Studie zeigt: Darum lehnt jeder 3. Bewerber ein Jobangebot ab

verfasst von zvoove, 21.08.2019
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Der Bewerbungsprozess: Stolperfalle oder Sprungbrett?

Es ist kein Geheimnis, dass Bewerber ihre Ansprüche zusammen mit der boomenden Konjunktur hochgeschraubt haben: Sie sind längst nicht mehr auf der Suche nach irgendeinem Arbeitsplatz – sie wollen DEN Traumjob. Da die meisten (Fach-)Kräfte mittlerweile außerdem in einer Beschäftigung stecken, braucht es starke Argumente, um sie dennoch von einem Jobwechsel zu überzeugen. Deshalb ist das goldene Recruiting-Credo: 

Der Bewerbungsprozess muss überdurchschnittlich gut verlaufen, um Job-Anwärter bei Laune zu halten. Andernfalls bekommen Unternehmen direkt einen Korb. Eine überzeugende Candidate Experience ist deshalb weit mehr als nettes Beiwerk, sondern der Schlüssel zu neuen Mitarbeitern. Eine internationale Studie untersuchte zwei Jahre lang, was genau Bewerber von einer Vertragsunterzeichnung abschreckt und fand so außerdem heraus, dass jeder dritte Kandidat im Laufe des Bewerbungsverfahrens abspringt. Wir klären, woran das liegt und was Sie besser machen können.

HR-Studie: Gründe für abgelehnte Vertragsangebote

Über 100.000 Personen sind im Zuge der Studie zwei Jahre lang zu ihren Erfahrungen mit Bewerbungsprozessen befragt worden. Das Ergebnis: In Deutschland lehnen 29 % der Fachkräfte ein Vertragsangebot ab. In Frankreich sind es 15 %, in Belgien 10% und in den Niederlanden sogar nur 7%. Die Untersuchung widmete sich auch dem großen „Warum“ und entschlüsselte ein maßgebliches K.o.-Kriterium:

Feedbackzeit: Jeder zweite Befragte verriet, dass er selbst **45 Tage nach dem Bewerbungsversand **noch keine Rückmeldung erhalten hätte. Seit 2016 hat sich die Rückmeldungsquote sogar um 5% verschlechtert. Eine fatale Entwicklung, da sich Bewerber in der Zwischenzeit längst für die Konkurrenz entscheiden.

Die Studie fand außerdem heraus, dass deutsche Kandidaten im europäischen Vergleich besonders gute Job-Chancen haben. Im Durchschnitt versenden sie zehn Bewerbungen und führen zwei Vorstellungsgespräche, um letztlich ein Jobangebot zu erhalten. Frauen werden außerdem öfter zu Jobinterviews eingeladen als Männer und erhalten entsprechend häufiger Vertragsangebote. Eine mögliche Erklärung könnte die realistischere Vorgehensweise von weiblichen Kandidatinnen sein. Sie achten bei Stellenausschreibungen stärker auf die Übereinstimmung von Qualifikationen und Anforderungen. Zusätzlich spielt **das Alter **eine entscheidende Rolle: Die Erfolgsquote bei jungen Jobsuchenden ist deutlich höher als bei älteren Kandidaten.

Weitere Gründe für abgelehnte Vertragsangebote

In der Studie „Jobsuche im Fokus“ widmete sich auch StepStone der Frage, was potenzielle Bewerber davon abhält, ein Jobangebot anzunehmen. Eine Umfrage der digitalen Stellenbörse ergab, dass beschönigte Unternehmensbilder in Stellenausschreibungen auf Kritik stoßen. Demnach ist ein Drittel der Befragten schon einmal von der Corporate Culture bzw. den Aufgaben enttäuscht worden, nachdem sie im Vorstellungsgespräch einen authentischen Eindruck erhielten. Übrigens spielt die Unternehmenskultur für 97 % der Fachkräfte in Deutschland eine wesentliche Rolle. Jeder Zweite hat sogar schon einmal den Job gewechselt, weil die kulturelle Übereinstimmung nicht vorhanden war.

Die Umfrage wollte außerdem wissen, warum Fachkräfte von einer Bewerbung absehen:

  • 50 %: Weil wichtige Informationen in der Stellenausschreibung gefehlt haben
  • **48 %: **Weil die Stellenausschreibung bereits zu lange online war
  • 33 %: Weil ich für die Bewerbung ein Online-Formular auf dem Karriereportal des Unternehmens hätte nutzen müssen.

