Wohin nach dem Abi? Karriere als Personaldienstleistungskaufmann /- frau (PDK)

verfasst von zvoove, 01.07.2020
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Ausbildung trotz Corona 

Die Zeitarbeitsbranche sucht nach Nachwuchstalenten. Seit 2008 gibt es den offiziellen Ausbildungsberuf des Personaldienstleistungskaufmanns / der Personaldienstleistungskauffrau (PDK). Ausbildungsjahrgänge 2020 mussten angesichts der Corona-Pandemie Einschränkungen in Kauf nehmen. Wie auch im Schul- und Universitätsbetrieb wurden Prüfungen z. T. verschoben. Statt Büro hieß es für viele: Arbeiten im Home Office. So langsam kehrt Normalität zurück. Viele Schulabsolventen denken darüber nach, was sie nach der Schule machen sollen. Ein Auslandsjahr? Ein Studium? Oder doch eine Ausbildung? Einer der wichtigsten Ausbildungsberufe in der Zeitarbeit ist der des PDK. Was erwartet Nachwuchstalente in der Ausbildung?

 

Darum ist eine Ausbildung in der Zeitarbeit sinnvoll 

Was machen eigentlich Personaldienstleistungskaufleute (PDK)? Die dreijährige duale Ausbildung ist sehr vielfältig. Azubis werden zu Allround-Talenten in puncto Personalarbeit. Sie lernen, wie sie in Zeiten von Fachkräfteengpässen Personal rekrutieren (Personalmarketing und Recruiting). In der Zeitarbeit ist die Personalakquise erfolgskritisch. Zeitarbeitsfirmen stellen Mitarbeiter ein und vermitteln diese für Einsätze in Kundenunternehmen. Benötigt ein Kunde zum Beispiel einen Schlosser, wendet er sich an den Personaldienstleister. Dieser sucht in seinem Mitarbeiterpool nach passenden Einsatzkräften oder rekrutiert neues Personal. Die Mitarbeiter sind über einen regulären Arbeitsvertrag bei der Zeitarbeitsfirma angestellt. In den allermeisten Fällen unbefristet. Für Arbeitnehmer kann die Zeitarbeit eine Chance sein, Berufserfahrung zu sammeln oder nach längerer Pause wieder in den Beruf einzusteigen. Unternehmen gewinnen durch den Einsatz von Zeitarbeitern an Flexibilität. Sie können Personalengpässe überbrücken und auf Auftragsspitzen reagieren (-> Mehr dazu unter: Was ist Zeitarbeit?). PDKs beschäftigen sich mit wichtigen Belangen rund ums Personal. Sie kümmern sich darum, dass der Personaleinsatz reibungslos läuft. Im Kundenkontakt stellen sie ihr Kommunikationstalent unter Beweis. Sie sorgen für zufriedene Kunden und ziehen neue Aufträge an Land. Mit ihrem kaufmännischen Geschick kalkulieren sie Angebote und setzen Verträge auf.

 

Was erwartet eine/n PDK in der Ausbildung? 

Die Ausbildung zum PDK dauert drei Jahre und findet i. d. R. dual statt. Das bedeutet, dass der Azubi im Unternehmen Praxiserfahrung sammelt und nebenher eine Berufsschule besucht. Der praktische Teil findet zum Beispiel bei einem Personaldienstleister statt oder in der HR-Abteilung eines Unternehmens. Wer Interesse am Thema Personal und Vertrieb hat, ist in der Ausbildung genau richtig. Folgende Inhalte sind i. d. R. Teil der Ausbildung:

  • Personalgewinnung und Recruiting: PDK suchen für Kunden nach qualifiziertem Personal. Dafür erstellen sie ein Anforderungsprofil und vergleichen es mit Bewerber-/Mitarbeiterprofilen. Sie konzipieren Stellenanzeigen und veröffentlichen diese (z. B. in Online-Stellenbörsen oder per Social Media). Neben diesem „passiven“ Recruiting, gehen sie auch aktiv auf potentielle Kandidaten zu. Networking ist ein wichtiges Stichwort. Oft sind PDK sehr gut vernetzt.
  • Personalmarketing und Employer Branding: Eine starke Arbeitgebermarke (Employer Brand) vereinfacht die Suche nach Mitarbeitern. Kandidaten sollen sich mit einem Unternehmen identifizieren können. Ein strategisches Employer Branding trägt dazu bei, Mitarbeiter zu finden, zu binden und zu halten.
  • Personaleinstellung: Bei der Einstellung von Personal gibt es viele Dinge zu beachten. Wie zum Beispiel wird ein Arbeitsvertrag aufgesetzt? Wie verläuft die Vertragsunterzeichnung?
  • Personaleinsatz: PDK sind Organisationstalente. In der Ausbildung lernen sie, wie sie ihr Talent einsetzen können. In der Personaldisposition geht es darum, Personal dort einzusetzen, wo es gebraucht wird.
  • Personalsachbearbeitung: Administrative Tätigkeiten sind ein wichtiger Bestandteil des Aufgabenspektrums. PDK lernen zum Beispiel, wie man eine Lohnabrechnung erstellt.
  • Akquise von Aufträgen: Zeitarbeitsfirmen sind auf Kunden angewiesen. PDK tragen zum Erfolg bei, indem sie Neukunden akquirieren und neue Auftrage an Land ziehen.
  • Kundenbindung und Kundenbetreuung: Neben der Neukundenakquise ist es wichtig, dass Bestandskunden zufrieden sind. PDK lernen, wie sie Kunden binden und optimal betreuen können.
  • arbeitsrechtliche Themen: Grundkenntnisse im Arbeitsrecht sind im Personalwesen sinnvoll. Daher sind arbeitsrechtliche Grundlagen oft Teil der Ausbildung. Auch Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit werden meist thematisiert.

Karrierechancen: Wo geht es hin nach der Ausbildung? 

Die Ausbildung zum / zur PDK ist vergütet. Auszubildende erhalten im ersten Jahr rund 740 Euro, im zweiten Jahr 820 Euro und im dritten Jahr 880 Euro. Nach der dreijährigen Ausbildung stehen den Absolventen viele Wege offen. Sie können zum Beispiel bei einem Personaldienstleister, in einer Personalberatungsfirma oder in der HR-Abteilung eines Unternehmens arbeiten. Je nach Ausbildungsschwerpunkt und Interesse können sich PDK spezialisieren, z. B. als Personaldisponent in einer Zeitarbeitsfirma. Kundenkontakt ist für Disponenten das A und O. Sie betreuen Kunden, wickeln Aufträge ab und erstellen Angebote. Im Bereich Bewerbermanagement kümmern sie sich um das Recruiting neuer Mitarbeiter. Sie erstellen Stellenanzeigen und führen Bewerbungsgespräche. Manchmal besuchen sie Kunden vor Ort, um sich Arbeitsbedingungen anzusehen und Anforderungsprofile zu erstellen. Auf Kundenanfrage suchen sie nach qualifiziertem Personal für den Einsatz beim Kunden. Sie sorgen dafür, dass die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Rund um den Personaleinsatz sind weitere Tätigkeiten wichtig, zum Beispiel die Überwachung von Sicherheits- und Gesundheitsschutz

Nach Angaben der Online-Jobbörse StepStone liegt das Durchschnittsgehalt eines Personaldisponenten bei 49.200 Euro im Jahr. Die Gehaltsspanne reicht von 41.900 Euro bis 59.500 Euro.

 

Fazit

Die Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann / zur Personaldienstleistungskauffrau bietet gute Karrierechancen im Personalwesen. Azubis werden zu Allround-Talenten in Sachen Personal. Sie wissen, wie man qualifiziertes Personal findet und bindet. Im **Kundenkontakt **leisten sie wertvolle Arbeit, indem sie Kunden betreuen und Neukunden akquirieren. Außerdem erwerben sie kaufmännische und administrative Kenntnisse. Als Generalisten sind sie vielfältig einsetzbar und können sich bei Interesse spezialisieren.

Quelle Foto: © contrastwerkstatt / Adobe Stock

 

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