BAP Job-Navigator: Nutzen Betriebe Homeoffice als Wettbewerbsvorteil?

verfasst von zvoove, 12.05.2021
keyboard_arrow_left Zurück zur Übersicht Der BAP Jobnavigator wollte wissen, wie und ob Betriebe digitales Arbeiten in ihre Arbeitgebermarke einfließen lassen.

Homeoffice: Zukunftsmodell oder Übersprungshandlung?

Die Corona-Pandemie hat seit ihrem Ausbruch viel Schaden angerichtet – aber nicht ausschließlich Schutt und Asche hinterlassen. In einigen Bereichen liefert sie fruchtbaren Boden, auf dem neue Lebensarten gedeihen. In der Arbeitswelt macht sich das vor allem durch eine beschleunige Digitalisierung bemerkbar – war z.B. Homeoffice vor der Corona-Krise noch ein zartes Schattengewächs, so gewinnt es nun zunehmend an Kraft und floriert zwangsläufig in immer mehr Bereichen. Laut Talent Trends Report 2021 hat sich die Anzahl der remote Arbeitenden seit Ausbruch der Pandemie weltweit auf 50% verdoppelt.

Nach über einem Jahr Corona haben viele Unternehmen und ihre Mitarbeiter gelernt, das Arbeiten im Homeoffice schnell und effektiv umzusetzen. Diese Erkenntnis hat nun großes Potenzial, sich auch künftig in unserem beruflichen Selbstverständnis zu verankern – auf Unternehmens- und Mitarbeiterebene.

Jede 7. Jobanzeige mit Homeoffice-Vermerk

Der BAP Jobnavigator hat sich im März 2021 rund 1.196.937 Stellenanzeigen von 187.901 Unternehmen vorgeknöpft und analysiert, ob und wie diese auch weiterhin Homeoffice-Möglichkeiten anbieten und mit diesen werben.

Am 24.04.2021 ist das neue Infektionsschutzgesetz (IfSG) in Kraft getreten. § 28b Absatz 7 besagt, dass Unternehmen ihren Arbeitnehmern Homeoffice anbieten müssen, sofern dem keine betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Arbeitnehmer müssen dieses Angebot annehmen, sofern ihrerseits keine Argumente dagegensprechen.

Doch schon vor der gesetzlichen Regelung hielten sich viele Betriebe an den politischen Appell, die Belegschaft durch Remote Work zu schützen. Bereits im März 2021 wiesen 183.500 Jobanzeigen darauf hin, dass die vakante Tätigkeit auch im Homeoffice ausgeübt werden könne – das ist jedes 7. Stellenangebot. Somit hat sich das Angebot für mobiles Arbeiten innerhalb der letzten 2 Jahre verdoppelt. Arbeitsminister Heil (SPD) bekräftigte zuletzt immer wieder, dass er Beschäftigten auch künftig in pandemiebefreiten Zeiten rechtlich den Rücken stärken werde, wenn es um flexibles Arbeiten geht.

Branchen mit Homeoffice-Vorteil

Einige Branchen sind naturgemäß prädestiniert für die Heimarbeit: Insbesondere dann, wenn das wichtigste Handwerkszeug eine gute Internetverbindung und eine überschaubare technische Ausstattung ist. Deshalb überrascht das Ergebnis der BAP-Analyse nicht, dass vor allem im Bereich der IT und Telekommunikation vermehrte Homeoffice-Angebote ausgeschrieben waren: In Zahlen ist das bei rund 40,7% aller Jobangebote aus diesem Bereich der Fall gewesen. Gut gerüstet für das Arbeiten von Zuhause sind außerdem:

Consulting & Beratung (28,4% der Jobanzeigen mit Homeoffice-Vermerk)
Marketing (27,3 % der Jobanzeigen mit Homeoffice-Vermerk)
Unternehmensführung und Management (20,9% der Jobanzeigen mit Homeoffice-Vermerk)
Organisation & Projektmanagement (18,7% der Jobanzeigen mit Homeoffice-Vermerk)

Im Gesundheits- und Sozialbereich merkten immerhin 17,7% der Stellen an, dass das Homeoffice für administrative To-dos punktuell genutzt werden könne.