Die Top 5 Gründe gegen eine Bewerbung (nach Geschlecht)

„Unglaubwürdige Stellenanzeige“ Männer: 64% Frauen: 64%

„Unattraktiv gestaltete Stellenanzeigen“ Männer: 57% Frauen: 50%

„Wichtige Informationen in der Stellenausschreibung fehlen“ Männer: 54% Frauen: 47%

„Unseriöse/Unattraktive Karrierewebsite“ Männer: 54% Frauen: 52%

„Stellenausschreibung ist zu lange online“ Männer: 45% Frauen: 50%

Aber wann genau ist eine Stellenanzeige unglaubwürdig? Laut der StepStone-Studie sind es vor allem abgenutzte Floskeln, die Bewerber abschrecken. Prozentual betrachtet sind das die Top 5 No-Gos für Kandidaten:

75 % „Bei uns bekommen Sie beides: die Vorteile eines Großkonzerns und den Unternehmensgeist eines Start-Ups“

70 % „Wir vereinen hohe Leistungsorientierung und gelebte menschliche Werte“

50 % „Unser Umgang ist offen und wertschätzend, der Zusammenhalt in den Teams und unter den Kollegen ist außergewöhnlich gut“

43 % „Bei uns stoßen Sie auf flache Hierarchien“

25 % „Wir sind ein inhabergeführtes, sozial engagiertes Unternehmen“

Tipps für eine starke Candidate Experience

Was Kandidaten in die Flucht schlägt, hätten wir damit geklärt. Doch was überzeugt potenzielle neue Mitarbeiter von einem Unternehmen? Auch das erforschte StepStone in derselben Studie und stellte die Frage:

„Was sind die wichtigsten Faktoren bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber?“

96%: Attraktives Gehalt

93%: Sichere Anstellung

91%: Flexible Arbeitsbedingungen

86%: Professionelle Trainings & Weiterentwicklung

83% Teamorientiertes Arbeiten

82%: Moderne technische Ausstattung

82%: Überstundenvergütung/-ausgleich

72%: Attraktive Zusatzleistungen (Firmenwagen, Altersvorsorge etc.)

71%: Transparente Beförderungswege

Feedbackzeiten

Die eingangs erwähnte Studie erklärte lange Feedbackzeiten zum absoluten Kandidaten-Killer. Je schneller Unternehmen reagieren, desto positiver wird die Arbeitgebermarke wahrgenommen. Bewerbermanagement-Systeme wie prosoftrecruiting© sind eine effiziente Möglichkeit, diese Prozesse zu beschleunigen. Mit prosoftrecruiting© ist es z.B. möglich, wichtige Aktionen mit nur einem Klick anzustoßen. Die Einladung zum Vorstellungsgespräch? Die Aufforderung zum Einstellungstest? Die smarte HR-Lösung erledigt all das blitzschnell. Frei definierbare Workflows garantieren automatisierte, schnelle Abläufe. Damit ist garantiert, dass kein Kandidat in der Warteschleife hängt.

Employer Branding/ Corporate Culture

Ein authentisches Unternehmemsbild** ist **für Kandidaten immer wichtiger. Gestalten Sie Stellenanzeigen mit Bildern aus dem Arbeitsalltag und kommunizieren Sie Aufgaben möglichst präzise. Informationen sollte der Leser außerdem gebündelt auf einen Blick erkennen. Da sich 72% der Befragten mit attraktiven Zusatzleistungen überzeugen lassen, müssen diese deutlich hervorgehoben werden. Übrigens ist es kontraproduktiv, ein beschönigtes Unternehmensbild zu vermitteln: Der Realitätscheck wird spätestens im Vorstellungsgespräch zeigen, inwiefern Stellenanzeige und Alltag auseinanderklaffen. Spielen Sie daher direkt mit offenen Karten – entsprechend höher ist der Cultural Fit Ihrer Bewerber. Das wiederum wirkt sich langfristig auf Leistung und Loyalität des Mitarbeiters aus und stärkt die Bindung ans Unternehmen.

 

Fazit

Wer Kandidaten nicht verprellen möchte, der sollte schnelles, persönliches Feedback geben. Authentizität ist ein weiteres wichtiges Merkmal: Bewerber verlieren das Interesse, wenn sie schon bei der Stellenausschreibung das Gefühl haben, ihnen wird etwas vorgegaukelt. Unternehmen sollten Job-Anzeigen besser dazu nutzen, um tatsächlich gelebte Werte zu vermitteln. Natürlich spielt auch die Nutzerfreundlichkeit der Anzeige eine wesentliche Rolle: Sind alle wichtigen Infos auf einen Blick zu erkennen? Und funktioniert das digitale Bewerbungsformular einwandfrei? Mit einer smarten HR-Lösung wie prosoftrecruiting© verlaufen all diese Schritte absolut reibungslos. Unsere Software bildet zeitsparende Workflows ab, ermöglich ein individuelles Stellenanzeigen-Design und garantiert mit Features wie dem CV-Parsing eine hohe Candidate Experience.

Foto: © Andrey Popov / Fotolia

 

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