Active Sourcing: Kandidaten-Ansprache mit privatem Profil

verfasst von zvoove, 09.06.2021
keyboard_arrow_left ZurĂĽck zur Ăśbersicht Der Erstkontakt beim Active Sourcing: Wie spreche ich Kandidaten richtig an?

Active Sourcing: Wenn sich Unternehmen bewerben

Active Sourcing: Einer dieser Trendbegriffe, die seit Jahren durch die Personaler-Szene wabern. Aber ist die proaktive Kandidatenansprache wirklich sinnvoll? Die kurze Antwort vorab: ja! Und die lange? Kennst Du nach der LektĂĽre dieses Beitrags. Doch von vorn.

„Active Sourcing“ oder auch „Direktansprache“ ist eine in der Recruiting-Schmiede entstandene Antwort auf den Fachkräftemangel. Da viele (gute) Kandidaten längst beschäftigt sind und selten nach einem neuen Job suchen, ergreifen Arbeitgeber via Active Sourcing seit einigen Jahren selbst die Initiative. Sie bewerben sich ganz einfach bei potenziellen neuen Mitarbeitern und präsentieren ihnen die entsprechende Vakanz. Dabei stehen 2 Phasen im Mittelpunkt:

Phase 1: Die Kandidaten-Suche
Phase 2: Die Kandidaten-Ansprache

Erfahre mehr zum Thema in unserem ausfĂĽhrlichen [Active Sourcing Guide]

Ph(r)ase 2: Der Erstkontakt beim Active Sourcing

Wir wollen uns heute auf Phase 2 konzentrieren: die Ansprache bzw. den Erstkontakt mit tollen Kandidaten. Erstkontakt, das klingt aber sehr nach E.T.? Nee, vielmehr nach IT, im Sinne einer elektronischen Korrespondenz. Schließlich hat Corona einen Digitalisierungstsunami ausgelöst – auch wir springen in unserem Beispiel auf diese www-Welle und konzentrieren uns in Sachen Active Sourcing auf Online-Plattformen. Denn wo könnte man passende Mitarbeiter besser finden, als in den Talentpools von XING und LinkedIn? Aber auch Facebook, Twitter oder Instagram sind tolle Schnittstellen zwischen Dir und Deinem Traummitarbeiter.

Eindrucksvolle Schatzsuche mit dem richtigen Profil

Tauchen wir ab in den Kandidaten-Schwarm, aus dem Du Dir potenzielle Bewerber gefischt hast. Schon vor dem ersten Kontakt stehst Du vor der Entscheidung, über welches Profil Du die Person ansprechen möchtest. Mit Deinem privaten – oder dem Unternehmensaccount? „Mit dem Unternehmensaccount natürlich“ wirst Du jetzt denken. Experten sehen das jedoch anders. Du musst davon ausgehen, dass der/die Auserwählte Deinen Betrieb nicht kennt. Entsprechend wichtig ist es, einen vertrauensvollen Eindruck zu hinterlassen, der nicht massiv werblich, sondern authentisch wirkt. Ein privates Profil mit persönlichen Informationen macht genau das. Es schafft eine freundliche Ebene und gibt eigentlich anonymen Vakanzen einen nahbaren Charakter.

Persönliche Infos beim Active Sourcing preisgeben

Wenn wir etwas bekommen, sind wir auf Anhieb auch dazu bereit, etwas zurückzugeben. Psychologen nennen diesen Effekt Reziprozität und genau den kannst Du auch beim Active Sourcing einsetzen. Du möchtest z.B. Informationen oder eine positive Rückmeldung von einem auserkorenen Kandidaten. Dann gib ihm vorher etwas – idealerweise persönliche Infos. Ein gut gepflegtes privates Profil auf Business-Netzwerken (oder anderen Plattformen) mit Hobbys, Interessen, freundlichen Bildern usw. wirkt schlichtweg „menschlich“ und dadurch greifbar. Im Gegensatz zu eher abstrakten Unternehmensaccounts. Je mehr ein Profilbesucher über Deinen Werdegang, Fortbildungen, Interessen etc. erfährt, desto eher möchte er etwas zurückgeben #Reziprozität. Und schwupps, steigerst Du die Chancen auf eine interessierte Antwort.