Flexibel arbeiten & flexibel leben im Homeoffice

Schon 2017 empfanden laut statista 39% der befragten deutschen Arbeitnehmer eine ausgewogene Work-Life-Balance als wichtigen Faktor bei der Entscheidung für oder gegen einen neuen Job. Dieser Trend entwickelte sich stetig weiter und dringt nun auch in das Bewusstsein von immer mehr Unternehmen. Ein wesentlicher Punkt zur Gestaltung der Work-Life-Balance sind flexible Arbeitszeiten. Diese fanden 2021 laut BAP Jobnavigator Einzug in knapp 160.000 Stellenangebote. Das sind 13,4% und damit 3,3% mehr als noch vor einem Jahr – vor 2 Jahren belief sich die Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten auf lediglich 6,3%. Freilich ist diese Möglichkeit auch in diesem Fall stark branchenabhängig – Berufe mit Schicht-und Nachtdiensten sind hier deutlich eingeschränkter. Gewinner in dieser Sparte sind Die IT und Telekommunikation (28,3 %), Consulting und Beratung (27 %) und das Rechts- und Steuerwesen (25,5 %).

4 weitere Trends aus der Arbeitswelt

Neben dem mobilen Arbeiten zeichnen sich 4 weitere grundlegende Trends ab, die unsere Arbeitswelt derzeit stark beeinflussen. Der Talent Trends Report 2021 von randstad zeigt, welche das sind:

Interne Wechsel: In Krisenzeiten ist es wichtig, Arbeitsplätze zu erhalten und somit auch weiterhin wertvolles Fachwissen im Unternehmen zu bündeln. „Reskillig“ ist ein Schlagwort, das beides ermöglicht. Wenn Arbeitgeber es schaffen, Mitarbeiter zum internen Wechsel zu befähigen (durch Skills, gute Kommunikation), gelingt ihnen der Mitarbeiter- und Wissenserhalt. Rund 87% der befragten Personalchefs sind überzeugt davon, dass Reskilling effektiv zur Mitarbeiterbindung beiträgt. 46% davon investieren dafür in auf Soft Skills ausgerichtete Weiterbildungen.

Neubewertung vom Arbeitserlebnis: Die Heimarbeit verändert unser Arbeitserlebnis ganz enorm. Deshalb ist es essenziell, Mitarbeiter an die Hand zu nehmen und dabei zu unterstützten, sich schnell in die neue Arbeitssituation einzufinden. Eine gute technische Ausstattung, Gesprächsbereitschaft und die schnelle Umsetzung funktionierender Prozesse sind einige der Stellschrauben, an denen Arbeitgeber drehen können. Betriebe sollten diesen Aspekt keinesfalls vernachlässigen – immerhin messen rund 63% der Personalverantwortlichen dem Arbeitserlebnis seit der Pandemie eine höhere Bedeutung bei.

Diversität: Inklusion und Diversity sind hochaktuelle und wichtige gesellschaftliche Themen. Auch Betriebe können ihren Beitrag dazu leisten – rund 68% der Unternehmen weltweit tun dies bereits. 80% der Personalchefs bewerten Diversity- und Inklusionsprogramme laut Talent Trends Report bereits als wichtigen Faktor, um Kandidaten anzuziehen und zu binden.

Datenanalyse: Personalentscheidungen sind immer mehr das Ergebnis von Datenanalysen. Neben persönlichen Erfahrungswerten spielen Kennzahlen eine zunehmend größere Rolle: 62% der Befragten kalkulieren künftig ein großes Budget für die Inbetriebnahme von Tools zur Datenvisualisierung ein. 19% von ihnen haben als direkte Folge der Corona-Krise damit angefangen, Geld für Talent Analytics in die Hand zu nehmen. Übrigens: Datenauswertung und –analyse können wir von zvoove auch. Wirf doch mal einen Blick auf unser Analytics-Tool.

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Fazit

Ist die Pandemie der ausschlaggebende Faktor für eine Trendwende hin zu mehr Homeoffice und flexiblen Arbeitszeiten? Eine Krise wäre nicht zum ersten Mal in unserer Geschichte ein maßgeblicher Transformationsfaktor. Möglicherweise füllt Corona das Schlagwort „New Work“ nach der Pandemie verstärkt mit Leben. Doch es bleibt abzuwarten, ob und wie (insbesondere traditionell ausgerichtete) Betriebe eine langfristige Neuausrichtung der Arbeitswelt befürworten und fördern. In jedem Fall ist unsere Gesellschaft dahingehend sensibilisiert worden und in die Bewertung von Arbeitgebern wird künftig mehr denn je der Flexibilitätsfaktor einfließen.

Quelle Foto: © pikselstock / Adobe Stock

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