kanal. Eine clevere Kombination aus kostenfreien und kostenpflichtigen Stellenbörsen, Performance-Marketing-Kampagnen, Google for Jobs und Retargeting (dazu später mehr) leitet die richtigen Bewerberströme auf Ihre Website. 

Interest: Die neue Sachlichkeit

Sie sind mit Ihrer Jobanzeige auf dem Radar eines Kandidaten aufgetaucht. Jetzt erhöhen ein eindeutiger/sachlicher **Jobtitel **und die Angabe der wichtigsten Eckdaten (Arbeitsort/Arbeitszeit/Möglichkeit zum Homeoffice etc.) die Chance, dass der User sie anschließend anklickt.

Desire: Wunsch & Wirklichkeit

Geschafft! Der Kandidat befindet sich nun in der Desire-Phase seiner Candidate Journey und schaut sich auf Ihrer Website um. Jetzt heißt es: Überzeugen Sie mit einer grandiosen Nutzererfahrung. Wie die Erfahrung eine tolle wird? Zum Beispiel so:

  • mit einer modernen/ansprechenden Website
  • binden Sie Referenzen über Bewertungsportale (kununu, glassdoor) ein
  • durch responsives Design, so dass die Website auf allen Endgeräten toll aussieht (Desktop, Mobil, Tablet)
  • präsentieren Sie, warum sich eine Anstellung bei Ihnen lohnt (Benefits)
  • lassen Sie Mitarbeiter zu Wort kommen
  • wecken Sie positive Emotionen durch Bilder, Videos etc.

Und Action: Leiten Sie den Bewerbungsprozess ohne technische Hürden ein. Durch ein schlankes Bewerbungsformular, eine Job-Merkliste oder die Möglichkeit der One-Click-Bewerbung.

Attention, Interest, Desire und Action: Stellen Sie jeden Touchpoint dieser Candidate Journey-Phasen kritisch auf den Prüfstand. Erst wenn alle Hürden beseitigt sind, gehen Kandidaten diesen Weg bis zum Ende und damit direkt in Ihren Bewerber-Pool.

Online Recruiting: Und was ist mit Daten?

Die ganz großen Fische wie Amazon greifen auf die Macht der Daten zurück, um jeden einzelnen Touchpoint attraktiv zu gestalten. Das funktioniert im Onlinegeschäft ganz fantastisch, da die digitale Reise des Users und das Sammeln von wichtigen **Kennzahlen **eng miteinander verwoben sind. Angenommen, Kandidat A besucht Ihren Facebook-Touchpoint und klickt anschließend auf einen dort geposteten Job, sodass er auf Ihrem Touchpoint „Karriereseite“ landet. Anschließend navigiert er zu den dort gelisteten Benefits Ihres Bertriebs. Mit digitalen Tracking-Tools können Sie anschließend auf Spurensuche gehen. An welchem Berührungsunkt ist ein User abgesprungen? Wo war die Verweildauer besonders lang? Der virtuelle Helfer liefert alle wichtigen Daten. So wissen Sie genau, wie die Candidate Journey verläuft, können kritische Touchpoints identifizieren, erkennen aber auch effiziente Bewerberquellen

Mit diesem wertvollen Wissen sind sowohl Vorhersagen als auch die Optimierung einzelner Berührungspunkte möglich. Während Kandidaten durch Ihre Candidate Journey reisen, sammeln Sie also aussagekräftige Daten-Souvenirs, mit denen Sie wiederum ständig an der perfekten Journey feilen können. Das Ergebnis ist eine digitale Recruiting Strategie par excellence. 

🔔Bitte immer beachten: Daten sind ein hochsensibles Thema und beim Sammeln selbiger müssen unbedingt **Datenschutzbestimmungen **eingehalten werden. Sollten Sie auf dem Gebiet unsicher sein, holen Sie unbedingt eine Expertenmeinung ein.

Retargeting: Wiedersehen macht Freude

Eine digitalisierte Recruiting Strategie beschert Ihnen also die nötige Transparenz, um Schwachstellen der Candidate Journey zu erkennen. Stellen Sie sich z.B. vor, ein Kandidat besucht Ihre Karriereseite – verlässt sie anschließend aber unverrichteter Dinge. Hier hilft ein weiteres praktisches Werkzeug, das im Onlinehandel längst Usus ist: Retargeting. Dieses **Marketinginstrument **dient der fokussierten Ansprache einer bestimmten Nutzerzielgruppe. In diesem Fall: Menschen, die bereits Besucher Ihrer Karriereseite waren. Angenommen, Kandidat A liest eine Jobanzeige auf Ihrer Website, ohne sich direkt zu bewerben. Anschließend surft er weiter durchs Netz, checkt seine Mails, kauft Schuhe usw. Mit einer Retargeting-Aktion rufen Sie Ihre Stellenausschreibung in Erinnerung, da Sie sie einfach erneut ausspielen. Und zwar als **Werbeanzeige **auf anderen Websites – z.B. dort, wo der Kandidat gerade online Schuhe kauft. Vielleicht hat er das tolle Jobangebot im Shoppingrausch vergessen? Doch jetzt tauchen Sie erneut auf seiner Bildfläche auf und überzeugen ihn womöglich.

 

Fazit

Schöne neue Online-Recruitingwelt! Optimisten könnten angesichts der Digitalisierung von so etwas wie dem Heiligen Gral des Marketings sprechen. Schließlich liefert die **systematisch überwachte Candidate Journey **erfolgsentscheidende Daten. Personaler müssen nicht länger im Trüben fischen und können Bewerber zielgerichtet ansprechen – ja, sich sogar in Erinnerung rufen. Warum nur nutzen zu wenig Unternehmen die Möglichkeiten digitaler Recruiting Strategien? Es ist höchste Zeit umzusatteln und endlich die Vorzüge moderner Personalarbeit zu nutzen – ansonsten ist der Kampf um Talente schon heute verloren.

Foto: merklicht.de / AdobeStock

 

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