Best Practice Recruiting: Was machen Top-Arbeitgeber richtig?

verfasst von zvoove, 22.01.2020
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In die Perspektive der Bewerber schlüpfen

Warum brechen Bewerber den Recruiting-Prozess ab? Wer diese Frage beantwortet, kann den Bewerbungsprozess verbessern. Für Kandidaten gibt es einige kritische Punkte im Bewerbungsverfahren. Der Candidate Experience Research Report deckt auf, an welchen Stellen Recruiter besonders aufpassen müssen:

  • ein Viertel der Kandidaten bricht den Bewerbungsprozess ab, weil er zu lange dauert
  • beinahe ebenso viele Kandidaten beenden ihn, da ihr **Gehaltswunsch nicht erfüllt **wird
  • 13 % verlassen das Verfahren mangels Sympathie gegenüber dem Recruiter
  • 12 % haben das Gefühl, dass ihre Zeit im Bewerbungsinterview nicht wertgeschätzt wird
  • **8 % **bemängeln die schlechte Kommunikation mit dem Recruiter
  • bei nur 2 % liegt der Abbruch am fehlenden Cultural Fit

Der Hauptgrund für Kandidaten ist somit die Länge des Bewerbungsverfahrens. Aktive Kandidaten finden in der Zwischenzeit vielleicht einen anderen Job. Für andere signalisiert die Dauer mangelndes Interesse des Unternehmens oder Unzuverlässigkeit.

 

Positive Bewertungen nehmen ab 

Über die vergangenen Jahre zeigt sich eine Abnahme positiver Bewertungen der Candidate Experience. Kandidaten vergeben weniger 5-Punkte Bewertungen auf einer Likert Skala von 1 bis 5. Nur 50 % der Bewerber aus EMEA Ländern (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) bescheinigen eine sehr gute Erfahrung. Extrem schlechte Ratings von einem Punkt vergibt über ein Drittel der Kandidaten.

 

Folgen für die Reputation 

Schlechte Erfahrungen im Bewerbungsprozess bleiben nicht ohne Folge. Rund die Hälfte der Kandidaten teilt seine Kritik mit dem Bekanntenkreis. Ein Drittel postet negative Erlebnisse online, zum Beispiel per Social Media, glassdoor oder kununu. Die gute Nachricht: 74 % der Bewerber geben positive Erfahrungen an ihre Bekannten weiter. Online berichtet über die Hälfte über eine angenehme Candidate Experience. Ein reibungsloses Bewerbungsverfahren kann somit als Instrument im Empfehlungsmarketing fungieren. Regelmäßige Testimonials polieren die Arbeitgebermarke auf und verleihen ihr einen glaubwürdigen Anstrich.

 

Folgen für den Umsatz  

Vor allem B2C Unternehmen müssen laut Studie damit rechnen, dass die Candidate Experience Einfluss auf den Umsatz nimmt. Dies gilt besonders, wenn die Kandidaten gleichzeitig (potenzielle) Kunden des Unternehmens sind. Eine schlechte Candidate Experience kann das Kaufverhalten beeinflussen. Indirekt erfolgt dies, wenn sich schlechte Bewertungen herumsprechen. Talent Board hat einen „Candidate Experience Resenment Calculator“ entwickelt, um zu prüfen, wie sich eine negative CandEx finanziell auswirken kann.

 

Was machen Top-Arbeitgeber anders? 

Was machen Unternehmen mit hohen Ratings für die Candidate Experience besonders gut? Der Report zeigt, wie sich Arbeitgeber mit Top-Bewertungen von anderen abheben:

  • Top-Arbeitgeber bieten bessere Recherchemöglichkeiten: Sie stellen ihren Kandidaten relevante Informationen über das Unternehmen und den Arbeitsplatz zur Verfügung. Darunter befinden sich deutlich häufiger Testimonials der eigenen Arbeitnehmer. Top-Firmen geben an, warum ihre Mitarbeiter im Unternehmen arbeiten und warum sie dort bleiben möchten. Außerdem berichten sie häufiger über exemplarische Karrierewege. Bewerber bekommen dadurch einen Eindruck von möglichen Aufstiegs- und Karrierechance im Unternehmen.
  • Top-Arbeitgeber bieten bessere Kommunikationsmöglichkeiten: Sie sind für Bewerber leicht ansprechbar, z. B. per Chatbot. Sie fragen Kandidaten explizit nach einem Feedback zum Bewerbungsprozess. Unternehmen mit einem schlechten Rating holen die Meinung ihrer Kandidaten deutlich seltener ein.
  • Top-Arbeitgeber fördern die Employee Experience und Mitarbeiterempfehlungen: Bewerber, die sich auf eine Empfehlung hin bewerben, bemühen sich mit größerer Wahrscheinlichkeit um eine **gute Beziehung **zum potenziellen Arbeitgeber. Sie bewerben sich z. B. eher erneut, empfehlen das Unternehmen weiter oder erwerben dessen Produkte.
  • Top-Arbeitgeber betreiben Erwartungsmanagement: Kandidaten wollen über den Stand des Bewerbungsprozesses informiert werden. Unternehmen mit Spitzenrating halten ihre Bewerber besser auf dem Laufenden. Sie bieten ihren Kandidaten die Möglichkeit, angefangene Bewerbungen zu speichern und später zu vervollständigen. Außerdem informieren sie Bewerber über weitere Schritte im Bewerbungsprozess. Sprachbarrieren überwinden sie, indem sie Kandidaten eine Bewerbung in verschiedenen Sprachen ermöglichen.
  • Top-Arbeitgeber ermöglichen eine mobile Bewerbung: Sie sorgen für eine mobiloptimierte Karriereseite und mobil aufrufbare Stellenanzeigen. Kandidaten können sich online z. B. von unterwegs aus bewerben.
  • Top-Arbeitgeber bereiten ihre Kandidaten besser auf das Interview vor: Sie stellen ihnen einen detaillierten Ablauf zum Bewerbungsgespräch zur Verfügung. Nach dem Interview werden die Bewerber über das weitere Vorgehen informiert und erhalten ein detailliertes Feedback. Kandidaten von Top-Arbeitgebern empfanden die Rückmeldung im Schnitt als wertvoller im Vergleich zu Bewerbern anderer Firmen. Abgelehnte Kandidaten wurden von Spitzenunternehmen häufiger dazu animiert, sich auf eine andere Stelle im Unternehmen zu bewerben.
  • **Top-Arbeitgeber bieten ein besseres Onboarding: Sie stellen ihren Kandidaten zum Beispiel Online-Trainings zur Verfügung, die sie auf den Einstieg vorbereiten. **Neue Mitarbeiter erhalten häufiger ein Einstiegspräsent als in anderen Unternehmen.

 

Lange Bewerbungsverfahren abkürzen

Einer der häufigsten Gründe für einen Bewerbungsabbruch und eine negative Candidate Experience ist ein zu langer Bewerbungsprozess. Recruiter können diesen deutlich abkürzen, wenn sie Routineaufgaben standardisieren und Kommunikationswege verkürzen. Dies gelingt zum Beispiel mithilfe einer spezialisierten Recruiting-Software. Funktionen wie CV-Parsing können die Bewerbung für Kandidaten erleichtern, indem Daten nach CV-Upload automatisch ausgefüllt werden. Dieses Video gibt einen kurzen Überblick über die Möglichkeiten des modernen E-Recruitings.

 

 

Hier gibt's noch mehr Gründe für die Nutzung eines guten Bewerbermanagementsystems. 

Fazit

Die Candidate Experience ist nicht nur ein Schlagwort. Sie kann reale Konsequenzen für Recruiting-Erfolg und Umsatz entfalten. Vor allem ein zu langes Bewerbungsverfahren ist ein Knackpunkt. Etwa ein Viertel der Kandidaten brechen deshalb ihre Bewerbung ab. Top-Arbeitgeber halten ihre Bewerber kontinuierlich auf dem Laufenden und erfragen ihr Feedback. Sie vermitteln ihren Kandidaten Wertschätzung und bauen unnötige Barrieren ab.

Quelle Foto: © fizkes / Adobe Stock

 

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