Private Einblicke erhöhen Antwortrate

Keiner von uns hat Zeit und Lust, sich mit langatmigen Anschreiben herumzuschlagen. Halte Deine erste Nachricht beim Active Sourcing deshalb möglichst kurz. Schaffe auch hier einen persönlichen Bezug und erkläre mit wenigen Worten, warum die auserkorene Person perfekt in Dein Unternehmen bzw. zu der Stelle passt. Alle weiteren Infos verlagerst Du einfach in Dein Profil – damit ersparst Du Dir und dem Kandidaten eine ausufernde Vorstellungsrunde Deinerseits. Stattdessen kommunizierst Du direkt auf der Beziehungsebene und löst damit im besten Falle ein größeres Interesse aus. Schließlich möchte derjenige mit Sicherheit lieber einen Menschen und kein gesichtsloses Unternehmen kennenlernen.

Authentizität beim Active Sourcing

Ohne Frage ist ein Unternehmensaccount sowohl auf Businessnetzwerken als auch auf Facebook etc. nicht wegzudenken und sollte liebevoll gefüttert werden. Beim Active Sourcing geht es jedoch vor allem um emotionale Überzeugungsarbeit: Du möchtest einem fremden Menschen zeigen, warum Dein Betrieb ein Place to be ist. Während das offizielle Unternehmensprofil vom Standort über die Mitarbeiterzahl und Benefits recht allgemeine Details preisgibt, füllt Dein privates Profil diese Infos mit Leben. Fotos von Dir am Arbeitsplatz, mit Kollegen, vom letzten Workshop oder nette Kommentare von Dir und Deinem Team auf Euren jeweiligen Timelines. Das private Profil ist der perfekte Ort, um das Betriebsklima lebhaft widerzuspiegeln.

Hidden Champions: Kreatives Recruiting

Ein interessantes Mischwesen aus aktiver und passiver Kandidatenansprache trieb sich Anfang des Jahres auf der Website vom Weißen Haus herum – genauer: in ihrem Quellcode. Hier versteckte die frisch geschlüpfte Biden-Administration im Januar ein digitales Easter Egg. Scharfäugige Programmierer und Tech-Geeks stießen dort auf eine überraschende Stellenanzeige:

„Wenn Sie dies lesen, brauchen wir Ihre Hilfe, um das hier besser aufzubauen“, gefolgt von einem Link zur Job-Anzeige.

Die Aktion ist ein perfektes Beispiel für einfallsreiche Personalarbeit, die sich das Motto „Fish where the fishes are“ zu Herzen nimmt. Außerdem vermittelt sie ein tolles Bild der Unternehmenskultur: Das Weiße Haus gibt sich innovativ, kreativ und auf den Punkt. Im Übrigen generierte die Stellenausschreibung ein massives Bewerbervorlumen – trotz ihres Quellcode-Verstecks. Kandidaten mussten sich also einerseits aktiv in den Code begeben, um den Einzeiler zu finden. Andererseits haben die Recruiter gezielt und proaktiv IT-Fachkräfte angesprochen.

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Fazit

Der Erstkontakt ist die Königsdisziplin beim Active Sourcing – wie im echten Leben entscheiden wenige Sekunden über ein „Mag ich“ oder „Mag ich nicht“. Also fasse Dich kurz, sei ggf. kreativ und transportiere über Deinen privaten Account ein authentisches Bild von Deinem Arbeitgeber. Wenn Du es richtig angehst, mit dem passenden Profil und vor allem persönlich, hast Du definitiv gute Erfolgschancen.

Quelle Foto: © Nongnuch Leelaphasuk / Adobe Stock

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