Best-Recruiters-Studie: Schwaches Bewerberfeedback

verfasst von zvoove, 30.09.2020
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Best-Recruiters-Studie: Die Methodik

Der Österreichische Career-Verlag analysierte in seiner „Best-Recruiters-Studie“ nun bereits zum achten Mal die Personalgewinnungsstrategien von Unternehmen aus der DACH-Region plus Liechtenstein. Die Untersuchung basiert auf einem umfangreichen Kriterienkatalog, der in folgende **elf Erhebungskategorien **unterteilt ist:

  • Karrierewebsite
  • Social Web
  • Mobile Recruiting
  • Inhalt der Online-Stellenanzeige
  • Konsistenz der Online-Stellenanzeige
  • Usability der Online-Stellenanzeige
  • Bewerbungsresonanz
  • Usability im Bewerbungsprozess
  • BewerberInnen-Kontaktaufnahme per E-Mail
  • BewerberInnen-Kontaktaufnahme per Social Media
  • Talent Relationship Management

Auf Grundlage des Katalogs erstellen die Studienverantwortlichen ein Ranking – das Gesamtranking der Länder zeigt dabei die 100 Unternehmen mit den meisten Punkten. Zusätzlich präsentiert das Branchenranking, welcher Betrieb innerhalb seiner Branche am besten abgeschnitten hat.

In der aktuellen Untersuchung wurden rund 1.300 Unternehmen (davon 415 aus Deutschland) anhand von 243 Einzelkriterien bewertet. Die 20 Betriebe mit den besten Recruiting-Strategien können Sie hier einsehen.

Das Recruiting-Niveau in Deutschland steigt

Grundsätzlich macht sich ein steigendes Recruiting-Niveau bemerkbar: Mehr als die Hälfte der 415 deutschen Unternehmen erreichten 2019/20 zwischen 40% und 60% der möglichen Gesamtpunkte. Der 8-Jahres-Vergleich macht das steigende Recruiting-Niveau deutscher Unternehmen besonders deutlich: Im ersten Studienjahrgang erhielten die Arbeitgeber durchschnittlich 39 % der möglichen Punkte, im jetzigen achten Jahr ist dieser Durchschnittswert auf 57 % gestiegen. 

Das beste Ergebnis erreichte die Kategorie „Mobile Recruiting“, hier bekamen Betriebe durchschnittlich 79% der möglichen Punkte. Dicht darauf folgen die Ergebnisse der Rubrik „Karriere-Website“, da Arbeitgeber im Durchschnitt 65% der möglichen Punkte erzielten. Die Kategorie „Kontaktaufnahme per Social Media“ bildet mit schlappen 37% der möglichen Punkte das Schlusslicht des Rankings.­

Karriereseiten hiesiger Unternehmen liegen vorn

Überdurchschnittlich gut schneiden wir vor allem in der Kategorie „Karriere-Websites“ ab: immerhin erfüllen diese rund 65% der von den Studienexperten gesetzten Kriterien – und liegen damit im Gesamtvergleich vorn. Die Schweiz erreichte nur 50% und Österreich sogar nur 46% der möglichen Punkte.

Doch was macht unsere Karriereseiten so vorbildlich? Laut Studie ist es vor allem der Punkt „Benefits“: 61% der deutschen Karriereseiten präsentieren online deutlich, was die Arbeitgebermarke so attraktiv und „bewerbenswert“ macht. In Österreich sind es 50% und in der Schweiz sowie in Liechtenstein wirbt jeweils nur ein Viertel der Unternehmen mit seinen Reizen.

Mobile Recruiting & Jobanzeigen legen zu

In der Kategorie „Mobile Recruiting“** **schnitten deutsche Arbeitgeber 2019/20 besonders gut ab: Ganze 73% der überprüften Betriebe haben einen vollständig mobiloptimierten Bewerbungsprozess (von der Website über Jobanzeigen bis hin zur Bewerbungsmöglichkeit). Noch vor zwei Jahren belief sich dieser Wert auf 52%.

Einen großen Sprung nach vorn machten auch Stellenanzeigen: Der Durchschnittwert liegt mittlerweile bei 52% der möglichen Gesamtpunkte – im Vorjahr waren es noch 47%. Besonders positiv: Die Auflistung der Benefits hat sich innerhalb der letzten sechs Jahre mehr als verdreifacht – leider können Kandidaten oft lange nach einem Ansprechpartner in der Jobanzeige suchen.

Bewerberfeedback ist das Sorgenkind

Um zu überprüfen, wie gut oder schlecht das Bewerberfeedback ausfällt, schlüpften die Studienverantwortlichen in die Rolle von KandidatInnen mit unterschiedlichen Lebensläufen bzw. Backgrounds und bewarben sich bei diversen Unternehmen. Der Großteil dieser Anschreiben berief sich auf aktuelle Stellenausschreibungen, aber auch eine Initiativbewerbung war mit von der Partie. Insgesamt ist positiv zu vermerken, dass „nur“ 8% der Bewerbungen unkommentiert in der Luft hängen bleiben – vor fünf Jahren waren das noch 25%.

Rund 55% konnten innerhalb von zehn Werktagen einen „Abschluss“ (also eine Absage oder Einladung zum Jobinterview) verbuchen und bekamen somit 100prozentiges Feedback. **23% **erhielten zwar eine Eingangsbestätigung, danach aber keine weiteren Informationen und 14% konnten nach 11 bis 20 Tagen einen „Abschluss“ vorweisen.

Kommunikation über Social Media unzureichend

Die Experten vom Career-Verlag verschickten im Rahmen der Studie diverse Anfragen: Wieder als KandidatInnen getarnt nahmen sie per E-Mail oder XING-Direktnachricht Kontakt zu den Unternehmen auf. Per Mail ging es um die Frage, ob der Betrieb das Thema „Nachhaltigkeit“ auf der Agenda hat und über XING wollten die Pseudo-BewerberInnen wissen, ob die Firma die Fahrtkosten bei potentiellen Jobinterviews übernimmt. Immerhin **45% antworteten **auf die E-Mail-Frage – Reaktionen über XING gab es mit nur 22% jedoch kaum.

 

Fazit

Besonders in Zeiten des Kontaktverbots und Social Distancing ist die Pflege der digitalen Auftritte ein wichtiger Faktor. Umso besser, dass die deutsche Recruiting-Landschaft laut der Studie in Sachen Karriereseite bereits gut aufgestellt ist und sich jährlich verbessert. Ein weiterer erfolgsentscheidender Faktor ist das Employer Branding: Die klare Definition der Arbeitgebermarke; z.B. durch die Benennung der Benefits in Stellenanzeigen. Auch hier verhalten sich die meisten Unternehmen vorbildlich. Ein Wermutstropfen ist und bleibt die Kommunikation: Das **Feedback **auf Bewerbungen fällt immernoch zu schmal aus und auch die Reaktionen auf XING lassen deutlich Luft nach oben.

Quelle Foto: © sewcream / Adobe Stock

 

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